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Zuger Kindes- und Erwachsenenschutz stellt Organisation neu auf

Keystone-SDA

Beim Zuger Amt für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kes) kommt es nach einer externen Analyse zu einer Reform. Die Amtsleitung und das Präsidium der Kesb werden getrennt.

(Keystone-SDA) Diese Trennung geniesst oberste Priorität, wie am Dienstag an einer Medienkonferenz betont wurde. Mario Häfliger übt beide Funktionen aus, was sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht mehr bewähre. Häfliger tritt 2027 in Pension, die Stelle der neuen Amtsleitung wird im März ausgeschrieben.

2013, als die damaligen Vormundschaftsbehörden der Zuger Einwohner- und Bürgergemeinden durch die kantonale Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde ersetzt wurden, hatte die Organisation 35 Mitarbeitende. Heute beschäftigt sie rund 80 Personen.

«In dieser Grösse funktioniert die bisherige Organisation nicht mehr», sagte der zuständige Regierungsrat Andreas Hostettler (FDP) vor den Medien. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen, um Strukturen und Prozesse grundlegend zu überarbeiten, sagte der Vorsteher der Direktion des Innern.

Mehr und komplexere Fälle

Die Direktion des Innern hatte im vergangenen Herbst eine externe Analyse des Amts für Kindes- und Erwachsenenschutz in Auftrag gegeben, zu dem insbesondere die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) gehört.

Im Zentrum der Untersuchung standen die bestehenden Strukturen und Abläufe. Das Amt ist seit längerem mit einer hohen Arbeitsbelastung konfrontiert. «Zwischen 2020 und heute haben die Fallzahlen beim KES um 20 Prozent zugenommen», sagte Hostettler.

Gleichzeitig nehmen die Fälle an Komplexität zu, es herrscht Fachkräftemangel. Und: Die Bearbeitung von Gefährdungsmeldungen verzögerten sich teils deutlich, so Landammann Hostettler.

Gespräche und Vergleiche mit anderen Ämter

Die Firma PricewaterhouseCoopers (PwC) führte von Oktober 2025 bis Januar 2026 eine Analyse durch und erstellte einen 43-seitigen Bericht.

Für die Untersuchung wurden zahlreiche Dokumente ausgewertet und über 40 Gespräche geführt, darunter 18 mit Mitarbeitenden der Kes, erklärte Patrick Budek, Senior Manager bei PwC. Zusätzlich erfolgte ein Benchmarking mit anderen Städten und Kantonen, um Strukturen und Abläufe zu vergleichen.

«Es gibt an allen Ecken und Enden etwas zu verbessern», sagte Budek. Die PwC-Analyse zeigte etwa fehlende klare Zuständigkeiten bei Managementaufgaben. Geplant sind deshalb Optimierungen der Abläufe, Anpassungen der Organisation, die Erarbeitung einer Personalstrategie sowie eine klarere und verbindlichere interne und externe Kommunikation.

Zudem ist das Amt personell eher schlank aufgestellt, zusätzliche Ressourcen seien nötig, insbesondere bei den privaten Beiständen. Gleichzeitig sei es schwierig, geeignetes Personal zu finden, räumte Hostettler ein.

Ein zentrales Element ist zudem die Überprüfung der gesetzlichen Grundlagen von 2018, als das neue Kindes- und Erwachsenenschutzrecht in Kraft trat. Dieses soll an die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Wirksamkeitsprüfung bis Ende 2028

Die Massnahmen sollen etappenweise umgesetzt werden, erklärte Hostettler. Aufgrund der hohen Belastung im Amt werden zusätzliche externe Ressourcen eingesetzt. Eine Mitarbeiterumfrage ist für Mitte 2027 geplant, eine Evaluation ist Ende 2028 terminiert.

Bereits letzten Herbst wurden die zuvor auf drei Standorte verteilten Abteilungen des Kes zusammengelegt. Empfang, Telefon- und Postdienst werden seitdem zentral unter einem Dach erledigt.

Das Kes schützt, unterstützt und begleitet Menschen im Kanton Zug, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden.

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