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Autoren und Autorinnen





 (Keystone)
(Keystone)

Von klassischen bis zeitgenössischen Werken: die Schweizer lieben das Lesen. Das Land hat eine literarische Tradition geschaffen, die sich in allen vier Nationalsprachen entwickelt hat.

Lesen gehört zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen in der Schweiz: So die Bilanz einer Studie des Bundesamtes für Statistik aus dem Jahr 2008. 81 Prozent der Befragten gaben an, dass mindestens ein Buch in den letzten 12 Monaten gelesen haben.

Die wichtigsten Schweizer Verlagsorte sind Zürich und Basel (siehe Website des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbandes), doch eine literarische Tradition gibt es in allen vier Sprachgebieten des Landes.

Hingegen kann man nicht von "einer" Schweizer Literatur sprechen, da sich die Autorinnen und Autoren in den Kulturräumen ihrer jeweiligen Sprache bewegen.

Zwar gab es zur Zeit der beiden Weltkriege auch Versuche, die Idee einer nationalen Literatur zu stärken, und die Diskussion darüber flackert ab und zu wieder auf. Doch letzten Endes hat die Sprache in der Literatur doch mehr Einfluss als nationale Grenzen.

So steht die Literatur der Deutschschweiz in enger Wechselbeziehung zur Literatur des gesamten deutschen Sprachraums, und Entsprechendes gilt für die französisch- und italienischsprachige Literatur der Schweiz.

Nützliche Übersichten und weitergehende Informationen über die Literatur in den vier Landessprachen finden Sie auf der Website der Schweizerischen Nationalbibliothek.

Seit 2002 gibt es einen gemeinsamen Verband für Autoren und Autorinnen aus allen vier Sprachregionen (Autorinnen und Autoren der Schweiz).

Deutschsprachige Literatur – die Klassiker

Zu den Klassikern der deutschsprachigen Schweizer Literatur gehören Jeremias Gotthelf (1797-1854), Pfarrer in Lützelflüh, der über das Leben der Bauern im Emmental schrieb, und der Romanschriftsteller Gottfried Keller (1819-1890). Keller wandte sich gegen die Idee einer eigenständigen Schweizer Literatur und betrachtete sich selbst als Verfasser deutscher literarischer Werke. Der dritte im Bunde der Klassiker ist Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898), der sich unter anderem mit historischen Novellen einen Namen machte.

Die berühmteste Figur der deutschsprachigen Schweizer Literatur ist zweifellos Heidi, die Heldin der Kinderbücher von Johanna Spyri (1827-1901). Die zwei Heidi-Romane gehören weltweit zu den populärsten Kinderbüchern aller Zeiten. Die Geschichte von Heidi wurde in rund 50 Sprachen übersetzt.

Weitergehende Informationen zu Johanna Spyri und den Heidi-Romanen bietet ein Eintrag auf der Website Literaturgeschichte der Schweiz. Zudem gibt es in Hirzel (Kanton Zürich) ein Johanna-Spyri-Museum.

Zu den bedeutenden Schweizer Autoren gehört auch der in Biel aufgewachsene Robert Walser (1878-1956). Zu seinen Werken gehören neben zahlreichen kleineren Prosastücken Romane wie "Der Gehülfe" oder "Geschwister Tanner". Obwohl Autoren wie Hermann Hesse, Kurt Tucholsky, Robert Musil oder Franz Kafka ihn hoch schätzten, blieb Walser Zeit seines Lebens bei einem breiteren Publikum verkannt. Heute gilt er als einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts. Detaillierte Informationen zum Leben und Werk Walsers finden Sie auf der Website des Robert-Walser-Zentrums.

Der in Schwyz geborene Meinrad Inglin (1893-1971) wurde als Autor realistischer Romane bekannt, die für ihre hintergründige Darstellung gelobt wurden. Mit seinem 1938 veröffentlichten Roman "Schweizerspiegel" gelang ihm eine kritische Darstellung der Schweiz im Ersten Weltkrieg, in dem er als Offizier im Grenzdienst gedient hatte.

Der Deutsche Hermann Hesse (1877-1962), Autor von "Siddartha", "Narziss und Goldmund", "Steppenwolf" und "Das Glasperlenspiel", liess sich 1923 in der Schweiz einbürgern.

Ein anderer deutscher Schriftsteller, der mehrmals über längere Zeit in der Schweiz wohnte, war Thomas Mann (1885-1955). Sein Roman "Der Zauberberg" setzte dem Bündner Kurort Davos ein Denkmal. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Mann nach einigen Jahren Exil in den USA wieder in der Schweiz.

Deutschsprachige Literatur – Nachkriegsliteratur und Zeitgenössisches

Die bekanntesten Figuren der deutschsprachigen Schweizer Literatur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren Max Frisch (1911-1991) mit Werken wie "Homo Faber", "Biedermann und die Brandstifter" oder "Stiller", sowie Friedrich Dürrenmatt (1921-1990), der vor allem als Dramatiker mit Theaterstücken wie "Die Physiker" und "Der Besuch der alten Dame" zu weltweitem Ansehen kam. Leben und Werk Dürrenmatts können heute im Centre Dürrenmatt in Neuenburg vertieft eingesehen werden.

Zudem vermachte Dürrenmatt seinen literarischen Nachlass 1989 testamentarisch der Eidgenossenschaft. Die Schenkung war mit der Bedingung verbunden, dass ein Schweizerisches Literaturarchiv gegründet werde. Dieses wurde schliesslich 1991 in der Schweizerischen Nationalbibliothek eröffnet. Weitere Informationen zu den Aktivitäten finden Sie auf der Website des Schweizerischen Literaturarchivs.

Das bei der ETH Zürich angesiedelte Max-Frisch-Archiv bietet weitergehende Informationen zu Leben und Werk des Zürcher Autors.

Einem weiteren Publikum bekannt sind auch Namen wie Adolf Muschg, Peter Bichsel oder Hugo Loetscher. Und zu den zeitgenössischen Autorinnen und Autoren gehören Maja Beutler, Ruth Schweikert, Zoë Jenny, Thomas Hürlimann oder Urs Widmer, um nur einige zu nennen.

Weitere Informationen zu Leben und Werk der deutschsprachigen Autorinnen und Autoren bietet das Lexikon auf der Website der Stiftung Bibliomedia.

Nützliche Übersichten und weitergehende Informationen über die Literatur in den vier Landessprachen finden Sie auf der Website der Nationalbibliothek.

Französischsprachige Literatur

Einige wichtige französischsprachige Autoren des 18. und 19. Jahrhunderts kamen aus der Schweiz. Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), der berühmteste unter ihnen, wurde in Genf geboren und wuchs dort auf.

Germaine de Stael (1766-1817) verbrachte ihre Jugendjahre in Paris, stammte aber aus der Genfer Familie Necker und übersiedelte später – von Napoleon ins Exil geschickt – ins schweizerische Coppet am Genfersee. Benjamin Constant (1767-1830), ein Autor, der Mme de Stael nahe stand, wurde in Lausanne geboren.

Zu den neueren Schweizer Autoren französischer Sprache gehört Charles Ferdinand Ramuz (1878-1947), dessen Romane das Leben von Bauern und Bergbewohnern schildern.

Blaise Cendrars (1887-1961) aus La Chaux-de-Fonds suchte, wie viele Schriftsteller und Künstler aus der Schweiz, das Weite und die Grossstadt und liess sich in Paris nieder. Seine Werke (unter anderem "L’or", Deutsch: "Gold". Die fabelhafte Geschichte des Generals Johann August Suter") haben einen festen Platz in der französischen Literatur. Dabei wird jedoch seine Schweizer Abstammung oft vergessen.

Später machte sich auch Jacques Chessex (1934-2009) einen Namen in Frankreich, wo er 1973 den Prix Goncourt gewann. In der Schweiz sorgte namentlich eines seiner letzten Werke für Schlagzeilen, "Un Juif pour l’exemple", Deutsch: "Ein Jude als Exempel". Zu den bekannten Westschweizer Autoren des 20. Jahrhunderts gehört auch Maurice Chappaz (1916-2009).

Über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden ist Agota Kristof. 1935 geboren, kam Kristof 1956 als politischer Flüchtling aus Ungarn in die Schweiz, wo sie eine neue Sprache lernen musste. Sie studierte in Neuenburg, wo sie noch heute lebt. 2008 erhielt Kristof den Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur.

Weitere Informationen zu Leben und Werk der französischsprachigen Autorinnen und Autoren bietet das Lexikon auf der Website von Bibliomedia.

Nützliche Übersichten und weitergehende Informationen über die Literatur in den vier Landessprachen finden Sie auf der Website der Nationalbibliothek.

Italienischsprachige Literatur

Italienischsprachige Schweizer Autoren und Autorinnen standen oft ihren italienischen Kollegen nahe und sind vielfach in Italien besser bekannt als in ihrer Heimat; der bekannteste unter ihnen war der Dichter und Schriftsteller Francesco Chiesa, der einen grossen Einfluss auf die Tessiner Kultur hatte. Sein Zeitgenosse Giuseppe Zoppi machte sich einen Namen mit seinem "Buch der Alpen" (il libro dell'alpe).

Erwähnung verdienen auch die Dichter Giorgio Orelli, Giovanni Orelli, Felice Filippini, Plinio Martini und Alberto Nessi sowie die Autorinnen Anna Felder und Fleur Jaggy. Giorgio Orelli wurde mit der höchsten literarischen Auszeichnung der Schweiz, dem Schiller Preis, geehrt (eine Ehre, die er übrigens mit Dürrenmatt und Frisch teilt). Als eine der originellsten poetischen Stimmen der zeitgenössischen italienischsprachigen Literatur wird der Autor Fabio Pusterla bezeichnet.

Weitere Informationen zu Leben und Werk der italienischsprachigen Autorinnen und Autoren bietet das Lexikon auf der Website von Bibliomedia.

Nützliche Übersichten und weitergehende Informationen über die Literatur in den vier Landessprachen finden Sie auf der Website der Nationalbibliothek.

Rätoromanische Literatur

Rätoromanische Literatur gibt es seit dem 16. Jahrhundert. Die Sprache wird in verschiedenen Dialektformen geschrieben. Die bestehenden Werke wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom Sprachgelehrten Caspar Decurtins in einer umfangreichen Anthologie zusammengefasst, der Chrestomathia.

Zu den rätoromanischen Schriftstellern der Moderne gehören der Engadiner Romanautor Clà Biert, die Dichterin Luisa Famos, die Surselver Romanschriftsteller Gion Deplazes, Theo Candinas und Toni Halter sowie der Kurzgeschichten-Autor Gian Fontana. Bekannte zeitgenössische Autoren sind der Romanschreiber Leo Tuor und der junge Schriftsteller Arno Camenisch, beide ebenfalls aus der Surselva.

Weitere Informationen zu Leben und Werk der rätoromanischen Autorinnen und Autoren bietet das Lexikon auf der Website von Bibliomedia.

Nützliche Übersichten und weitergehende Informationen über die Literatur in den vier Landessprachen finden Sie auf der Website der Nationalbibliothek.

swissinfo.ch

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