Aargau: Bund soll Kapazitäten für Güterverkehr im Fricktal ausbauen
Der Aargauer Regierungsrat hat vom Bund Anpassungen beim Gütertransport-Konzept gefordert. Im Fricktal sieht der Kanton grossen Handlungsbedarf für Verladeanlagen.
(Keystone-SDA) In seiner Stellungnahme zur Gesamtrevision des Konzepts für den Gütertransport bemängelt der Regierungsrat, dass der Bund für die Region nördlich des Juras keinen Handlungsbedarf ausweise.
Der Kanton fordert deshalb, das Fricktal und insbesondere das Sisslerfeld als Räume mit Bedarf für regionale Umschlags- und Freiverladeanlagen in das Konzept aufzunehmen, wie der Regierungsrat dem Bund schreibt.
Als Hauptgrund nennt er die Ansiedlung der Pharmafirma Bachem im aufstrebenden Entwicklungsgebiet Sisslerfeld. In diesem Gebiet seien bereits mehrere Industriebetriebe aus dem Life-Sciences-Bereich wie Syngenta und DSM angesiedelt. Derzeit verfüge einzig die Firma DSM über eine grössere Anschlussgleisanlage, die an den Bedienpunkt Sisseln angebunden sei.
Kapazitätsengpässe drohen
In den kommenden Jahren werde die Firma Bachem am Südrand des Sisslerfelds schrittweise ihre neuen Produktionswerke aufbauen. Die Herstellung von Wirkstoffen für die Pharmaindustrie benötige grosse Mengen an Basischemikalien. Dies führe zu mehr Güterverkehr auf den Schienen.
Der Güterverkehr werde in Zukunft zunehmen und im Betriebsfall der geplanten Reservekraftwerke zusätzlich sprunghaft ansteigen. Es zeichne sich ab, dass die Kapazität des Annahmebahnhofs Sisseln nicht mehr ausreichen werde.
«Ohne Investitionen in die Güterverkehrsinfrastruktur besteht die Gefahr, dass bahnaffine Güter mangels Kapazität auf der Strasse transportiert werden», schreibt der Regierungsrat.
Mit den SBB an der Arbeit
Gemeinsam mit den SBB erarbeitet der Kanton Aargau nach eigenen Angaben deshalb in einer Vorstudie eine neue Güterverkehrsinfrastruktur im Sisslerfeld. Dazu gehörten ein neuer Annahmebahnhof sowie eine regionale Freiverladeanlage.
Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hatte das Vernehmlassungsverfahren zur Gesamtrevision im Juni eröffnet. Das bisherige Konzept stammt aus dem Jahr 2017.