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Haben Sie noch Vertrauen in die Politik?

Gastgeber/Gastgeberin

Als Reporter berichte ich über Entwicklungen in der Demokratie, bei denen die Schweizer Perspektive relevant wird. Ich bin Schweizer und seit langem fasziniert von der Art und Weise, wie öffentliche Diskussionen die Gesellschaft prägen.

Sinkendes Vertrauen in den Staat und wachsender Populismus sind Themen, die viele beschäftigen – auch in den Sozialwissenschaften.

Die Politikwissenschaftlerin Eri Bertsou von der Universität St. Gallen hat zum Beispiel den Eindruck: Vertrauen verschwindet nicht, es verschiebt sich. Wer der Regierung nicht mehr traut, schenkt sein Vertrauen vielleicht einer populistischen Führungsfigur oder wissenschaftlichen Expert:innen.

Was denken Sie darüber? Oder haben Sie selbst das Vertrauen in die Politik verloren – und falls ja, warum?

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J
jepyerly@websud.ch
Der folgende Kommentar wurde automatisch aus FR übersetzt.

Die Überbevölkerung, das rasante Tempo der Industrialisierung sowie die jährlich steigende Zahl von Ausländern und Flüchtlingen verursachen echte Probleme. Die Infrastruktur hält nicht Schritt, Umweltverschmutzung, Klimawandel, Mangel an lokalen Lebensmitteln, Wasser- und Energieknappheit – ganz zu schweigen von der bedrohlichen Unsicherheit – führen dazu, dass wir den Entscheidungen unserer Behörden nicht mehr vertrauen. Die Schweiz erinnert mich an die Fabel: Der Frosch, der so gross wie der Ochse sein wollte. Am Ende platzte der Frosch und starb. Ebenso zu viele Flugreisen, Sportveranstaltungen oder Ähnliches, mangelnde Freude an der Arbeit usw.,

La surpopulation, la vitesse de l'industrialisation avec chaque année , toujours plus d'étrangers, de réfugiés, causent de vrais problèmes. Les infrastructures ne suivent pas, la pollution , le réchauffement, le manque de nourriture locale, le manque d'eau et d'énergie , sans parler de l'insécurité menaçante , nous conduisent à ne plus croire aux décisions de nos autorités. La Suisse,me fait penser à la fable : La grenouille qui tente d'être aussi grosse que le bœuf. Pour terminer, la grenouille a éclaté et morte. Également, trop déplacements en avion, rassemblements sportifs ou autre, manque de goût au travail etc.,

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@jepyerly@websud.ch

Danke für Ihre Nachricht, wenn Sie das so sehen; In einem System mit so vielen direktdemokratischen Elementen, wie der Schweiz, stellt sich natürlich dann die Frage, welche Rolle die Bürgerinnen und Bürger dabei haben

J
jose.zuccoli@yahoo.es
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Ich lese oft über Politik, höre mir die Debatten an und versuche zu verstehen, welche Regierungsebene (kommunal, regional, national, europäisch) für bestimmte Angelegenheiten zuständig ist oder ob es sich um eine gemischte Zuständigkeit handelt. Aber ich glaube, dass die Komplexität zunimmt und es immer schwieriger wird zu wissen, welcher Politiker meine Interessen und mein Wohlergehen vertreten wird. Beamte, die nur an sich selbst interessiert sind und die Bürger, denen sie eigentlich dienen sollten, sogar schriftlich beleidigen und herabwürdigen, sind ebenfalls keine Hilfe. Ein gewisses Gefühl von Autoritarismus bei den Sicherheitsbehörden und der Justiz sowie die Haltung «Wir haben immer Recht» auf der linken Seite – beides trägt nicht dazu bei, den Gesellschaftsvertrag zu erfüllen, wonach sich die Vertretenen wirklich vertreten und gut vertreten fühlen sollen. Wenn es der Wirtschaft nicht gut geht, schieben sie sich gegenseitig die Schuld zu (ein gewisser Teil der Verantwortung liege bei einer Regional- oder Landesregierung, die einer anderen politischen Richtung angehöre als diejenige, die gerade spricht) und können sich so aus jeder Angelegenheit heraushalten oder sich davon distanzieren. Ich nehme an, dass die Polizisten und Beamten in den Augen des Volkes an Ansehen verlieren, wenn sie egoistisch sind oder zu schlau und energisch dabei, ihren eigenen Raum und ihren eigenen kurzfristigen Vorteil zu verteidigen.

Suelo leer de politica, escuchar los debates, intentar comprender que gobierno (local, regional, nacional, europeo) tiene la competencia en ciertos asuntos, o si es mixta. Pero creo que la complejidad va en aumento y es cada vez mas dificil saber que politico defendera mis intereses y bienestar. Los funcionarios interesados solo en si mismos, que inclusive insultan y menosprecian por escrito a los ciudadanos a los que debieran servir, tampoco ayuda. Cierta sensacion de autoritarismo en los cuerpos de seguridad, y judicatura y de "siempre tenemos razon" en la izquierda, ambas cosas, no son nada utiles para cumplir el contrato social de que los representados se sientan verdaderamente representados y bien representados. Cuando la economia no va bien, se culpan mutuamente (cierta parte de la competencia es de un gobierno regional o nacional de otro signo que el que habla) y asi pueden deshacerse o desentenderse de todo asunto. Supongo que la policita, y los funcionarios se empobrecen a ojos del pueblo, cuando son egoistas o demasiado listo y energicos en defender su propio espacio y su propio beneficio a corto plazo.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@jose.zuccoli@yahoo.es

Vielen Dank Herr Zuccoli, haben SIe sich die Zeit genommen, das zu schildern. Ich nehme an, wegen Ihrer Mailadresse, dass sich Ihre Eindrücke auf Spanien beziehen

E
Edgar Suter

Ich wohne seit 25 Jahren in einer linksgrün regierten Stadt. Ich teile diese politische Orientierung nicht, aber ich glaube, die Stadtregierung macht ihre Sache im Grossen und Ganzen gut. Wichtig ist, dass das Parlament der Regierung auf die Finger schaut und das Volk in wichtigen Fragen befragt wird. Die direkte Demokratie schafft Vertrauen, aber ich finde auch die Tatsache, dass wir auf allen Ebenen kollektive Regierungen haben, beruhigend. An der Spitze steht keine Einzelperson, die nur ihre Wiederwahl im Sinn hat oder auf dumme Ideen kommen könnte.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@Edgar Suter

Vielen Dank für Ihre Schilderung! Es sind also spezifisch schweizerische Institutionen, die für Ihr Vertrauensgefühl entscheidend sind? ____Was Sie beschreiben, habe ich vor einer Weile in dieser Analyse aufzugliedern versucht: https://www.swissinfo.ch/ger/schweizer-demokratie/das-zusammenspiel-aus-vertrauen-und-stabilität-in-der-schweiz/88962253

E
Edgar Suter
@Benjamin von Wyl

Das politische System der Schweiz hat sich kontinuierlich weiter entwickelt: Von der Einparteienherrschaft zur Konkordanz, von der repräsentativen zur direkten Demokratie, vom Majorz- zum Proporzwahlrecht. In Frankreich und Deutschland ist das politische System erstarrt. Beide Systeme funktionieren nur gut, wenn es zwei dominierende Parteien gibt, die sich an der Macht ablösen können. Nun gibt es aber eine Vielzahl von Parteien. Die Schweiz hat 1999 eine totalrevidierte Verfassung in Kraft gesetzt. In den USA muss das Oberste Gericht eine Verfassung aus dem 18. Jahrhundert interpretieren.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@Edgar Suter

Danke für die weitere Ausführung, Sie sehen das entscheidende also darin, dass sich die Institutionen wandeln und entwickeln.

M
Marcelo Gerardo
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Die Politik ist eine Wissenschaft und hat ihre Regeln und Normen; Korruption gibt es unter den Politikern, bei den einen mehr als bei den anderen, und es gibt auch anständige unter ihnen. Auch wenn ich keine Verwirrung stiften möchte, muss ich doch das Thema ansprechen, das mich hierher geführt hat: «Die Kriege» – ein Thema, das mich mein ganzes Leben lang begleitet hat und das mich auch heute noch, mit meinen 88 Jahren, beschäftigt. Ich bin gerade dabei, einen Essay über Kriege fertigzustellen, mit dem brennenden Wunsch, dass sie verschwinden, und ich nehme an, dass ich damit nicht allein bin. Ich bin schon seit meiner Gymnasialzeit Hörer von Radio Schweiz, fast schon aus diesem Grund. Das Traurige daran ist, dass Kriege (zum Schlechten) immer ausgefeilter werden und die Politiker noch schlimmer sind. Falls jemand Interesse hat, über das Thema zu sprechen, bitte ich um eine Einladung: Marcelo Gerardo Coria, Argentinier, von Beruf pensionierter Buchhalter, heute lese und schreibe ich, ich spreche nur Spanisch (lateinamerikanisch), bin 88 Jahre alt und schliesse gerade einen Essay gegen die Kriege ab. Einen herzlichen Gruss an alle. coriamg2@gmail.com.

La política es una ciencia y tiene sus reglas y normas, la corrupción está en los políticos, unos más que otros y también hay decentes y si bien no quiero confundir, debo expresar el tema que me trajo, "Las guerras", un tema de toda mi vida y que todavía la cargo, con mis 88 años y estoy terminando un ensayo sobre las guerras con el ardiente deseo de su desaparición y supongo que no soy único. Soy seguidor de Radio Suiza desde que cursaba el secundario, casi por ese motivo. Lo penoso es que las guerrras se perfeccionan (para mal) y los políticos son peores. Si hay interesados en platicar el tema les pido me inviten: Marcelo Gerardo Coria, Argentino, profesión Contador jubilado, hoy leo y escribo, solo hablo Español, latino, tengo 88 años de edad y estoy terminando un ensayo contra las guerras. Un agradecido saludo para todos. coriamg2@gmail.com.

N
Norbert Kurz

Wie soll ich noch Vertrauen haben in Politiker, __- welche nicht einmal die Verträge zum F-35 lesen.__- welche nicht an einer Aufarbeitung der Covid-Krise interessiert sind.__- welche nur das nachbeten, was die "Qualitätsmedien" vorbeten, z.B. zum Klimawandel oder dem Ukrainekrieg. ____Das Hauptproblem sind allerdings die Medien, welche früher einmal, als 4. Macht im Staat, die Politik kontrolliert, und die Menschen so informiert haben. __Heute machen die Konzernmedien die öffentliche Meinung. Das beschreibt Walter Lippmann in seinem Buch "Die öffentliche Meinung. Wie sie entsteht und manipuliert wird."

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@Norbert Kurz

Guten Tag, vielen Dank für das Schildern Ihrer Einschätzung.____Walter Lippmanns Buch ist 1922 erschienen - ich respektiere natürlich Ihre kritische Haltung gegenüber den Medien, aber ich würde entsprechend Ihre Darstellung hinterfragen, dass es "früher einmal" anders gewesen ist. ____1922 gab es in der Schweiz noch keinen konzessionierten Radiosender (der kam 1924) und es war gerade erst die Proporzwahl eingeführt worden (1919).

J
jepyerly@websud.ch
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Der Bau von luxuriösen Gebäuden (Schulen, Verwaltungsbüros und andere), die oft schlecht konzipiert sind, sowie eine Überfülle an Beamten, die nur wenige Stunden arbeiten, überbezahlt sind und zwar Diplome im Überfluss, aber keine praktische Erfahrung haben, treiben uns in den Ruin. Diese Überbevölkerung, die fruchtbares Land, Trinkwasser und die Artenvielfalt verschwinden lässt und unerschwingliche Infrastrukturen erfordert. Wie kann man also unseren Behörden vertrauen, die bereit sind, unser Land zu verkaufen? Nehmen wir uns ein Beispiel an einer grossen Dame: Frau Meloni.

A force de construire des bâtiments luxueux (Ecoles, bureaux administratifs, et autres ) souvent mal conçus ; d'avoir une pléthore de fonctionnaires faisant peu d'heures, trop payés, avec diplômes à revendre mais sans expérience pratique, nous conduisent à la ruine. Cette surpopulation qui font disparaître les terres nourricières, l'eau potable, la biodiversité, nécessitant des infrastructures impayables . Ainsi, comment peu t’on faire confiance à nos autorités prêtes à vendre notre Pays . Prenons un peu exemple sur une grande Dame : Mme Méloni.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@jepyerly@websud.ch

Vielen Dank dafür, dass Sie uns Ihre Wahrnehmung geteilt haben. Wenn Sie von "unserem Land" schreiben, meinen Sie die Schweiz? Das wird aus Ihrem Beitrag nicht eindeutig klar.

J
Jorg Hiker
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@Benjamin von Wyl

Das westliche Internet wird von russischen Trollen überschwemmt, die versuchen, provokative Themen zu posten, in der Hoffnung, dass eines davon Anklang findet und Uneinigkeit sät. Ist es möglich, dass auch einige Nutzer hier russische Trolle sind?

Western internet is overrun by Russian trolls, trying to post inflammatory topics and hoping to find one that catches on and creates dissent. Is it possible that some users here are Russian trolls, too

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@Jorg Hiker

Swissinfo prüft die Profile der Nutzerinnen und Nutzer eigentlich - um genau dies zu verhindern. Eigentlich gehe ich bei den meisten, die hier mitdiskutieren, davon aus, dass sie echte Menschen sind. Sie gehören aber natürlich zu jenen, bei denen man die Authentizität besonders spürt, Herr Hiker! :-)

J
Jorg Hiker
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@Benjamin von Wyl

Ich glaube, es ist ein Fluch, wenn man viel Zeit im Ausland verbringt und miterlebt, wie andere Gesellschaften dieselben Probleme lösen. Schweizer Debatten sind zwar reizvoll, aber manchmal ist das diskutierte Problem im Ausland schon längst gelöst. Zum Beispiel die Frage, was man gegen Hitzewellen im Hochsommer tun soll – man könnte eine Fernkühlung installieren, so wie es etwa eine Milliarde Menschen in Asien tun.

I think it is a curse of spending much time abroad and seeing how other societies solve the same problems. Swiss debates are charming, but sometimes problem debated has long been solved abroad. Like what to do about midsummer heat waves - install district cooling like about a billion people in Asia.

P
Prof. Giovanni Scavazza
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DER VERFALL EINER EISKALTEN UTOPIE____...Da wir uns keine Gedanken über das Alter und den Tod gemacht haben, stehen wir nun unvorbereitet vor der sich ausbreitenden senilen Demenz...____Die Generation, die in den dreissig Jahren nach dem Krieg heranwuchs (meine), geniesste die beste Ernährung aller Zeiten, war gebildet, kultiviert, recht glücklich und zumindest hoffnungsvoll, und glaubte, dass Frieden und sogar der Sozialismus möglich seien.____Doch mit der Jahrhundertwende hat der Triumph der Medizin einer unendlichen Armee von Alten ermöglicht, die historische Bühne zu erobern: arrogant, gereizt, aggressiv und unfähig, sich mit dem eigenen Verfall auseinanderzusetzen, da sie in einer Kultur aufgewachsen sind, in der Alter und Tod tabu sind und verbannt werden.____Weder die Ideologie der herrschenden Klasse noch das marxistisch inspirierte kritische Denken haben versucht, sich mit dieser Umkehrung der Perspektive, mit diesem Verfall des kollektiven Körpers und mit der Traurigkeit auseinanderzusetzen, die das kollektive Bewusstsein erfasst hat, nicht nur das der Alten, sondern noch ausgeprägter das der neuen Generationen, die unter der Last einer immer seniler werdenden Zukunft leiden.____....Da wir uns keine Gedanken über das Alter und den Tod gemacht haben, stehen wir nun unvorbereitet vor der grassierenden senilen Demenz...____Prof. Giovanni Scavazza:__(Pensionierter) Dozent für Kunstpädagogik und Kunstgeschichte an der Universität Unitre in Zürich.

LA DECADENZA DI UNA GELIDA UTOPIA____...Poiche' non abbiamo riflettuto sulla vecchiezza e sulla morte, eccoci ora sprovveduti di fronte alla demenza senile dilagante...____La generazione che emerse nel trentennio post-bellico (la mia) godeva del miglior regime alimentare di tutti i tempi, era colta, raffinata, abbastanza felice e perlomeno speranzosa, e credette che fosse possibile la pace e anche il socialismo.____Ma nel volgere del secolo il trionfo della scienza medica ha permesso a un esercito sterminato di vecchi di invadere la scena storica: arroganti, petulanti, aggressivi e incapaci di pensare il proprio esaurimento, perche' cresciuti in un mondo culturale in cui la vecchiezza e la morte sono incoffessabili e banditi.____Ne' l'ideologia della classe dominante, ne' il pensiero critico d'ispirazione marxista, ha tentato di fare i conti con questo rovesciamento della prospettiva, con questo decadimento del corpo collettivo e con la tristezza che ha invaso la mente collettiva, non solo quella dei vecchi, ma ancor piu' marcatamente quella delle nuove generazioni, oppresse dal peso di un futuro sempre piu' senile.____....Poiche' non abbiamo riflettuto sulla vecchiezza e sulla morte, eccoci ora sprovveduti di fronte alla demenza senile dilagante...____Prof. Giovanni Scavazza:__Docente (in quiescenza) di Educazione Artistica e Storia dell'Arte all'Universita' Unitre di Zurigo.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@Prof. Giovanni Scavazza

Dies ist eine Problembeschreibung, die ich so noch nicht gelesen haben. Sie sehen also eine Art Generationenkonflikt als Kernproblem? Wenn ich Sie recht verstehe, handelt Ihrer Meinung nach die ältere Generation aus Angst vor dem eigenen geistigen Verfall? DIes scheint mir recht psychoanalytisch und erinnert mich an Ernest Beckers "Denial of Death". Doch da ist das Kernthema ja eigentlich, dass die Perspektive auf das Sterben Antrieb für ein Aufbäumen dagegen, ein Handeln, ist - ganz unabhängig vom eigenen Lebensalter.

E
Enrique Cotes
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Die Sache ist die: Populismus spricht Emotionen an und nicht Fakten oder konkrete Zahlen zu Problemen und deren Lösungen.____Zu sagen, ich glaube nicht an die Politik, hiesse zu leugnen, dass es anständige Menschen auf der Welt gibt, aber wenn wir einen Mangel an Kultur darin beobachten, wie viele ihre Führer wählen, denke ich, dass man schon von klein auf über diese Themen aufklären muss, damit die Menschen sich gründlich mit den Problemen der Gesellschaft auseinandersetzen und bei der Wahl auf der Grundlage ihres Wissens und nicht aufgrund ihrer Emotionen entscheiden.

El asunto es que el populismo mueve emociones y no datos o cifras reales de problemas junto a las soluciones.____Decir que no creo en la política seria desconocer que existe gente decente en el mundo, pero si estamos viendo una falta de cultura en como muchos eligen a sus lideres, pienso que se debe educar desde muy joven sobre estos temas para que la gente estudie muy bien los problemas que presenta la sociedad y a la hora de elegir lo hagan según sus conocimientos y no según sus emociones.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@Enrique Cotes

Vielen Dank für das Schildern Ihrer Perspektive! Entsprechend scheinen Sie sich das Vertrauen bewahrt zu haben

M
Max2100
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Zu 100 % habe ich den Glauben verloren.____Man stimmt für das eine ab und bekommt etwas ganz anderes. Ja, so war die Politik schon immer, aber mittlerweile gibt es überhaupt keine Rücksicht mehr auf das Volk. Sie lügen einem direkt ins Gesicht, manipulieren Wahlen vor aller Augen, und die Medien machen dabei mit. ____Es ist auch besorgniserregend, dass in einer Demokratie die Politiker aus den Reihen des Volkes gewählt werden. Aber glauben wir wirklich, dass jemand mit einer Matur die Richtlinien schreibt, an die sich Grossunternehmen halten werden? Glaubt das wirklich jemand?____Es ist auch besorgniserregend, dass das Niveau der Menschen, die in die Politik gehen, drastisch gesunken ist. Bis zu dem Punkt, dass wir Bundespräsidenten haben, die ChatGPT nutzen, um zu regieren. Machen wir uns nichts vor: Die meisten Parlamentarier nutzen LLMs, um nicht arbeiten zu müssen. ____Die Lage ist düster und wird von Tag zu Tag düsterer.____Nein. Ich habe keine Lösung....

100% I have lost faith.____You vote for one thing and you get another. Yes, politics has always been this way, but now there is no concern for the people whatsoever. They lie in your face, fix elections in your face, and the media is complicit. ____It is also concerning that in a democracy people are elected from amongst the people. But do we really believe someone with a high school education is going to write the policies big businesses will follow? Does anyone genuinely believe this?____It also concerning that the quality of person joining politics has gone down precipitously. To the point that we have prime ministers using ChatGPT to govern. Let's not kid ourselves, most of parliamentarians are using LLMs to not work. ____Things are bleak, and getting bleaker by the day.____No. I don't have a solution....

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@Max2100

Vielen Dank haben Sie sich trotzdem die Zeit genommen, das alles so ausführlich zu schildern. Darf ich fragen, ob Sie sich auf die Schweiz beziehen? Oder auf ein anderes Land

I
Igen
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Die Menschen greifen auf einfache Lösungen zurück, nachdem sie jahrelang von der Marketing- und Werbebranche darauf konditioniert wurden. Aber so funktioniert die Gesellschaft nicht.__Die Wahrnehmung einer dysfunktionalen Demokratie ist die neueste einfache Lösung, die man den Betrügern abkauft, die das System an sich reissen.

People lean on easy solutions after years of training by the marketing and advertising industry. But society doesn’t work like this.__The perception of a dysfunctional democracy is the latest easy solution bought from the scammers who hijack the system.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@Igen

Guten Tag, ich bin nicht sicher, ob ich Sie richtig verstehe: SIe sagen, es seien Betrüger, die die Demokratie dysfunktional nennen? Ich habe das Gefühl, das ist was Sie sagen wollen, aber ich möchte nur ein Missverständnis ausräumen. ____Und dann zur spannenden Kernfrage kommen: Wie funktioniert Gesellschaft denn

S
sceptic
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Was mich betrifft, ist das Vertrauen aus zwei Gründen verschwunden:__1. Die Regierungen der «etablierten Parteien» sind alle populistisch geworden, was bedeutet, dass sie alles sagen, um an der Macht zu bleiben, ganz gleich, was sie am Tag zuvor noch gesagt haben. Man denke zum Beispiel an Merz in Deutschland, einen Populisten wie aus dem Lehrbuch.____2. Die Erkenntnis, dass Politiker aus eigenem Interesse in der Politik sind, nicht zum Wohle der Wähler. Wie ein berühmter Ökonom einmal sagte: «Priorität Nummer eins für einen Politiker ist, gewählt zu werden. Priorität Nummer zwei ist, wiedergewählt zu werden. Was auch immer Priorität Nummer drei sein mag, sie liegt weit zurück.“____Mir gefällt die derzeitige Verwendung des Begriffs «Populist» nicht. In den etablierten Medien wird jeder Widerstand gegen die herrschende Klasse als «populistisch» abgestempelt. Ein Populist ist jemand, der seine Meinung von Tag zu Tag ändert, je nachdem, mit wem er gerade spricht. Ein weiteres Beispiel aus Deutschland ist die AfD, die stets als «populistisch» abgestempelt wird, obwohl sie in Wirklichkeit seit Beginn an am gleichen Programm festhält. Die Populisten sind die Regierungsparteien, die an einem Tag die Politik der AfD als nazistisch geisseln und am nächsten Tag gerne Vorschläge der AfD übernehmen (zum Beispiel Flüchtlingszentren ausserhalb der EU).

For my part, trust has disappeared for two reasons:__1. The 'established party' governments all turned populist meaning they will say anything to stay in power no matter what they said the day before. See for example Merz in Germany, a school book populist.____2. The realization that politicians are in politics for their own benefit, not for the voters. As a famous economist stated; 'Priority number one for a politician is to be elected. Priority number two is be re-elected. Whatever priority three may be, it is far behind.'____I don't like the current use of the term populist. In established media, any opposition to the ruling class is labeled 'populist'. A populist is someone who changes opinion by the day depending on who he is currently speaking to. Another example from Germany is AFD always labeled 'populist' whereas in reality, they have stuck the same program since the beginning. The populists are the ruling parties who one day lambast AFD policies for being Nazi, and the next day they are happy to introduce AFD proposals (refugee centers outside the EU for example).

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@sceptic

Guten Tag, vielen Dank für das Schildern Ihrer Perspektive! Ich denke, Ihre Definition von "Populist" entspricht aber eher dem Opportunisten. Die - wissenschaftliche - Definition von Populismus meint etwas Anderes. ____Opportunismus ist sicher auch ein Problem, aber eben: eher ein Anderes.

K
kkckkc
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Man hat den Eindruck, dass Europa – insbesondere die EU und Grossbritannien – den Überblick verloren hat und die Schweiz Mühe hat, eine Position zu finden. Einige Beispiele: ____Über 100 Länder haben an der UNO für eine Verhandlungslösung in der Ukraine gestimmt, und dennoch liefern 29 Länder weiterhin Munition und Waffen in die Ukraine. Dies zwingt uns, uns zwischen Neutralität und «selektiver Neutralität» zu entscheiden.____Gerade diese Woche haben die BRICS-Staaten (

There is a sense that Europe, in particular EU/UK, has lost the plot and Switzerland is struggling to find a position. Some examples: ____Over 100 countries at the UN voted for a negotiated settlement on Ukraine and yet 29 countries keep sending coordinates and weapons to Ukraine. This is forcing us to choose neutrality vs "pick and choose neutrality".____Just this week, BRICS (

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@kkckkc

Ihr Kommentar scheint mittendrin abzubrechen

Lynx Vegas
LynxVegas
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Ich habe schon vor Jahrzehnten den Glauben verloren. Früher habe ich in Grossbritannien gelebt. Seit Thatcher ist es dort nicht mehr so grossartig, auch wenn Burnham so aussieht, als könnte er alle Probleme lösen, die die Tories und Farage verursacht haben. Zu viele Politiker sind nur auf ihren eigenen Vorteil, ihre Familie, ihre Freunde und ihre Geldgeber aus. Sie tun viel zu wenig für diejenigen, die sie gewählt haben – bis kurz vor den Wahlen. Kann jemand einen Staatschef oder eine politische Partei nennen, die sich tatsächlich um das Volk kümmert? Ich kann es nicht.

I lost faith decades ago. I used to live in Great Britain. After Thatcher, it's not great any more, though Burnham looks like he might fix any issue caused by the Tories and Farage. Too many politicians are in it for themselves, their family, friends, financial backers. They do far too little for those who voted for them, until just before election time. Can anyone name any world leader or political party that actually cares about the people? I can't.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@LynxVegas

Vielen Dank für das Schildern Ihrer Perspektive! Wenn ich fragen darf: Wo leben Sie denn heute? Und was bräuchte es, damit Sie wieder Vertrauen schöpfen könnten

S
sceptic
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@LynxVegas

Hm, interessant. Ich erinnere mich noch daran, als Thatcher an die Macht kam, und für mich als Aussenstehende hat sich Grossbritannien unter ihrer Führung dramatisch verbessert. Als Kind in der Schule haben wir oft gelacht und Witze darüber gemacht, was wir am Vorabend in den Nachrichten aus England gesehen hatten.____Wenn du sagst, Burnham «könnte jedes Problem lösen». Welches Problem könnte er lösen und warum hältst du ihn für die richtige Person? Triggerwarnung: Meine englischen Freunde waren sehr begeistert von Burnham, als er als nächster Parteichef ins Gespräch kam. Deshalb habe ich mir ein paar Interviews mit ihm angehört und war entsetzt. Auf mich wirkte er genauso unfähig und inkompetent wie Starmer im Vorfeld seiner Ernennung.

hmm interesting, I remember when Thatcher came to power and to me, an outsider, the UK improved dramatically under her reign. As a child in school we used to laugh and crack jokes about what we had seen from England on the news the evening before.____When you say Burnham 'might fix any issue'. What issue might he fix and why do you think he is the right person? Trigger warning: my English friends were very enthusiastic about Burnham when he was pitched as the next leader. As a result I listened to a few interviews with him and I was appalled. To me he appeared as inept and incompetent as Starmer did in the run up to his appointment.

L
Leo Gali

Vertrauen in die Regierung ist wie ein Almosen an Verarmte. Je besser jemand wirtschaftlich gestellt ist, desto mehr Vertrauen kann er/ sie sich leisten.

J
Jorg Hiker
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Das ist *genau das*, was korrupte Politiker wollen: Bürger, die ihnen keinen Ärger machen und sich als Individuen verhalten, auch wenn sie sich noch so vergeblich beschweren.

This is *exactly what* corrupt politicians want: citizens who don't bother them and are individualized, even if they ineffectively grumble.

J
Jorg Hiker
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Man muss verstehen, dass es genau das ist, was korrupte Politiker wollen: Bürger, die ihnen nicht auf die Nerven gehen und als Einzelpersonen betrachtet werden, auch wenn sie sich noch so wirkungslos beschweren. Eine Art typischer Russe. Gleichzeitig zeigt die Geschichte, wie bewusste und organisierte Bürger die Politik verändern können – von den Revolutionen in Osteuropa im 20. Jahrhundert bis hin zu den Kulturkriegen des 21. Jahrhunderts. Selbst undemokratische Länder wie China beobachten genau, was die Bürger akzeptieren, und verstehen, dass sie bestimmte Grenzen nicht überschreiten dürfen – jene, deren Überschreitung die Menschen selbst zulassen.____Eine Lehre des 21. Jahrhunderts ist, dass Politik etwas ist, an dem sich die Bürger beteiligen müssen; sie dürfen nicht zulassen, dass Politiker die Dinge alleine regeln. Eine weitere Lehre des 20. Jahrhunderts ist, dass es für einen Politiker am effizientesten ist, sofort korrupt zu werden, wenn die Bürger nicht protestieren, was wiederum wirtschaftliche Stagnation und den Zusammenbruch des Landes zur Folge hat. Das «Dictator’s Handbook» von Bruce Bueno de Mesquita und ähnliche Werke beschreiben die Beziehungen zwischen Politikern und der Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

Understand that this is corrupt politicians want: citizens who don't bother them and are individualized, even if they ineffectively grumble. A sort of typical Russian. At the same time, history shows how aware and organized citizens can change politics—from the revolutions of Eastern Europe in the 20th century to the culture wars of the 21st century. Even undemocratic countries like China watch closely what citizens accept and understand they cannot cross certain borders—those that people themselves allow to cross.____A lesson of the 21st century is that politics is something citizens must take part in; they must not let politicians run things themselves. Another lesson of the 20th century is that for a politician, the most efficient behavior is to become corrupt immediately when citizens aren't protesting, and this in turn brings economic stagnation to collapse to the country. The 'Dictator's Handbook' by Bruce Bueno de Mesquita and similar works describe the relations between politicians and society in the 21st century.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@Jorg Hiker

Einmal mehr vielen Dank für Ihre Perspektive! ____Nur um Sie sicher richtig zu verstehen: Die Bürgerinnen und Bürger, die das Vertrauen verlieren, werden zu Einzelpersonen und handeln entsprechend mit wenig politischer Wirkung

J
Jorg Hiker
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@Benjamin von Wyl

«Das Vertrauen in die Politik verlieren» mag auf Apathie oder Zynismus hindeuten. Die richtige Haltung ist eine kluge Teilhabe an der Politik: Bürgerinitiativen unterstützen, korrupte und ineffiziente Politiker offen kritisieren und effektivere Politiker sowie sinnvolle Initiativen fördern. Die Schweizer Gesellschaft ist den meisten Ländern in dieser Hinsicht bereits einen Schritt voraus – mit Traditionen wie Referenden zu praktischen Fragen, einer Vorliebe für pragmatische Politiker gegenüber Showmännern und lokalen Regierungen, die viele Entscheidungen bürgernah treffen. Dennoch ist eine noch aktivere und klügere Bürgerbeteiligung an der Politik erforderlich, sonst wird die Schweiz die neuen Herausforderungen nicht bewältigen können. Tatsächlich ist seit langem bekannt, dass schlechte Politiker gezielt die Passivität und Verwirrung der Bürger fördern, um ihre Abwahl hinauszuzögern. Diese politische Taktik hat viele Namen – zum Beispiel FUD («Fear, Uncertainty, and Doubt» – Angst, Unsicherheit und Zweifel säen). Wenn man Online-Beiträge liest, die in etwa so lauten wie «Oy vey, wir sind machtlos», handelt es sich dabei meist um bezahlte Trolle, gerade weil die Bürger keineswegs machtlos sind.

'Losing faith in politics' may suggest apathy or cynicism. The correct attitude is wise participation in politics: supporting citizen initiatives, openly criticizing corrupt and inefficient politicians, and backing more effective politicians and sensible initiatives. Switzerland's society is already ahead of most countries in this respect, with traditions like referendums on practical matters, a preference for pragmatic politicians over showmen, and local governments that keep many decisions close to citizens. Still more active and wise citizen participation in politics is needed, otherwise Switzerland will not cope with the new challenges. In fact, it has long been known that bad politicians purposefully promote citizen passivity and confusion in order to delay removing them. This political tactic has many names—for example, FUD "sowing Fear, Uncertainty, and Doubt." When one reads online posts that amount to "oy vey, we are powerless," they are usually paid trolls, precisely because citizens are not powerless.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@Jorg Hiker

Ich verstehe, vielen Dank! Spannenderweise gibt es in der Schweiz ja all diese demokratischen Hebel - und trotzdem auch indirekt kaum Möglichkeiten, die Regierung abzuwählen.____Vielleicht interessiert Sie dazu auch der Beitrag meines Kollegen Domhnall O'Sullivan: https://www.swissinfo.ch/eng/swiss-democracy/why-the-swiss-government-doesnt-need-to-fear-a-no-confidence-vote/92027316

J
Jorg Hiker
Der folgende Kommentar wurde automatisch aus EN übersetzt.
@Benjamin von Wyl

Vielen Dank für Ihr Interesse an meinen Beiträgen. Tatsächlich ist der Mechanismus eines Misstrauensvotums im Parlament kein Beispiel dafür, dass Bürger die Politik beeinflussen können, sondern vielmehr ein Beispiel dafür, wie verschiedene Fraktionen der politischen Klasse innerhalb ihrer eigenen Klasse gegeneinander kämpfen. Ein Politiker, der mit einem Misstrauensantrag konfrontiert ist, konzentriert sich in erster Linie darauf, Unterstützer zu zählen und Allianzen im Parlament zu schmieden, anstatt den Bürgern das zu geben, was sie brauchen oder fordern. Vielleicht ist das der Grund, warum es in manchen Ländern häufig zu Misstrauensanträgen kommt und warum dort eine dysfunktionale politische Klasse sowie ein schlecht funktionierender Staat herrschen.

Thank you for your interest in my posts. Actually, the mechanism of a no-confidence vote in parliament is not an example of citizens being able to influence politics, but rather an example of different factions of the political class fighting within their own class. A politician facing a no-confidence vote primarily focuses on counting supporters and developing alliances within parliament, rather than giving citizens what they need or say. Perhaps that is why some countries frequently have no-confidence votes as well as a dysfunctional political class and poorly functioning state.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@Jorg Hiker

Ich danke Ihnen für Ihre Analyse. Die Art, wie Parlamentarismus ausgestaltet ist - durch die Institution, aber auch durch die jeweilige Gewohnheit - ist sicher ein Faktor, der mitreinspielt in die Probleme der Demokratie heutzutage.

J
Jorg Hiker
Der folgende Kommentar wurde automatisch aus EN übersetzt.
@Benjamin von Wyl

Vielen Dank für Ihr Interesse. Das ist in der Tat wichtig, denn wie die Analyse von Bueno de Mesquita zeigt, besteht das optimale Verhalten für jeden Politiker darin, kurzfristige Interessen und eine möglicherweise kleine Gruppe von Vertrauten zu begünstigen, die ihn an der Macht halten, und dabei die langfristige und landesweite Perspektive zu vernachlässigen. Mit vorhersehbaren Folgen. Neben Institutionen und etablierten Praktiken sind Kontrollmechanismen auf den unteren Ebenen, die politischen Missbrauch verhindern, sowie ständige Wachsamkeit der Bürger von grosser Bedeutung. Anstatt dass die Bürger nur alle paar Jahre bei Parlamentswahlen oder einer grossen Demonstration aufwachen. Im weiteren Sinne sehe ich, dass die politische Klasse das Wachstum eines Landes einschränkt. Man kann dies mit einem Bauern vergleichen, der einen Hof bewirtschaftet. Ein Bauer hat weniger Spielraum für Faulheit und Nachlässigkeit und muss klüger und härter arbeiten, wenn sich ein Hof verbessern soll. Ebenso muss die Schweizer Regierung effizienter sein, und die Bürger müssen sie genauer beobachten, wenn die Schweiz wachsen soll.

Thank you for your interest. Indeed, it is important because, as the analysis of Bueno de Mesquita shows, for any politician the optimal behavior is to favor short-term interests and a possibly small group of cronies keeping him in power and neglect long-term and country-wide perspective. With predictable results. In addition to institutions and established practice, very important are lower-level control mechanisms preventing political abuse and constant citizen vigilance. Rather than citizens waking up once every few years at parliamentary elections or some major demonstration. In the broad sense, I see that the political class limits a country's growth. One can compare it to a farmer running a farm. A farmer has less room for being lazy and neglectful and must work more cleverly and harder, if a farm is to improve. Likewise, the Swiss government must be more efficient, and citizens must watch it more carefully if Switzerland is to grow.

Benjamin von Wyl
Benjamin von Wyl SWI SWISSINFO.CH
@Jorg Hiker

Sie haben recht - und gerade bin ich zurück von einer OECD-Konferenz in Paris, wo sich Beamte und Regierungsvertretende aus 38 Länder über genau die Frage gebeugt haben, wie sie ihre Dienste und ihre Demokratie effizienter machen. Allerdings sind nur Wenige auf die Idee gekommen, dass man ein ausgebautes System von Konkordanz und Demokratie adaptieren könnte.

Anonym

"Die Politik" ist ein etwas zu pauschaler Begriff, als dass man diese Frage direkt beantworten könnte. Ich nehme an, es ist die Exekutive (also der Bundesrat) gemeint? ____Dann stelle ich mir die Frage, ob ich glaube, dass die Bundesräte für das Wohl des Landes, das Wohl und die Sicherheit der Bevölkerung und für die nachhaltige Pflege unserer Lebensgrundlage denken und handeln? Oder dass sie eher im Eigeninteresse oder im Interesse ihrer "Lobby" denken und handeln? __Für beides sehe ich Anzeichen - je nach Thema. Mein Vertrauen ist also nur teilweise gegeben. Demokratien sind leider besonders anfällig dafür, dass sich starke Eigeninteressen mehr durchsetzen als ausgewogene, vernünftige Entscheide.... dass man Politikern deshalb oft wenig vertraut, ist fast unvermeidlich.

Benjamin von Wyl
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@Anonym

Guten Tag, vielen Dank für Ihre Perspektive! ____Das Vertrauen in die Schweizer Regierung ist, zumindest im Schnitt, höher als in die Legislative. Aber Sie könnten Ihr Vertrauen selbstverständlich auch in diese legen - oder in das Zusammenspiel von Regierung, Parlament und direktdemokratische Instrumente als Kontrollorgan. ____Was bräuchte es, damit Sie mehr Vertrauen schöpfen könnten? Persönlich habe ich aber das Gefühl, dass ein bisschen Vertrauen, wie Sie es schildern, gar nicht so schlecht ist. Denn blindes Vertrauen ist sicher nicht wünschenswert in einer demokratischen Gesellschaft - und etwas Vertrauen etwas grundsätzlich Anderes als aktives Misstrauen.

Anonym
@Benjamin von Wyl

Sie fragen, was es bräuchte, damit ich mehr Vertrauen schöpfen könnte. __Verhalten und Entscheide des Bundesrates nehme ich überwiegend nur indirekt über die Medien wahr, und kenne sie deshalb eigentlich nur "vom Hörensagen". Da bleibt also eine gewisse Unsicherheit und Skepsis. __Aber direkten Kontakt habe ich bei den Abstimmungen: Das Informationsheft zu den Abstimmungsfragen enthält vom Bundesrat verfasste Stellungnahmen. Diese sind - wie gesagt, je nach Thema mehr oder weniger - oft ideologisch und von (verschleierten) Lobby-Interessen geprägt. Wenn sich das spürbar ändern würde, im Sinne von sichtbarer Abwägung verschiedener Einflusskräfte und vernünftig begründeten Empfehlungen, könnte sich mein Vertrauen erhöhen.

Benjamin von Wyl
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@Anonym

Das ist spannend, dass das Abstimmungsbüchlein für SIe so eine zentrale Rolle spielt! ____Sind Sie denn vor allem unzufrieden mit der Art, wie die Regierung Ihre Position im Abstimmungsbüchlein zum Ausdruck bringt? Oder was stört Sie am Format? Die Konterseite, die gegen die Regierungsposition steht, hat ja immer denselben Platz, um auch ihre Position darzulegen.

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

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