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Der Tod von vier Löwen im Kopenhagener Zoo hat nach der Aufregung um die geschlachtete Giraffe Marius einen zweiten Wutsturm im Internet ausgelöst. Mehr als 45'000 Menschen unterschrieben bis Mittwochnachmittag eine Online-Petition.

Die Bittschrift trug den Titel "Sagt dem Kopenhagener Zoo, dass er aufhören soll, gesunde Tiere zu töten!!". Internationale Medien berichteten über das Schicksal der Raubtiere, die der Zoo am Montag getötet hatte, um Platz für einen neuen Zuchtlöwen zu schaffen. Ein betagtes Löwenpaar und seine beiden zehn Monate alten Jungen starben.

Bei dem alten Chef im Löwenkäfig habe die Gefahr bestanden, dass er sich mit seinen bald geschlechtsreifen Töchtern paare, sagte der Zoo-Verwaltungsdirektor Steffen Stræde der Nachrichtenagentur dpa.

Auch das Giraffenjunge Marius war geschlachtet worden, weil Inzucht drohte. Seine Tötung und Obduktion vor Zoobesuchern hatte Mitte Februar weltweit Hysterie ausgelöst. Der Zoodirektor hatte sogar Morddrohungen erhalten, das Vorgehen aber immer verteidigt.

Die Kopenhagener scheuen die Konfrontation auch diesmal nicht: "Wir mussten das tun", sagte Stræde. "Und wir freuen uns darauf, mit Menschen darüber zu sprechen, wieso." Der Zoo tötet jedes Jahr etwa 20 bis 30 Tiere, wenn für sie kein neues Zuhause gefunden werden kann.

Zoodirektor hat keine Angst

Dieses Vorgehen ist auch in anderen europäischen Zoos üblich - doch mit der Tötung des Giraffenjungen hatten die Dänen offensichtlich einen Nerv bei Tierschützern getroffen. Man wolle sich der Kritik "offen und ehrlich" stellen und habe keine Angst vor einem neuen internationalen Aufschrei, sagte Stræde dpa.

Die dänischen Medien gehen derweil ganz anders mit der Aufregung um. Einen eigenen Facebook-Link zum Artikel über die zehntausendfach unterschriebene Löwen-Petition kommentiert die Zeitung "Politiken" am Mittwoch mit: "Und 103 haben auf derselben Seite unterzeichnet, dass der Krieg in Syrien gestoppt werden muss... Seit Mai letzten Jahres".

SDA-ATS