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Als Ehefrauen in Zürich zu «Billetteusen» wurden

Keystone-SDA

Ungewohntes Bild im Jahr 1943: Plötzlich gab es weibliche Billettverkäuferinnen in den Zürcher Trams, so genannte "Billetteusen". Es waren die Ehefrauen der Tramkondukteure.

(Keystone-SDA) Die Städtische Strassenbahn, wie die Verkehrsbetriebe VBZ damals noch hiessen, rief während des Zweiten Weltkrieges die Ehefrauen zu Hilfe. Sie sollten sich zu «Billetteusen» ausbilden lassen, um im Falle einer Mobilisierung des männlichen Personals in die Bresche springen zu können.

Um die 150 Ehefrauen meldeten sich für die Ausbildung an. «Nun hat unter der Leitung von Kontrolleur Flubacher der Instruktionskurs begonnen», heisst es in der Legende des Keystone-SDA-Bildarchivs. Der Vorname des Instruktors ist nicht vermerkt.

«Die Damen» mussten einen Eignungstest absolvieren und erhielten eine technische Ausbildung. Ihre Ausrüstung nahmen sie nach dem Kurs mit nach Hause, um im Notfall «augenblicklich bereit zu sein». Das Bild stammt vom September 1943. «Billetteusen» und auch ihre männlichen Pendants gibt es seit den 1960er-Jahren keine mehr. Die Verkehrsbetriebe stellten auf Automaten um.

Vor nicht allzu langer Zeit, im Jahr 2023, litten die VBZ erneut unter Personalmangel. Zeitweise musste gar der Fahrplan ausgedünnt werden, weil die Führerstände leer blieben.

Statt Angehörige auszubilden, setzten die VBZ aber auf andere Massnahmen, um den Engpass zu überwinden: intensivere Rekrutierung, mehr Ausbildungsplätze und bessere Dienstpläne, was die Arbeitsbedingungen verbesserte.

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