Arbeiterhilfswerk mit Millionenverlust
Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk (SAH) hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 1,1 Mio. Franken erlitten. Die Krise der vergangenen zwei Jahre sei noch nicht völlig überwunden, doch habe das Hilfswerk wieder Tritt gefasst, sagte Geschäftsführerin Brigitte Steimen.
Das negative Finanzergebnis wird mit der erst verzögert wirksamen Personal- und Struktur-Anpassung erklärt, die nach dem Rückgang der Erwerbslosenprogramme nötig wurde, sagten die Verantwortlichen des Hilfswerks am Freitag (29.06.) im Anschluss an die Delegierten-Versammlung in Zürich.
Zudem hätten die Erträge im neu aufgebauten institutionellen Fundraising nicht im erwarteten Umfang verwirklicht werden können. Die neue Geschäftsführerin des Arbeiterhilfswerks, Brigitte Steimen Grandl, verwendete das Bild einer Baustelle.
Der unbefriedigenden Finanzlage will sie mit einem weiteren Ausbau der Controlling-Instrumente zu Leibe rücken. Zudem soll weiter gespart und nach Ertrags-Steigerungen gesucht werden. Noch vor der Sommerpause will die SAH-Leiterin eine Standortbestimmung vornehmen und die Prioritäten festlegen.
Zwei erfolgreiche Projekte
In einem SAH-Projekt in Burkino Faso können Kinder in einer zweisprachigen Schule eine Landessprache lernen. Lediglich 40% der Kinder würden in Burkina Faso eingeschult, sagte SAH-Koordinator Paul Taryam Ilboudo. Dank dem Schulversuch, den das SAH mit lokalen Partnern von 1994 bis 1998 durchgeführt hat, habe sich die Situation verbessert. Das Projekt werde fortgesetzt.
Ein zweites Projekt des SAH ist der Wiederaufbau in Nicaragua, nachdem der Hurrikan Mitch 1998 ganze Landesteile verwüstet hat. Laut SAH-Koordinatorin Carmen Ayon wurde nach der Abgabe von Grundnahrungsmitteln und Medikamenten Saatgut verteilt. Und seit 1999 fördert das SAH auch den Anbau von Kaffee für den fairen Handel.
swissinfo und Agenturen
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