Discount-Broker gibt auf
"sb.c swissbrokers.com" wirft das Handtuch. Der banken-unabhängige Anbieter im Discount und Online-Börsenhandel stellt seine Aktivitäten auf Ende Mai ein. 25 Angestellten wurde gekündigt. Auch "FirstQuote" in Genf hat aufgegeben.
Als Gründe für die Aufgabe der Aktivitäten gab «sb.c swissbrokers.com» die seit bald einem Jahr schwachen Börsen und die veränderten Bedingungen im Online-Geschäft an. Der Verwaltungsrat habe die Eidgenössische Banken-Kommission (EBK) sowie die Schweizer Börse entsprechend orientiert, teilte das Unternehmen am Donnerstag (03.05.)in Basel mit.
Ungenügende Ertragsaussichten
Wegen eines «sehr hohen Investitions-Bedarfs» hätten sich die Ertrags-Aussichten im Alleingang als ungenügend erwiesen. Trotz intensiver Bemühungen habe sich kein strategischer Partner gefunden, der die nötigen Investitionen und das hohe unternehmerische Risiko habe mittragen wollen.
«Aus dem verschlechterten Geschäfts-Gang haben verschiedene Mitarbeiter in den vergangenen Wochen bereits die Konsequenzen gezogen und das Unternehmen verlassen», sagte Jürg Sigrist, Kommunikations-Beauftragter des Unternehmens. Ende April habe «sb.c swissbrokers.com» noch 40 Personen beschäftigt.
25 Kündigungen
25 der 40 verbliebenen Angestellten hätten auf Ende April die Kündigung erhalten. Die restlichen Angestellten werden laut Sigrist beim Unternehmen verbleiben, um die Einstellung der Geschäfts-Tätigkeit geordnet abzuwickeln und zusammen mit dem Verwaltungsrat die Neuausrichtung des Unternehmens zu prüfen.
Discount Direct der Basler Kantonalbank
«sb.c swissbrokers.com» empfiehlt ihren rund 4’000 Kundinnen und Kunden, ihre Guthaben und Anlagen der Discount Direct der Basler Kantonalbank zu übertragen. Damit sei die weitere Betreuung der Kunden sichergestellt. Discount Direkt der Basler Kantonalbank besteht seit 1996 und gilt als erster Schweizer Broker dieser Art.
Auch «FirstQuote» hat aufgegeben
Die Turbulenzen insbesondere im Technologie-Bereich haben bereits am Mittwoch ein Opfer gefordert. Der Finanzinformations-Anbieter «FirstQuote» mit Sitz in Genf zog sich aus dem Schweizer Geschäft zurück. Allen 55 Beschäftigten in Genf und Zürich wurde gekündigt.
Auch FirstQuote war es nicht gelungen, neue Geldgeber zu finden, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. FirstQuote führt den Rückzug aus der Schweiz auf die schwachen Finanzmärkte, namentlich im Technologie-Sektor, zurück.
swissinfo und agenturen
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