Elf-Aquitaine-Affäre: Weitere Gelder in der Schweiz blockiert
Die französische Elf-Aquitaine-Affäre zieht weitere Kreise in die Schweiz: Nun wurden auch bei der Basler Privatbank Sarasin verdächtige Gelder blockiert. Die Geldwäscherei-Meldestelle in Bern wurde informiert.
Die Bank bestätigte am Montag (02.07.) entsprechende Presseberichte vom Wochenende. Über den Betrag der gesperrten Gelder wollte Bank-Sarasin-Sprecher Urs Fazis auf Anfrage keine Angaben machen.
Der Verdacht, wonach die eingelegten Guthaben in die Korruptionsaffäre verwickelt sein könnten, sei bei internen Kontrollen aufgetaucht. Auf interner Ebene sei sofort die Blockade der Gelder angeordnet worden. Die Meldestelle in Bern sei schon einige Tage vor entsprechenden Medienberichten informiert gewesen.
Mehrere Banken betroffen
Am Samstag hatte die Tageszeitung «Le Temps» berichtet, dass Konten der Bank Sarasin, sowie bei der Bank Julius Bär und der Banca della Svizzera Italiana (BSI) entdeckt worden seien, die im Zusammenhang mit der Lieferung von sechs Fregatten des französischen Rüstungskonzerns Thomson an Taiwan stehen könnten. Die Bank Bär hatte die Meldung am Samstag bestätigt.
Die BSI hatte nach eigenen Angaben die verdächtigen Konten schon vor Wochen gemeldet und blockiert, sagte ein Sprecher der Bank am Montag auf Anfrage. Den genauen Betrag der gesperrten Gelder wollte die Bank allerdings nicht preisgeben.
Am Freitag hatte die Staatsanwaltschaft in Vaduz bekannt gegeben, dass in Liechtenstein im Zusammenhang mit der Lieferung der Fregatten 38,7 Mio. Euro (59 Mio. Franken) wegen Verdachts auf Geldwäscherei gesperrt worden sind. Mitte Juni waren bereits bei der Credit Suisse Group Depots im Umfang von 250 Mio. Franken blockiert worden.
swissinfo und Agenturen
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