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Es bleibt nur noch die Hoffnung auf einen Etappensieg

Gegen Plaza hatte am Freitag niemand eine Chance - der Gesamtsieg ist für die Schweizer denn auch vom Tisch Keystone

Im Zeitfahren in Payerne sind die Schweizer Hoffnungen auf den Gesamtsieg in der 55. Tour de Romandie endgültig zerschlagen worden. Neuer Leader ist nach der 25,5 km langen Prüfung gegen die Uhr der Italiener Dario Frigo. Etappensieger mit 0,72 Sekunden Vorsprung vor Frigo wurde der Spanier David Plaza, bester Schweizer der Neoprofi Jean Nuttli als Zwölfter.

Oscar Camenzind verlor auf dem nahezu flachen Parcours bei sehr schwierigen Windverhältnissen 1:28 Minuten und fiel im Gesamtklassement vom 4. auf den 9. Platz zurück. «Für mich ist die Tour verloren», sagte Camenzind hernach. Auch Bergfahrer Sven Montgomery gereichten die Bedingungen zum Nachteil; anstatt dem erhofften Rückstand von einer Minute büsste der Berner Oberländer 1:40 ein. «Im Gesamtklassement ist der Zug abgefahren», bilanzierte Montgomery, «nun will ich am Samstag die Bergetappe gewinnen».

Diese führt über 171 km von St. Aubin FR nach Nendaz. Der Schlussaufstieg ist 13 km lang. Nach knapp der Hälfte des Pensums ist auch noch der Col des Mosses (1445 m ü.M.) zu bezwingen. «Ich bin einer der fünf stärksten Bergfahrer in dieser Tour de Romandie», sagte Montgomery (25), «und so hoffe ich, meinen ersten Sieg als Profi zu erringen.» Schärfster Widersacher Montgomerys dürfte der Spanier Oscar Sevilla sein, der schon 1999 die Bergetappe gewonnen hatte.

In der «Königsetappe» vom Samstag fällt auch die Entscheidung um den Gesamtsieg. Es ist aber anzunehmen, dass Frigo (28), in diesem Jahr schon Gewinner des prestigeträchtigen Etappenrennens Paris-Nizza, von seinem schärfsten Herausforderer und Vorjahressieger Paolo Savoldelli (It) nicht mehr behelligt wird. Savoldelli liegt nach der doch deutlichen Niederlage im Zeitfahren von Payerne schon 21 Sekunden im Rückstand.

Frigos Enttäuschung über den knapp entgangenen Sieg in der Prüfung gegen die Uhr war zunächst gross, bald aber wich diese der Genugtuung über die Führung im Gesamtklassement. Plaza (31) ist als starker Zeitfahrer bekannt, auch wenn er sich in der Romandie «noch keineswegs in grosser Form fühlte». Nachhaltig beeindruckt hat Plaza in seiner schon siebenjährigen Profikarriere bislang vor allem die Deutschen, weil er im Vorjahr in deren Rundfahrt die Telekom-Armada mit dem Sieg im Zeitfahren von Herzogenaurach in die Schranken gewiesen hatte.

Plaza meisterte das schwierige Zeitfahren mit Bravour, wenngleich seine Formkurve erst in der Tour de France ihren Höhepunkt erreichen soll. Von den Schweizern fand sich etwas überraschend Jean Nuttli (27) mit den Bedingungen am besten zurecht, obschon der Krienser immer noch an den Folgen einer schweren Viruserkrankung leidet. «Dafür, dass ich erst 75 bis 80 Prozent meines Leistungsvermögens erbringe, war dieses Resultat doch ganz ansehnlich», sagte der Zeitfahren-Spezialist. Es habe ihm gezeigt, dass, wenn er gesund sei, wohl auf das Podest fahren könne. Zunächst aber müsse er wegen der Gesundheit eine Pause einlegen und sich dann auf die wichtigen Zeitfahren im Herbstvorbereiten.

swissinfo und Daniel Good (sda)

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