Gasliefervertrag gleich Terrorfinanzierung?
Mit dem Gasliefervertrag helfe die Schweiz mit, den internationalen Terrorismus zu finanzieren. Diesen Vorwurf erhebt eine jüdische Organisation in einer Inserate-Kampagne.
Mitte März hatten Vertreter eines Schweizer Energieproduzenten in Teheran einen Vertrag über iranische Gaslieferungen in die Schweiz unterzeichnet. Beim Abschluss zugegen war auch die Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey.
Dies stösst der Anti-Defamation League (ADL) sauer auf: «Während die schweizerische Regierung ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolgt, finanziert sie den weltweit führenden staatlichen Unterstützer von Terrorismus», heisst es in ganzseitigen Inseraten.
Diese wurden am Dienstag unter anderem in der «Neuen Zürcher Zeitung», der Westschweizer Zeitung «Le Temps» sowie der «New York Times» und dem «Wall Street Journal» publiziert.
Geld für Atomprogramm?
Vom Deal über angeblich 20 Mrd. Euro profitierten «Hisbollah-Raketenschützen im Libanon» und «Hamas-Selbstmord-Attentäter in Gaza». Das Geld fliesse zudem in Irans Programm zum Bau der Atombombe und an «terroristische Zellen innerhalb und ausserhalb Europas», schreibt die ADL.
Aussenministerin Micheline Calmy-Rey hat zur Inserate-Kampagne (noch) nicht Stellung genommen. Mehrfach hatte sie aber Kritik am Iran-Besuch und dem umstrittenen Geschäft zurückgewiesen.
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