Geschichten über echte und falsche Zahlungsmittel
Täglich wechseln sie millionenfach den Besitzer und gehören doch zu unserem wertvollstem Gut: Den Schweizer Banknoten und ihrer Geschichte widmet das Gutenberg Museum Freiburg bis 31. August eine Ausstellung.
Aus dem Portemonnaie, aus dem Sinn: Kaum jemand erinnert sich mehr an die Fünffrankennote, welche anfangs Jahrhundert in Umlauf gebracht wurde. Sie geht als eine der am längsten in Zirkulation befindlichen Note in die Geschichte ein, wurde sie doch erst in den 80-er Jahren aus dem Verkehr gezogen.
Die erste Banknote, die in der Schweiz zirkulierte, wurde 1825 von der Deposito Cassa der Stadt Bern herausgegeben. In der Folge druckten verschiedene Kantone Banknoten. Mit der Gründung der Schweizerischen Nationalbank 1907 war damit Schluss. Die Nationalbank hat seither das Monopol für die Banknotenherstellung.
Fälschern auf der Spur
Nebst den echten Notenserien sind in der Ausstellung auch Fälschungen zu sehen – dank Leihgaben des Bundesamtes für Polizei, Die 1995 ersetzte Serie «Hiestand» verfügte sogar über eine Reserveserie, die im Fälschungsfall in Umlauf gebracht worden wäre.
Das Sicherheitssystem der neusten Banknotenserie – seit 1998 schrittweise in Umlauf gebracht – macht Fälschern das Leben schwer, wie eine Broschüre der Nationalbank zeigt. An nicht weniger als 17 Merkmalen lässt sich die Echtheit eine Note überprüfen. 5 davon sind leicht erkennbar, nicht nur an ihren poetischen Namen: Tanzzahl, Zauberzahl, Farbzahl, Chamäleonzahl, Glitzerzahl.
Die Tanzzahl beispielsweise – ein sogenanntes Kinegram -befindet sich in der Mitte der Note. Eine silberglänzende Spezialfolie bewirkt den Effekt, dass die Tanzzahl durch das Kinegram zu laufen scheint, wenn man die Note hin und her kippt.
250 Mio. Noten im Umlauf
Laut Nationalbank sind zur Zeit gegen 250 Millionen Noten im Wert von 27 bis 30 Milliarden Franken im Umlauf. Dazu kommen Münzen im Betrag von weiteren 2 Milliarden Franken. Jährlich wird etwa ein Drittel aller umlaufenden Noten ausgeschieden und vernichtet. Für Ausgabe und Ersatz der Banknoten gibt die Nationalbank jährlich rund 60 Millionen Franken aus.
Während das umlaufende Bargeld vor 30 Jahren von 16 Prozent am Bruttoinlandprodukt (BIP) ausmachte, liegt dieser Anteil heute nur noch bei etwa 8 Prozent. Weil das BIP aber inzwischen kräftig gewachsen ist, zirkuliert heute bedeutend mehr Bargeld als in den 60-er Jahren.
swissinfo und Agenturen
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