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IKRK erneut unter Beschuss

Im Süden Sudans ist eine IKRK-Maschine beschossen worden. swissinfo.ch

Beim Angriff auf ein Hilfs-Flugzeug des Internationen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) über dem Südsudan ist am Mittwochmorgen (09.05.) der dänische Ko-Pilot getötet worden.

Der 26-Jährige starb nach einem Kopfschuss noch während des Fluges. Dies teilte das IKRK in Genf mit. Derzeit sei noch unklar, ob das Flugzeug vom Typ KingAir von Regierungstruppen oder von der Südsudanesischen Rebellenarmee (SPLA) beschossen wurde.

An Bord der Maschine befanden sich ausser den beiden dänischen Piloten keine weiteren Personen. Bei den Dänen handelte es sich nicht um IKRK-Delegierte, hiess es weiter. Sie arbeiteten unter Vertrag der dänischen Firma Aviation Assistance für die humanitäre Organisation. Das Flugzeug war deutlich als Rotkreuz-Maschine gekennzeichnet.

Nach Angaben des IKRK war das Flugzeug auf dem Weg vom nordkenianischen Hilfs-Stützpunkt Lokichokio in die südsudanesische Provinzhauptstadt Juba unterwegs, um dort Verletzte und Verwundete aufzunehmen. Auf Grund eines technischen Problems und eines plötzlichen Druckabfalls musste die Besatzung die Flughöhe von knapp 6’000 auf rund 2’000 Meter verringern.

Nachdem das Flugzeug stabilisiert werden konnte und wieder an Höhe gewann, habe der Pilot Geräusche gehört, die «Explosionen» geglichen hätten, sagte IKRK-Sprecherin Antonella Notari. Der Copilot habe plötzlich nicht mehr geantwortet. Der Pilot sei sofort zum Stützpunkt nach Lokichokio zurückgeflogen. Nach Angaben der kenianischen Polizei wies das Flugzeug Spuren von bislang nicht identifizierten Geschossen auf.

Für den Transport von Hilfsgütern flog das IKRK bisher mehrmals wöchentlich zwischen seiner Basis in Lokichokio und dem Südsudan hin und her. Nun stellt die humanitäre Organisation die Flüge vorerst ein.

Missachtung des IKRK-Emblems

Das IKRK ist in den letzten Jahren immer wieder Ziel von Angriffen geworden. So kamen vor ein paar Jahren sechs IKRK-Mitarbeiter in Tschetschenien ums Leben. Und Ende April dieses Jahren waren in Kongo sechs IKRK-Leute bei einem Überfall getötet worden, darunter eine Schweizerin.

Bald 20 Jahre Bürgerkrieg

Im Südsudan herrscht seit Frühjahr 1983 ein Bürgerkrieg zwischen dem islamisch-arabischen Norden und dem christlich-animistischen Süden. Nach Angaben von Hilfsorganisationen sind mehr als 1,5 Millionen Menschen bislang gestorben. Mehr als vier Millionen Südsudanesen sind auf der Flucht.

swissinfo und Agenturen

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