Kudelski-Kunde verliert Prozess
Die US TV-Kette Echostar hatte NDS der Verschlüsselungs-Spionage angeklagt und Schadenersatz gefordert. Ohne Erfolg. Echostar ist nun vor Gericht unterlegen. NDS ist Konkurrent der Schweizer Firma Kudelski.
Der Entscheid des Gerichts in Santa Ana, Kalifornien, beendet einen der wichtigsten Industriespionage-Prozesse in der USA, der auch einen Schweiz-Bezug aufweist: Über die Privatfernseh-Kette Echostar ist das Waadtländer Unternehmen Kudelski beteiligt.
Kudelski offeriert TV-Verschlüsselungssysteme, die zum Beispiel in der Schweiz Cablecom nutzt. Diese Systeme verstecken das Funktionieren der kryptografischen Module, und erschweren damit Hackern die Möglichkeit, dennoch gratis fernzusehen.
Der grösste Konkurrent Kudelskis in diesem Spezialgebiet ist die britische Firma NDS, die zum Medienkonzern von Rupert Murdoch gehört.
Die TV-Kette Echostar, der wichtigste Kunde von Kudelski, hatte NDS angeklagt, sie habe mit Hilfe von Hackern das Verschlüsselungssystem von Echostar geknackt. Damit würden die Chipkarten, die den Zugang zum Privat-TV ermöglichen, wertlos.
Laut den acht Jury-Mitgliedern habe sich NDS zwar wohl der Informatik-Piraterie schuldig gemacht; nur konnte die Rechtmässigkeit der Schadenersatzforderung seitens von Echostar weder entkräftet noch bewiesen werden.
Nun ist Echostar vor Gericht unterlegen. Statt einem Schadenersatz von einer Milliarde Dollar, wie ihn Echostar forderte, erhält die TV-Kette nur 2000 Dollar Entschädigung.
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