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Nein zu billigen Erntehelfern aus Osteuropa

Es sollen keine polnischen Erntehelfer zu Niedrigstllöhnen angestellt werden. Keystone Archive

Bern ist nicht bereit, der Landwirtschaft die Rekrutierung von billigen Landarbeitern aus Polen und Tschechien zu erlauben. Eine Aufweichung des Gesetzes, wonach keine unqualifizierten Arbeitskräfte ausserhalb der EU mehr angestellt werden sollen, komme nicht in Frage. Der Bauernverband protestiert: Erntehelfer aus EU-Staaten seien zu teuer.

In seiner Antwort auf eine Dringliche Interpellation von Ständerat Jean-Claude Cornu (FDP/FR) führte der Bundesrat Glaubwürdigkeits-Gründe an. Er weigere sich, von seiner Ausländerpolitik abzuweichen, laut der ausserhalb der EU nur gut und hoch qualifizierte Arbeitskräfte angeworben werden dürfen.

Damit bestätigte die Landesregierung ihren Entscheid vom Frühjahr zu einer Motion von Nationalrat Jacques Fattebert. Gegen den Waadtländer SVP-Politiker, Landwirt und Tabakpflanzer läuft eine Strafuntersuchung, weil er erklärtermassen polnische Landarbeiter schwarz beschäftigt hat.

Illegalität und ziviler Ungehorsam

In seiner Dringlichen Interpellation hatte Jean-Claude Cornu den saisonabhängigen Arbeitskräfte-Mangel bei der Weinlese, der Tabak-,Obst- und Gemüse-Ernte sowie in der Alpwirtschaft beklagt. Wenn vorab polnische Landarbeiter nicht für zwei bis vier Monate zugelassen würden, blühe nur die Schwarz- oder Grauarbeit auf.

Verständnis für die Bauernnöte

Der Bundesrat bekundet ein gewisses Verständnis für die Nöte der Landwirtschaft. Doch durch eine rechtzeitige professionelle Rekrutierung wären portugiesische Saison- und Erntehilfekräfte durchaus zu gewinnen gewesen, betont er in seiner Antwort. Dies selbstverständlich zu fairen Lohn- und Arbeitsbedingungen.

Beschämend für die Schweiz

Es sei beschämend für die Schweiz, dass in der Schweizer Landwirtschaft immer noch Leute zu Billigstlöhnen bei überlangen Arbeitszeiten arbeiten müssten, sagte Justiz- und Polizeiministerin Ruth Metzler .

Mühe habe sie auch damit, dass Parlamentarier dazu aufriefen, illegale Arbeitskräfte anzustellen, und dass kantonale Regierungs-Vertreter dies tolerierten oder sogar akzeptierten.

swissinfo und Agenturen

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