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Sabena will mehr Geld von Swissair

Sabena verlangtg von Swissair und vom belgischen Staat weitere Finanzmittel für Rettungsplan. Keystone Archive

Die krisengeschüttelte belgische Fluggesellschaft Sabena will vom belgischen Staat und von der Swissair Group für einen Rettungsplan erneut mehr Geld. Zusätzlich seien Kostensenkungen nötig, gab der Sabena-Verwaltungsrat am Montagabend (18.06.) in Brüssel bekannt.

Die Finanzierung einer neuen Strategie sei ohne zusätzliche Geldmittel und eine weitere Reduktion der laufenden Kosten unmöglich, teilte der Sabena-Verwaltungsrat mit. Der Verwaltungsrat habe deshalb entschieden, mit der belgischen Regierung und der Schweizer Luftverkehrsholding Swissair Group Gespräche zur Finanzierung der neuen Strategie aufzunehmen.

Zudem sei das Sabena-Management angewiesen worden, Massnahmen zur Produktivitäts-Steigerung und zur Kostenreduktion zu entwickeln. Dies sei für das Überleben der Sabena unbedingt notwendig. Weitere Details über den Rettungsplan werden laut Mitteilung bis zur Zustimmung der Hauptaktionäre zur erneuten finanziellen Unterstützung der Sabena nicht bekannt gegeben.

Swissair nimmt Sabena-Plan zur Kenntnis

Die selber in der Finanzklemme steckende Swissair Group ist zu 49,5 Prozent an der Sabena beteiligt. 50,5 Prozent hält der belgische Staat.

Swissair-Group-Sprecher Jean-Claude Donzel sagte am auf Anfrage, der Verwaltungsrat der Schweizer Luftverkehrsholdung habe den so genannten Business Plan der Sabena zur Kenntnis genommen. Mit dem Aktionärspartner, also der belgischen Regierung, werde dieser Plan nun diskutiert werden müssen. Weitere Aussagen seien vorerst nicht möglich, sagte Donzel.

Die Swissair Group, die für letztes Jahr einen Reinverlust von nahezu 3 Mrd. Franken auswies, hatte bereits im vergangenen Februar zusammen mit dem Staat Belgien einer Rekapitalisierung der Sabena zugestimmt und dabei 230 Mio. Franken eingeschossen.

Flugzeug-Bestellungen aufgeschoben

Früher am Montag hatte Sabena-Sprecher Wilfried Remans bestätigt, dass mit dem Flugzeughersteller Airbus Industries über die Kündigung oder den Aufschub von Flugzeug-Bestellungen verhandelt werde. Die finanzielle Situation der Sabena lasse die Übernahme der 19 Maschinen nicht zu.

Sabena hatte 1997 im Rahmen einer mittlerweile gescheiterten Expansions-Strategie 34 neue Airbus-Maschinen des Typs A319 und A320 bestellt, welche die alten Boeing 737 ersetzen sollten. Davon wurden bisher 15 Stück geliefert.

Swissinfo und Agenturen

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