Schweizer Wirtschaft auf Kurs
Die Schweizer Wirtschaft ist auf robustem Wachstums-Kurs. Nach Erwartung der KOF wird die Schweizer Wirtschaft in den nächsten beiden Jahren trotz weltweit schlechterer Wirtschaftslage weiter wachsen. Auch die Handelsbilanz zeigt sich in ihrer alten Form.
Die Experten der Konjunktur-Forschungsstelle der ETH Zürich (KOF) veröffentlichten am Donnerstag (26.04.) ihre Prognosen für die nächsten zwei Jahre. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) soll im laufenden Jahr um 2,1 % und im Jahr darauf um 1,6% steigen. Nach dem Zehn-Jahres-Hoch im letzten Jahr schwenke die Wirtschaft damit auf einen soliden Wachstumspfad ein, erklärte die KOF.
Lohnzunahme kurbelt Privatkonsum an
Das Wachstum ist vor allem auf eine robuste Inland-Konjunktur zurückzuführen. Der private Konsum, die wichtigste BIP-Komponente, dürfte in dieser Zeit um 1,9% beziehungsweise 1,6% wachsen. Im letzten Jahr lag das Wachstum bei 2%. Dass die Haushalte mehr ausgeben werden, liegt laut den Experten an realen Lohnzunahmen von 1,3% respektive 0,8%.
Chemie als Export-Bolzer
Beim Export werden nach 8% im letzen Jahr noch Zunahmen von 4,1% und 3,4% erwartet. Ein ungebrochenes Exportwachstum vermeldet auch das eidgenössische Finanzdepartement (EFD): Die neueste Handelsbilanz, die am selben Tag wie die KOF-Prognose veröffentlicht wurde, weist einen Überschuss von 383 Mio. Franken aus. Die Ausfuhren hätten nach einer Schwäche im End-Quartal des letzten Jahres wieder zur alten Form zurückgefunden.
Den stärksten Zuwachs verzeichnete die Chemieindustrie: Alle Segmente legten zwischen 18% und 22% zu. Ebenfalls im zweistelligen Bereich lag das Wachstum von Uhren und Präzisionsinstrumenten.
Arbeitslosenquote weltweit am tiefsten
Auf dem Arbeitsmarkt sagen die KOF-Experten einen weiteren Rückgang der Arbeitslosenquote voraus. Sie sollte nach 2,0% im letzten Jahr weiter sinken auf 1,5% und 1,3%. Damit läge sie weltweit am tiefsten.
Die durchschnittliche Jahresteuerung soll über die nächsten zwei Jahre auf 1,0% fallen. Begründet wird dies mit der sinkenden Kapazitätsauslastung, dem Ausbleiben einer Lohn-/Preisspirale sowie tieferen Rohölpreisen.
Bundesobligationen-Rendite um die 3,5%
Zuversicht verbreitet die KOF auch bei den Zinsen: Die Durchschnittsrendite der Bundesobligationen sollte nach 3,9% im letzten Jahr auf 3,4% im nächsten Jahr sinken um dann wieder auf 3,6% anziehen.
An der Währungsfront rechnen die ETH-Forscher mit einer Aufwertung des Frankens um 4,4% und 5,0%. Vor allem im Vergleich zum Dollar werde der Franken deutlich zulegen.
swissinfo und Agenturen
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