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Von tiefschwarz bis dunkelrot

Der Kanton Waadt - hier mit der Hauptstadt Lausanne - steht schweizweit am schlechtesten da. Keystone Archive

Die Kantons-Finanzen entwickeln sich weiter günstig. Die Rechnungen 2000 vieler Kantone schliessen besser ab als budgetiert: Von 22 Kantonen, die ein Defizit veranschlagten, liegen nur sieben tatsächlich im Minus, 15 Stände schreiben schwarze Zahlen.

In sechs der sieben Kantone, in welchen ein Defizit erwirtschaftet wurde, ist dieses kleiner als budgetiert. Nur die Rechnung des Kantons Waadt fiel schlechter aus: Das mit 383 Mio. schweizweit grösste budgetierte Defizit wurde noch um 35,4 Mio. überschritten und beträgt 418,4 Mio. Franken.

Der Kanton Genf hatte mit 276 Millionen das zweitgrösste Defizit budgetiert. Er weist nun aber einen Überschuss von 21,3 Mio. Fr. aus – eine Saldoverbesserung von über 297 Mio. Franken. Allerdings wird die Genfer Staatsrechnung durch 2,7 Mrd. Fr. Rückstellungen im Rahmen der Sanierung der Genfer Kantonalbank massiv belastet.

Sprung nach vorn

Den grössten Sprung von den vorausgesagten roten in die tatsächlich schwarzen Zahlen machte Zürich: Statt 173 Mio. Defizit machte der Kanton 342 Mio. Überschuss – ein Plus von 515 Mio. Franken.

Im Kanton Bern beläuft sich die Saldoverbesserung auf 382,1 Mio. Franken, in Basel-Stadt auf 277 Mio. und im Tessin auf 236 Mio. Franken. Auch in diesen drei Kantonen wurde mit einem Defizit gerechnet.

Positive Überraschungen gab es auch in den vier Kantonen, die mit schwarzen Zahlen rechneten: Appenzell-Ausserrhoden kommt auf 9 statt 2 Mio. Überschuss, Glarus auf 0,28 statt 0,05 Millionen. Deutlich zulegen konnten die Steueroasen Schwyz (84,9 statt 10,5) und Zug (31,3 statt 4,4 Mio. Fr.).

Dank Wirtschaftsaufschwung

Insgesamt schrieben 19 Kantone schwarze Zahlen, 7 Stände blieben im Minus. Als Hauptgrund für die «klare Verbesserung» der Kantonsfinanzen nennt Alfred Rey, Sekretär der Fachgruppe für kantonale Finanzfragen, den wirtschaftlichen Aufschwung: Die Unternehmen lieferten mehr Steuern ab. Daneben würden auch die Sparmassnahmen in den Kantonen greifen.

Rey warnt aber davor, in Euphorie zu verfallen. Die Ausgabendisziplin müsse gewahrt werden und es dürften nun keine Geschenke gemacht werden, weder tiefere Steuern noch höhere Löhne oder ein Ausbau der Staatstätigkeit. Prioriät müsse der Abbau des Schuldenbergs haben, der ein «alarmierendes Niveau» erreicht habe.

swissinfo und Agenturen

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