Weiterhin Aufwärtstrend im Schweizer Baugewerbe
Das Schweizer Baugewerbe hat im letzten Jahr vom konjunkturellen Aufschwung profitiert. Die Branche verzeichnete das beste Ergebnis seit 1994.
Im Schweizer Baugewerbe geht es immer noch aufwärts. Letztes Jahr wurden im Tiefbau dank Neat und Bahn 2000 15% mehr Investitionen getätigt. Die Wohnbautätigkeit verharrte dagegen praktisch auf Vorjahresniveau, wie das Bundesamt für Statistik in Neuenburg (BFS) am Montag (11.06) mitteilte.
Die gesamten Bauausgaben beliefen sich im letzten Jahr gemäss provisorischen Resultaten des BFS auf knapp 42 Mrd. Franken, 1,4
Mrd. Franken oder 3,6% mehr als im Vorjahr. Unter Berücksichtigung einer geschätzten Bauteuerung von 3,8% dürfte sich real praktisch eine Stagnation der Bauausgaben ergeben. Dennoch verzeichnete das Baugewerbe damit das beste Ergebnis seit 1994.
Aufschwung dürfte sich fortsetzen
Diese Entwicklung dürfte sich – wenn auch weniger ausgeprägt – im Jahr 2001 fortsetzen. Gemäss provisorischen Angaben ist für das laufende Jahr mit einer Zunahme der Bauvorhaben um nominal rund 2% zu rechnen.
Mässige Zunahme im Hochbau
Der Hochbau registrierte letztes Jahr im Vergleich zu 1999 eine mässige Zunahme um 1%. Bauten mit industriellem oder kommerziellem Charakter konnten vom wirtschaftlichen Aufschwung sowie der Zunahme der Unternehmens-Investitionen mehr profitieren, während die Wohnbautätigkeit weiterhin durch den grossen Leerwohnungs-Bestand gebremst wird und deshalb praktisch auf Vorjahresniveau verharrte.
Bei den öffentlichen Auftraggebern war ein deutlicher Rückgang der Bauinvestitionen um minus 8% zu beobachten.
Tiefbau profitiert von Neat und Bahn 2000
Im Tiefbau stiegen die Investitionen im Berichtsjahr nominal um 1,1 Mrd. Franken oder 15% an. Dieses positive Ergebnis ist laut BFS insbesondere auf die umfangreichen öffentlichen Infrastrukturprojekte Neat und Bahn 2000 zurückzuführen.
Die Investitionen der öffentlichen Auftraggeber nahmen im Transportwesen und im Telekommunikations-Bereich innerhalb eines Jahres um rund einen Fünftel zu. Einzig die Gemeinden bauten ihre Investitionen im Tiefbau um 1,2% ab. Dagegen weiteten Bund und Kantone ihre entsprechenden Investitionen um drei respektive 27% aus.
Für das Jahr 2001 ist laut BFS mit einer Abschwächung der Investitionen im Tiefbau zu rechnen. Doch dürfte der Gesamtstand höher zu liegen kommen als Ende der 90er-Jahre.
Die Investitionen für den Neubau stiegen insbesondere auf Grund der günstigen Konjunkturlage nominal um rund 6%, während bei den Umbauten ein Investitionsabbau um rund 1% zu beobachten war. Für das laufende Jahr ist bei den Neubauten lediglich mit einem Anstieg um rund 1% zu rechnen. Dagegen dürfte bei den Umbauten eine Erholung um plus vier Prozent zu verzeichnen sein.
swissinfo und Agenturen
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