Alpine Tourismus-Infrastrukturen wieder intakt
Die Lage in den Fremdenverkehrs-Orten der Schweiz hat sich nach dem Hochwasser grösstenteils wieder normalisiert. Die Aufräumarbeiten werden fortgesetzt.
Die Pegelstände von Brienzer- und Bielersee sanken unter die Hochwassergrenze. Der Thunersee steht kurz davor.
Eine Woche nach Beginn des grossen Unwetters ist am Montag in den Schweizer Hochwasser-Gebieten die Behebung der Schäden weiter voran gekommen.
Die Pegel des Brienzer- und des Bielersees sanken unter die Hochwassergrenze. Auf dem Thunersee soll am Mittwoch der Schiffsbetrieb wieder aufgenommen werden.
Derweil unterschritt auch in Bern die Aare die Schadensgrenze. In der Matte konnten die Bewohner in ihre Häuser zurück. Die Schäden seien immens, sagte Gemeinderätin Barbara Hayoz.
Zuviel Fallholz in den Wäldern
Schuldzuweisungen, die Matte sei zu spät alarmiert worden, wiesen die Behörden zurück. Das Hochwasser habe mit seiner Wucht und Geschwindigkeit selbst Experten überrascht und sei auf Grund des 1999-er Ereignisses nicht vorhersehbar gewesen.
Es müsse nun ein Vorwarnsystem gefunden werden, um grösstmögliche Schäden abzuwenden. Eine zentrale Frage betrifft dabei auch den künftigen Umgang mit dem Schwemmholz, etwa mit längeren Schwemmholzsperren auf den Seen, wie Ernst Hunziker vom Wasserwirtschaftsamt Bern sagte.
Der Verband Schweizer Forstpersonal (VSF) warf dem Bund vor, dass er sich nach dem Sturm «Lothar» aus der Mitverantwortung bei der Waldpflege abgemeldet habe. Seither lägen in Schweizer Wäldern grosse Mengen Fallholz. Dies habe sich nun teuer gerächt, indem dieses Holz in die Gewässer gespült wurde.
Touristenorte wieder mit Normalsituation
«Unsere Tourismusorte brauchen Touristen, um die Spätsommer- und Herbstsaison zu retten», unterstreicht Oliver Kerstholt von Schweiz Tourismus gegenüber swissinfo. «Dem sollte eigentlich nichts im Weg stehen, denn in den meisten Orten ist die Normalsituation wieder hergestellt.»
Auch die allermeisten Bahnverbindungen und der Ausflugsverkehr auf den Seen funktionieren wieder.
Notstrasse nach Engelberg im Bau
Die A2-Gotthard-Autobahn durch den Kanton Uri blieb am Montag für den Lastwagen-Transitverkehr weiter gesperrt. Der Schwerverkehr Richtung Süden wurde in den Stauräumen angehalten. Am Dienstag sollten die Lastwagen aber wieder ungehindert rollen können.
Auch im Kanton Obwalden gingen die Wasserpegel zurück. In Engelberg war der Bau der Notstrasse im Gang. Die Luftbrücke soll noch bis am kommenden Sonntag aufrechterhalten bleiben.
Luzerner Krisenstab arbeitet nicht mehr
In der Stadt Luzern stellte der Krisenstab seine Arbeit am Montag ein.
Der Pegel des Vierwaldstättersees lag bei 434,70 Metern, rund einen halben Meter tiefer als beim Höchststand vom Mittwoch. Fast alle Verkehrswege in der Stadt Luzern sind wieder offen, vor allem die Seebrücke sowie der A2-Anschluss Luzern-Zentrum.
swissinfo und Agenturen
Die Glückskette führt am 31. August einen nationalen Sammeltag für die Hochwasser-Opfer durch.
Von sechs Uhr morgens bis Mitternacht können telefonisch Spenden angemeldet werden.
Das Sammelkonto der Glückskette trägt die Nummer 10-15000-6, Vermerk: «Unwetter Schweiz».
Online-Spenden übers Internet: www.glueckskette.ch
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