Schweizer Arbeitsmarkt stagniert
Der Manpower-Arbeitsmarkt-Barometer zeigt eine allmähliche Besserung für alle umfassten 23 Länder an, ausser in der Schweiz.
85% der Befragten glauben an keine Veränderung, was die Einstellung von Personal in Schweizer Firmen für das 3. Quartal 2005 betrifft.
Der Personal-Dienstleister Manpower lässt über 45’000 private und öffentliche Arbeitgeber in 23 Ländern zu ihren Personalplänen befragen, misst ihre Erwartungshaltung und berechnet daraus den Arbeitsmarkt-Barometer. Für die USA und Kanada existiert er seit über vierzig Jahren.
Seit 1962 lautet die Frage, die den Arbeitgebern gestellt wird: «Wie schätzen Sie die Beschäftigungslage an Ihrem Unternehmens-Standort bis Ende September 2005 im Vergleich zum jetzigen Quartal ein?»
In der jüngsten Umfrage sei dabei in allen Ländern ausser der Schweiz der Ausblick positiv ausgefallen, heisst es im vierteljährlichen Arbeitsmarkt-Barometer, der am Dienstag veröffentlicht wurde.
Über 800 Arbeitgeber in der Schweiz befragt
In der Schweiz wurde diese Umfrage zum ersten Mal durchgeführt. Für das 3. Quartal 2005 nahm eine repräsentative Anzahl von 809 Arbeitgebern an der Umfrage teil. Die Ergebnisse der Studie spiegeln die aktuelle Arbeitsmarktlage mit einer stabilen Beschäftigungslage.
6% der Schweizer Befragten äusserten eine positive, 6% eine negative Einschätzung, 85% sahen keine Veränderung, wie Charles Bélaz, Generaldirektor von Manpower (Schweiz), am Dienstag an einer Medienkonferenz in Zürich ausführte. Im internationalen Vergleich sind die Schweizer damit am zurückhaltendsten.
Regional zeigen Zürich und die Ostschweiz das grösste Minus auf, während das Tessin und die Zentralschweiz eine (saisonale) Verbesserung für das Sommerquartal erwarten.
Sektoriell befinden sich Banken/Versicherungen, Landwirtschaft, Verkehr und Nachrichtenwesen im Plus, während das Baugewerbe, Service public und Sozialwesen ins Minus zeigen.
Während die Gesamtprognose für das 3. Quartal für die Schweiz somit 0 beträgt, sieht es in Europa durchwegs besser aus. Belgien +8%, Deutschland +4%, Italien +3%, Österreich +5%.
Deutschland: Erstmals besser
Gerade Deutschland weist für das 3. Quartal 2005 das erste Mal erstmals seit Beginn der Erhebungen bei über 1000 Arbeitgebern eine positive Einschätzung aus. Der Wirtschafts- und Konjunkturverlauf von Deutschland ist für den Verlauf in der Schweiz von grösster Bedeutung.
Für die Regionen Amerika und Asien/Pazifik sind die Zuwächse durchwegs zweistellig.
«Diese Zahlen sind sicher noch kein Grund, in Euphorie auszubrechen», sagte Manpower-Geschäftsführer Thomas Reitz für Deutschland. «Ich hoffe aber, dass dies dabei hilft, die vorherrschende trübe Stimmung etwas aufzuhellen.»
Dabei lieferten im nördlichen Nachbarland sieben der neun erfassten Branchen einen positiven Ausblick, vor allem die krisengeschüttelte Bauwirtschaft. Insgesamt gaben in der Umfrage 9% der Unternehmen an, mehr Personal einstellen zu wollen, nur noch 5% planten einen Stellenabbau. Alle anderen gingen von einer unveränderten Mitarbeiterzahl aus.
Daraus ergab sich für das Arbeitsmarkt-Barometer für das dritte Quartal ein Wert von 4 Punkten. Schon für das zweite Quartal des laufenden Jahres hatte sich der deutsche Indikator von minus 6 auf minus 1 Punkte verbessert.
swissinfo und Agenturen
Die Manpower-Umfrage über die Perspektiven der Personalpolitik wird quartalsmässig und in 23 Ländern durchgeführt.
Erstmals wurden auch 809 Unternehmen in der Schweiz befragt, für die Aussichten im 3. Quartal.
Davon glaubten nur 6% an eine Zunahme der Einstellungen. Gleichviel rechneten mit einer Abnahme. 85% sahen keine Veränderung.
Manpower gehört zu den Grössten der Welt im Bereich der Personal-Dienstleistungen (Fest- und Temporärstellen).
Der Hauptsitz weltweit ist in Milwaukee Wisc. Er wurde 1948 gegründet. Bereits 1960 erfolgte in Genf die Gründung von Manpower Schweiz.
Das Unternehmen ist in 68 Ländern vertreten, und verfügt über ein Netz von 4300 Filialen, womit rund 400’000 Unternehmen bedient werden.
Manpower Schweiz hat 51 Filialen, 16’000 Mitarbeitende und mehr als 6000 Unternehmen in allen Wirtschaftsbereichen.
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