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Schweizer bieten drohender Rita die Stirn

Die Ruhe vor dem Sturm: Donnerstag in Houston. Keystone

Die meisten Schweizer in Texas wollen ihr Heim trotz des sich nähernden Hurrikans nicht verlassen. Er soll am Samstag früh die US-Golfküste erreichen.

Über 2 Millionen Menschen wurden zur Evakuierung aufgerufen. Der Sturm soll ebenso stark sein wie Hurrikan Katrina, der vor einem Monat New Orleans völlig zerstört hatte.

Präsident George W. Bush hat für die US-Bundesstaaten Texas und Louisiana bereits den Notstand ausgerufen.

Nach Berechnungen der Meteorologen wird der Hurrikan Rita am Samstagmorgen (Ortszeit) auf die texanische Küste südwestlich von Galveston, nahe der Metropole Houston, prallen und mit einer bis zu sechs Meter hohen Sturmflut, Regen und Wind darüber hinwegdonnern. In Galveston waren im Jahr 1900 Tausende Menschen in einem Hurrikan umgekommen.

Im grösseren Umkreis von Houston und in der Stadt selbst lebten rund 500 Schweizer, sagt Marie-Theres Odermatt gegenüber swissinfo. Einige von ihnen hätten ihre Häuser bereits verlassen, die meisten aber seien geblieben.

«Es bleibt uns nicht viel anderes übrig. Die Strassen, die aus der Stadt führen, sind völlig verstopft», so die Präsidentin des Schweizerisch-Amerikanischen Vereins in Houston weiter. Bis zum Flughafen bräuchte man vier bis fünf Stunden.

«Viele von uns haben Häuser in Galveston, und die werden verloren sein, das ist sicher. Der Hurrikan wird direkt auf die Küste von Galveston prallen.»

Unwirklich

Odermatt, die in Houston ein eigenes Reisebüro hat, sagt, sie stehe in ständigem Kontakt mit Auslandschweizern in Texas.

«Das Ganze ist völlig unwirklich. Ich kann nicht fassen, dass es so kurz nach dem Hurrikan Katrina wieder geschehen soll.» Einige Schweizer in Houston hätten vor drei Wochen Flüchtlinge aus New Orleans bei sich aufgenommen.

Auf dem Anrufbeantworter des Schweizer Konsulats in Houston, informiert Interims-Konsul Jürg Bono, dass Schweizer ihn für Unterstützung im Zusammenhang mit dem sich nähernden Hurrikan direkt kontaktieren könnten.

Wie das Aussenministerium in Bern auf seiner Web-Site mitteilt, bleibt das Konsulat wegen Rita bis Freitag geschlossen. Es wurde ein Notfalltelefon eingerichtet.

Vorübergehend geschlossen

Im Vorfeld des jüngsten Hurrikans folgte der Schweizer Chemiekonzern Syngenta anderen Unternehmen und kündigte an, er werde seine Produktion in Texas vorübergehend einstellen.

Die Fabriken blieben bis Sonntag geschlossen, sagte ein Syngenta-Sprecher. Die 250 Angestellten seien bereits evakuiert worden.

In der Zwischenzeit mussten die Bundesstaaten an der Golfküste die Zahl der Todesopfer nach dem Hurrikan Katrina vor vier Wochen auf über 1000 nach oben korrigieren.

Allein in Louisiana stieg sie auf annähernd 800, nachdem die zurückweichenden Fluten in New Orleans noch zahlreiche Leichen zu Tage gefördert hatten.

swissinfo, Ramsey Zarifeh
(Übertragung aus dem Englischen: Nicole Aeby)

Vor fast genau 105 Jahren wurde Galveston zum Schauplatz von einer der grössten Naturkatastrophe in der Geschichte der USA.

Die Hafenstadt wurde durch einen Hurrikan der Stärke 4 völlig zerstört. Über 8000 Menschen kamen um.

Nach offiziellen Angaben forderte der Hurrikan Katrina, der vor vier Wochen auf die US-Glofküste geprallt war, über 1000 Tote.

In Texas und Louisiana wurden nahezu 2 Millionen Menschen zur Evakuation aufgefordert, darunter auch die Bewohner von New Orleans.

Texas wird vom Wirbelsturm voraussichtlich Texas am stärksten betroffen sein.

Am Freitag wollte sich Präsident George W. Bush dort selbst ein Bild über die Vorbereitungsarbeiten für den Hurrikan Rita verschaffen.

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