Schweizer Touristen warten auf Rückflug
Nach dem Hurrikan Wilma sitzen über 300 Touristen aus der Schweiz in Mexiko fest. Sie können frühestens am Montag zurückgeflogen werden.
Die Schweizer Reiseveranstalter teilten am Sonntag mit, ihre Kunden befänden sich in Sicherheit und seien nicht zu Schaden gekommen.
Der verheerende Wirbelsturm war am Samstag mit sintflutartigen Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro Stunde über die mexikanische Halbinsel Yucatán gefegt. Mindestens 8 Menschen wurden dabei getötet.
Das Ausmass der Zerstörungen ist noch nicht klar. Der beliebte Urlaubsort Cancún stand meterhoch unter Wasser, einige Hotels waren bis in den dritten Stock hinein überflutet.
In Playa del Carmen wurden mehr als tausend Häuser stark beschädigt. Stromversorgung und Telefonnetz brachen zusammen.
Die Zerstörungen sind nach Ansicht der Fachleute vor allem darauf zurückzuführen, dass Wilma sich so langsam fortbewegte und seine zerstörerische Kraft auf eine Region konzentriert.
Bereit für Rückflüge
Den 314 Personen aus der Schweiz, die mit den drei grossen Reiseveranstaltern Hotelplan, Kuoni und TUI auf Yukatán Ferien machen gehe es gut, teilten die Reisebüros mit.
Die Maschinen für die Rückführung ihrer insgesamt 219 Gäste stünden bereit und könnten am Montag nach Mexiko fliegen, sagten Sprecher von Kuoni und Hotelplan. Allerdings sei der Flughafen von Cancún bis auf weiteres geschlossen.
Kuoni rät weiterhin von Reisen auf die mexikanische Halbinsel ab. Das Unternehmen richtete für die Kunden, die in den kommenden Tagen nach Mexiko reisen wollten, eine telefonische Hotline ein.
Sie könnten ihre Reisen kostenlos umbuchen oder annullieren, gab Kuoni am Sonntagabend bekannt. Dasselbe gelte auch für Florida-Reisende.
Kurs auf Kuba
Erst am Samstagabend liess Wilma von der mexikanischen Halbinsel ab und zog mit einer Geschwindigkeit von nur sechs Stundenkilometern in Richtung Nordosten über den Golf von Mexiko.
Experten der US-Hurrikanzentrale NHC rechneten jedoch damit, dass der Hurrikan über dem Meer wieder an Stärke und auch an Geschwindigkeit zunehmen könnte.
Auf Kuba löste Wilma bereits vor der Ankunft mehrere Tornados aus. Die Regierung setzte die Evakuierung im Westen des Landes fort; eine halbe Million Menschen sollte in Sicherheit gebracht werden.
Alpha im Anzug
Florida begann am Samstag mit Zwangsevakuierungen. Gouverneur Jeb Bush rief den Notstand aus. Nach Angaben der Hurrikanzentrale sind die Inselgruppe Florida Keys, der Südwesten und möglicherweise auch das Zentrum von Florida vom Sturm bedroht.
Unterdessen baute sich südlich der Dominikanischen Republik bereits ein neuer Tropensturm auf. Alpha ist der 22. Sturm der Saison 2005 und bricht damit den bisherigen Rekord seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 100 Jahren.
swissinfo und Agenturen
Wilma ist der 21. Wirbelsturm der Hurrikan-Saison 2005.
So viele Stürme gab es zum letzten Mal im Jahr 1969.
Am Sonntag zog der Sturm von der mexikanischen Halbinsel Yukatán ab und nahm Kurs auf Kuba und Florida.
Im Kontakt mit dem warmen Wasser des Golfes von Mexiko könnte er wieder an Stärke gewinnen.
In Kuba und Florida wurden hunderttausende Menschen evakuiert.
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