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Trauer und Hoffnung prägen den Jahreswechsel

Die Schweizer Bevölkerung fühlt mit den Opfern der Flutwelle in Südasien. Keystone

Bundespräsident Samuel Schmid hat in seiner Neujahrsansprache der Schweizer Bevölkerung für ihre Solidarität mit den Opfern des Seebebens in Asien gedankt.

Er rief zu Zuversicht und Selbstvertrauen auf – Verunsicherung und Angst seien schlechte Begleiter.

Die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten und Ministers für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, Samuel Schmid, stand dieses Jahr im Zeichen der Flutkatastrophe in Südasien.

Die UNO befürchtet, dass der Flutwelle, die dem Seebeben vom 26. Dezember vor der Küste Sumatras folgte, mindestens 150’000 Menschen zum Opfer fielen. Rund 5 Millionen Menschen haben ihr Heim verloren.

Die Schweiz sei zu langfristiger Hilfe aufgerufen. Die Flutkatastrophe in Asien übersteige mit ihren Ausmassen das Vorstellungsvermögen. Sie bringe in sehr viele Schweizer Familien Trauer, sagte Schmid.

«Halten wir inne, um in Gedanken bei allen Betroffenen dieses grossen, grossen Unglücks zu sein», so der Bundespräsident. Er dankte der Bevölkerung, die sich «wie immer in Zeiten der Not grosszügig und solidarisch» zeige.

Seine Gedanken seien bei den Kranken und jenen auf der Schattenseite der Gesellschaft. «Vergessen wir nie, was in der Verfassung steht: Die Stärke des einen misst sich am Umgang mit der Schwäche des anderen.»

Leistung wieder positiv sehen

Alle sehnten sich nach Sicherheit, der rasche Wandel verunsichere aber viele. Die Verschuldung nehme dem Gemeinwesen den Spielraum, die Sorge um die Arbeitsplätze bedrücke. «Nur: Verunsicherung und Angst sind schlechte Begleiter.»

Im Blick auf die kommenden Generationen müssten die Sozialwerke gesichert werden. Dazu müsse «Leistung» als Begriff wieder positiv tönen. Die Wirtschaft müsste zur Sicherung des Wohlstandes wachsen, sie tue das aber nicht. Das zwinge zu Bescheidenheit und Mässigung. Und Mässigung verlange nach Konsens.

Konsens – im Interesse aller

«Die Bereitschaft, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, ist kein Mangel an Rückgrat», sagte Schmid. Sie sei das Gegenteil von Fanatismus und Ideologie. Er hoffe, dass die Politik dafür die Kraft aufbringe – im Interesse aller.

Die Schweiz brauche die Herausforderungen nicht zu scheuen. Sie habe aussenpolitisch einen eigenständigen Weg gewählt, isoliere sich aber nicht. Sie sei wirtschaftlich weltweit verflochten.

Zu den Bilateralen II werde das Volk 2005 an die Urne gerufen. Dabei passe nicht alles Ausgehandelte allen. Aber das Gesamtpaket sei ausgewogen und nütze der Schweiz. Er erhoffe sich einen Abstimmungskampf in «echter eidgenössischer Tradition: «Engagiert, aber mit Respekt vor Andersdenkenden.»

«Es glücklechs nöis Johr»

Die Schweizerfahne sei ihm ein Symbol eines «christlichen Landes, das Werte hoch hält wie Freiheit und Neutralität, direkte Demokratie und Toleranz, Sprachfrieden und Religionsfreiheit, den Schutz der Schwachen und Minderheiten».

Diese Werte hätten alle Bewohner des Landes zu respektieren. Zum Schluss seiner Ansprache wünschte der Bundespräsident in bernischem Dialekt «es glücklechs nöis Johr».

swissinfo und Agenturen

Die Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey ist am Samstag nach Thailand gereist. Sie wird unter anderem in den Botschaften vor Ort abklären, ob zusätzliche Ressourcen benötigt werden und ob die Krisenorganisation ordnungsgemäss funktioniert.

Die Hotline des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), die Verwandten von Südostasien-Reisenden Auskunft gibt:
+41 31 325 33 33.

Das Sammelkonto der «Glückskette» lautet: 10-15000-6 (Vermerk «Seebeben Asien»).

Der Bundespräsident für das Jahr 2005, Bundesrat Samuel Schmid, dankt den Schweizerinnen und Schweizern für ihre Solidarität mit den Opfern der Flutwelle, welche am 26. Dezember Südasiens Küsten heimsuchte.

Schmid, Vorsteher des Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, rief die Bevölkerung dazu auf, inne zu halten, um den tragischen Ereignissen zu gedenken.

Er rief die Schweizerinnen und Schweizer aber dazu auf mit Optimismus und Selbstvertrauen in die Zukunft zu blicken.

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