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Umwelt: Der Aufruf der Schweiz wurde gehört

Bundespräsident Moritz Leuenberger (links) und UNEP-Direktor Klaus Töpfer in Dubai. Keystone

Ausser den USA waren die 160 Länder am Globalen Umwelt-Forum von Dubai mit der Schweiz einig: Man muss mehr tun und es besser machen.

Parallel dazu wurde an der Internationalen Chemikalien-Konferenz eine Strategie für den Umgang mit chemischen Präparaten angenommen. Das Sekretariat wird in in Genf sein.

Bundespräsident Moritz Leuenberger hatte das Globale Umweltministerforum in Dubai am Dienstag mit einem Appell für eine weltweit gültige Umweltagenda eröffnet. Er plädierte für präzis formulierte Umweltziele analog zu den Entwicklungszielen der UNO.

Die Ziele sollten diesmal allerdings mit klaren Kriterien und Indikatoren für deren Umsetzung ergänzt werden. Das UNO-Umweltprogramm (UNEP) soll laut dem Willen der Schweiz damit beauftragt werden, die «Globalen Umweltziele» auszuarbeiten.

Präszise Ziele

Die Schweiz will nach dem Abschluss des Forums für ihre Idee einer Liste mit präzisen Umweltzielen werben. Franz Perrez, Chef Globales beim Bundesamt für Umwelt (BAFU), erklärte gegenüber swissinfo, dass Leuenbergers Vorschlag «mit grossem Interesse aufgenommen wurde».

Er fügte hinzu, einige Länder hätten ausgedrückt, dies sei ein «ehrgeiziges Vorhaben». Doch nur die USA hätten klar gesagt, dass sie nicht bereit seien, dieses zu unterstützen.

Laut Perrez wird die Schweiz fortfahren, die Idee weiter zu entwickeln. Sie plant, später in diesem Jahr in Genf eine Konferenz mit den wichtigsten Ländern zu organisieren.

Weiteres Ziel: Einbringung der Idee als Resolution in die UNEP-Versammlung des kommenden Jahres. An der Umweltministerkonferenz wurden keine Beschlüsse gefällt.

Sekretariat in Genf

Gleich vor dem Umweltministerforum fand in Dubai die Internationale Chemikalienkonferenz statt, an der eine globale Strategie verabschiedet wurde. Perrez bezeichnete die Einigung als grossen Erfolg.

Die Chemikalienstrategie regelt, wie die Schäden durch Chemikalien bis im Jahr 2020 reduziert werden können. Die Entwicklungsländer sollen bei der Umsetzung der Strategie mit einem Anschubfonds unterstützt werden, an dem sich die Schweiz mit 3 Mio. Franken beteiligt.

Zum ersten Mal würden Ziele und Massnahmen im Zusammenhang mit Chemikalien unter einem Dach zusammengefasst. Zudem wurde entschieden, ein Sekretariat für die globale Chemikalienstrategie mit Sitz in Genf zu gründen.

Perrez betonte, dass der Sitz des Sekretariats in Genf die Bedeutung der Stadt in der internationalen Chemikalien- und Abfallbeseitigungs-Politik unterstreichen werde, da bereits drei der wichtigsten Schadstoff-Konventionen ihren Sitz in der Rhonestadt haben.

swissinfo und Agenturen

Die 9. Spezial-Session des Globalen Umwelt-Minister-Forums der UNEP fand vom 7. bis 9. Februar in Dubai statt.

Am Forum nahmen 130 Umweltminister teil, vertreten waren insgesamt 160 Länder.

Die Internationale Chemikalienkonferenz fand vom 4. bis 6. Februar ebenfalls in Dubai statt.

Die Internationale Chemikalienkonferenz in Dubai hat eine globale Strategie verabschiedet, wie die Schäden durch Chemikalien bis im Jahr 2020 reduziert werden können.

Das Sekretariat wird in Genf eingerichtet, das bereits die drei wichtigsten internationalen Konventionen für giftige Substanzen beherbergt:

Die Konvention von Rotterdam, regelt den internationalen Handel mit gefährlichen chemischen Gütern.

Das Abkommen von Stockholm regelt den Umgang mit zwölf hartnäckigen organischen Schadstoffen.

Die Konvention von Basel kümmert sich um die Export-Kontrolle und die Vernichtung von Spezialabfällen.

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