Unwetter im Genferseegebiet
Kräftige Gewitter und Winde mit bis zu 160 Stundenkilometern haben am Montagnachmittag vor allem im Genferseegebiet grosse Schäden verursacht.
Von Genf bis ins Wallis zog sich eine Spur der Verwüstung: entwurzelte Bäume, durch Hagel zerfetzte Reben, abgedeckte Dächer und eine unterbrochene Bahnlinie.
Das Gewitter richtete in der Westschweiz schwere Schäden an. Ein Grossteil der Weinernte in der zwischen Lausanne und Montreux liegenden Lavaux wurde vernichtet. Auch in Genf, vor allem am linken Genfersee-Ufer, litten die Weinberge stark unter dem Hagel.
Im Genfersee bei St. Gingolph (VS) und Bouveret (VS) kippte der Sturm laut Polizei mehrere Schiffe. Zudem wurden in der Region Bäume entwurzelt. Einer fiel auf die SBB-Linie zwischen den beiden Ortschaften. Die Zugverbindung fiel aus. MeteoSchweiz mass in Bouveret Windspitzen von 161 Kilometern pro Stunde.
Acht Personen wurden verletzt, drei davon schwer. Es gingen rund 800 Schadensmeldungen in der Höhe von 5 Mio. Franken ein, davon rund 4 Mio. Franken in der Lavaux. Vom Hagel waren rund 200 Hektaren Rebbaugebiet betroffen.
Ungewöhnlich grosse Gewitterzelle
Ein Sprecher von MeteoSchweiz sprach von einer «ungewöhnlich grossen Gewitterzelle», die am späten Montagnachmittag von Genf nordostwärts bis ins Greyerzerland gezogen sei. Dort habe sich die Zelle abgebaut. Der Hagelzug, der die Zelle begleitete, sei sehr breit gewesen.
Etwas weniger heftig waren die Gewitter in der Deutschschweiz. Es gibt keine Berichte über grössere Schäden. Im Berner Oberland stürzten einige Bäume um, und einige Keller wurden überflutet.
In Glarus fielen innerhalb von 10 Minuten 17,5 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Die Windgeschwindigkeiten betrugen hier bis 100 Kilometer pro Stunde.
swissinfo und Agenturen
Windgeschwindigkeit: 161 km/h – gegenüber 133 km/h des Sturmes Lothar vom Dezember 1999
6 Verletzte, davon 3 schwer (aber nicht in Lebensgefahr)
Ein grosser Teil der Reben der Lavaux wurde zerstört.
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