Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Nachdem gestern die Aargauer Kantonspolizei weitere Informationen zur tödlichen Amoktat in Aarau bekannt gegeben hat, steht heute das Waffenrecht in der Schweiz im medialen Fokus. Unter anderem geht es um die Frage, was mit Sturmgewehren geschehen soll, die Privatpersonen seit Jahren zu Hause aufbewahren.
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Die Amoktat an der Rave-Party in Aarau hat eine Debatte über Waffen in der Schweiz ausgelöst. Denn: Das Sturmgewehr, das der Täter benutzt hat, ist nach heutigem Recht eine verbotene Waffe.
Die Tatwaffe, eine Kalaschnikow AK-74, hatte der mutmassliche Täter zusammen mit drei weiteren Pistolen vor rund 20 Jahren legal gekauft. Die Regeln waren damals weniger strikt. Seit der Verschärfung des Waffenrechts vor sieben Jahren sind halbautomatische Waffen wie die AK-74 allerdings verboten. Nur Waffensammlerinnen oder Sportschützen mit einer Ausnahmebewilligung und entsprechenden Nachweisen können sie noch kaufen.
Wer die Waffe nach altem Recht gekauft hat, muss diese registrieren. Nun werden von links Stimmen laut, die schärfere Regeln für solche nach altem Recht bewilligte Waffen fordern. SP-Ständerätin Franziska Roth etwa fordert, halbautomatische Waffen ohne Ausnahmen zu verbieten.
Auf bürgerlicher Seite steht man dem kritischer gegenüber. SVP-Ständerat Werner Salzmann sieht keinen Handlungsbedarf beim Waffenrecht. «Im Fall Aarau hätte das Umfeld des mutmasslichen Täters dessen psychische Probleme erkennen und der Polizei melden müssen, dass er Waffen besitze», sagt er.
Unabhängig von der Amoktat in Aarau mit einer Toten und sechs Verletzten will der Bundesrat das Waffenrecht für Menschen, die als potenziell gefährlich gelten, verschärfen. Das hat Justizminister Beat Jan diesen Frühling angekündigt, damals im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt.
Der Bundesrat hat seine Pläne für die Schweizer Landwirtschaft ab 2030 vorgestellt. Diese soll mehr Spielraum erhalten, gleichzeitig auch nachhaltiger werden. In den Medien herrscht heute die Frage vor, ob die geplanten Massnahmen genügen – besonders im Hinblick auf den diesjährigen Hitzesommer.
Mit der Agrarpolitik 2030 will der Bundesrat verschiedene Versprechen einlösen. Etwa jenes, die Landwirte und Bäuerinnen administrativ zu entlasten. Ein weiteres Versprechen geht an Konsumentinnen und Konsumenten: «Mit dieser Agrarpolitik soll die Ernährungssicherheit der Schweiz durch eine nachhaltige und widerstandsfähige Land- und Ernährungswirtschaft weiter gestärkt werden», sagt Bundespräsident Guy Parmelin.
Mit der Reform sollen die Herausforderungen der Landwirtschaft angegangen werden, sagt Parmelin. «Doch tut sie das wirklich?», fragen zum Beispiel die Zeitungen von CH Media. Laut Linken und Umweltorganisationen kommt der Klimawandel im Agrarpaket zu kurz. Kritik übt auch der Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft, Christian Hofer. «Nach diesem Sommer braucht es ein Debriefing, ob die Massnahmen, die es gibt, genügten», sagt er.
Parmelin betont, im Bereich Klimaschutz und -anpassungen laufe bereits viel. Zudem seien neue Massnahmen geplant, die vor dem Sommer noch nicht vorgesehen waren.
Die Vorschläge gehen bis Anfang Dezember in die Vernehmlassung. Das Parlament wird voraussichtlich erst übernächstes Jahr über die Agrarreform beraten. Daher werden wohl auch die Wahlen im Herbst 2027 Einfluss auf das Endergebnis haben.
Wer über einen Graben in der Schweiz spricht, verweist dabei oft auf den politischen Röstigraben zwischen der Deutsch- und Westschweiz. Zwischen den beiden Sprachregionen öffnet sich allerdings ein weiterer: der Weingraben.
Schweizer:innen konsumieren immer weniger Wein. In den letzten fünf Jahren ist der Konsum hierzulande um fast 20% gesunken – und der Trend deutet weiter nach unten. Dazu kommt, dass in der Schweiz zwar weniger produziert als konsumiert wird, die Weinkeller sind allerdings voll. Der Grund: Von drei in der Schweiz getrunkenen Weinflaschen ist nur eine ein Schweizer Produkt.
Dies bekommen auch die Winzer:innen zu spüren. Viele wissen nicht, ob sie ihre diesjährige Ernte überhaupt loswerden.
Hinzu kommt ein Grabenkampf zwischen Westschweizer Produzent:innen und Deutschschweizer Händler:innen. Letztere bedienen vor allem den Geschmack der Deutschschweiz. «Die Konsumgewohnheiten und Geschmäcker sind unterschiedlich. Der Chasselas überzeugt nicht», sagt Olivier Savoy, Geschäftsführer der Vereinigung Schweizer Weinhandel.
Eine erste Folge zeichnet sich ab: Erstmals haben die Walliser und Genfer Branchenorganisationen darauf verzichtet, einen Richtpreis für die Weinlese festzulegen. Sie haben sich gleich mit Produzenten zusammengeschlossen, um Lobbyarbeit im Bundeshaus zu fördern und die Westschweizer Weine in der Deutschschweiz bekannt zu machen.
Nature oder Paprika? Fans der beliebten Zweifel-Chips müssen jetzt stark sein. Der Hitzesommer hat Auswirkungen auf die Schweizer Kartoffelernte: Noch nie wurden hierzulande so wenig Kartoffeln geerntet wie in diesem Jahr.
Laut der Branchenorganisation Swisspatat beträgt die Gesamternte 20% weniger als in den vorherigen sechs Jahren. Zudem sind viele Kartoffeln deutlich keiner. Immerhin: «Die Qualität ist sehr gut», sagt Swisspatat.
Konkret bedeutet die schlechte Ernte: Die Schweiz kann ihre eigene Kartoffel-Nachfrage bloss zu 70-75% selbst abdecken. Der Rest muss aus dem Ausland importiert werden. Dies hat Auswirkungen auf die Preise. Swisspatat beruhigt aber: Eine grosse Kartoffelkrise mit Mangel in Detailhandel und Industrie drohe nicht.
Für den Schweizer Chips-Hersteller Zweifel, der seine Chips möglichst aus Schweizer Kartoffeln herstellen möchte, könnte die schlechte Ernte allerdings zum Problem werden. Mitte Juni teilte eine Sprecherin bereits mit, dass wegen Ernteausfällen oder Fehlmengen «im langjährigen Mittel rund 10% der benötigten Kartoffeln» importiert werden müssen. Konkret zu diesem Jahr sah das Unternehmen bereits das Risiko, dass es zu wenig Schweizer Kartoffeln geben könnte – woran sich wenig geändert haben dürfte. Zweifel-Chips mit ausländischen Kartoffeln? Den Geschmack sollte dies zumindest nicht beeinflussen.
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