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Bayreuther Festspiele beginnen – Beethoven zum Jubiläum

Keystone-SDA

Mit einem Festakt und Musik von Beethoven feiern die Bayreuther Festspiele ihr Gründungsjubiläum: Vor 150 Jahren veranstaltete der Komponist Richard Wagner (1813-1883) zum ersten Mal sein heute weltbekanntes Opern-Festival. Am Samstag (18.00 Uhr) wird es deshalb zum Festspielauftakt keine Operninszenierung geben. Das Orchester spielt unter der Leitung von Christian Thielemann Beethovens 9. Symphonie.

Warum Beethoven statt Wagner?

(Keystone-SDA) Sie erklang auch zur Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses am 22. Mai 1872 – damals dirigiert von Wagner selbst im Markgräflichen Opernhaus.

Wagners Urenkelin Nike Wagner, langjährige Chefin des Kunstfestes Weimar und des Beethovenfests Bonn, wird den Festvortrag halten.

Merz und Merkel werden erwartet

Traditionell rollt die Stadt Bayreuth zum Festivalstart den roten Teppich für prominente Gäste aus – in diesem Jahr wird erneut Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet. Die frühere Kanzlerin Angela Merkel (CDU), eine Anhängerin von Wagners Werk, hat nach Angaben der Stadt ebenso zugesagt wie Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU).

Ausserdem haben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), die frühere Grünen-Chefin Ricarda Lang und der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Cem Özdemir (Grüne), die Einladung angenommen.

Absolutes Novum: eine «Rienzi»-Premiere

Inhaltlich spannender wird es dann am Sonntag: Dann feiert die erste Neuinszenierung der Saison Premiere. Das Wagner-Frühwerk «Rienzi» wird zum ersten Mal überhaupt im Festspielhaus aufgeführt. Dafür musste eigens die Zustimmung des Stiftungsrates der Festspiele eingeholt werden. Denn eigentlich wollte Komponist Wagner selbst seine 1842 uraufgeführte frühe Oper, die er «Ungethüm» und «Schreihals» nannte, nicht im Festspiel-Repertoire wissen.

Die Entscheidung ist nicht unumstritten. «Rienzi» ist Wagners dritte Oper und war einst sein grösster Erfolg. Sie erzählt von Aufstieg und Fall des römischen Volkstribuns Cola di Rienzo, der die Macht der herrschenden Klasse brechen will – und dann am eigenen Grössenwahn zugrunde geht.

Die Oper soll den jungen Adolf Hitler, der später als Wagner-Fan ein und aus ging in Bayreuth, inspiriert haben, als er sie als Teenager zum ersten Mal in Linz sah. «In jener Stunde begann es…», soll er damals gesagt haben. Die «Rienzi»-Ouvertüre eröffnete stets die Reichsparteitage der NSDAP.

«Rienzi»-Regisseurinnen sehen im Werk ein «Mahnmal»

«Gerade jetzt, da rechtspopulistische und faschistische Tendenzen wieder stärker wahrnehmbar werden, hat dieses Stück eine unheimliche Aktualität gewonnen», sagte die Regisseurin Alexandra Szemerédy, die das Werk nun gemeinsam mit ihrer Kollegin Magdolna Parditka in Bayreuth auf die Bühne bringt. Die beiden sehen in dem Werk ein «Mahnmal».

Vor der Premiere soll es ausserdem eine Gedenkveranstaltung für während des Nationalsozialismus verfolgte jüdische Musiker geben, bei der jüdische Publizist Michel Friedman eine Rede halten soll. Dass die Veranstaltung zwischenzeitlich abgesagt wurde, hatte für Schlagzeilen gesorgt. Nach heftiger Kritik wurde sie für das Eröffnungswochenende der Jubiläumsfestspiele wieder eingeplant.

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