Berner Notrufzentrale Medphone vor dem Aus
Die 2004 gegründete Notrufzentrale der Berner Ärztinnen und Ärzte stellt Ende Jahr ihren Betrieb ein. Als Gründe nennt Geschäftsführerin Daniela Schudel unter anderem strukturelle Veränderungen im Markt.
(Keystone-SDA) Medphone gehe Ende Jahr das Geld aus, berief sich das Regionaljournal Bern, Freiburg, Wallis in einem Beitrag vom Freitag auf einen ihm vorliegenden Brief an die Ärzteschaft. 25 Mitarbeitende seien betroffen.
Zu den strukturellen Marktveränderungen kommt auch «der Wegfall eines bedeutenden Kunden sowie fehlende langfristige Perspektiven um wirklich einen nachhaltigen Weiterbetrieb zu garantieren», wie Schudel im Regionaljournal sagte. Darum sei «ein Weiterbestand unter den gegebenen Umständen nicht mehr möglich». Bis Ende Jahr soll Medphone aber in gewohntem Umfang arbeiten.
Medphone ist eine kostenpflichtige Nummer für hausärztliche Notfälle, die rund um die Uhr betrieben wird. Medizinisch geschultes Personal berät Patientinnen und Patienten und vernetzt sie bei Bedarf mit einem Notfallarzt. Sie dient als Anlaufstelle bei medizinischen Problemen, wenn der eigene Hausarzt nicht erreichbar ist.
Die Organisation übernimmt auch die Koordination von Notfallärzten in bestimmten Regionen. Für diese Ende Jahr wegfallende Dienstleistung suchen nun die ärztlichen Bezirksvereine neue Lösungen.
In die Kritik geriet Medphone vor einigen Jahren wegen hoher Tarife, auch während der Wartezeit am Telefon. Seither ist letztere gratis. Das medizinische Notfallwesen durchlebt seit einiger Zeit Veränderungen. Treiber sind etwa der Fachkräftemangel, der demografische Wandel oder die Digitalisierung.