Beschuldigter bereut seine Tat im Baselbieter Femizid-Prozess
Der Beschuldigte im Baselbieter Femizid-Prozess hat sich am Montag erstmals zur Anklage geäussert: "Allen Betroffenen möchte ich für ihr grosses Leid mein tiefstes Mitgefühl aussprechen", sagte er vor dem Strafgericht in Muttenz.
(Keystone-SDA) «Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht verzweifle und mich frage, warum ich versagt habe, diese Tragödie zu verhindern», sagte der heute 43-jährige Familienvater weiter. Er wird beschuldigt, seine Ehefrau im Februar 2024 in Binningen ermordet zu haben.
Es sei ein Fehler gewesen, beim Streit mit seiner Frau nicht die Polizei gerufen zu haben. Das nachher Geschehene sei «unverzeihbar». Trotz Streit habe er seine Frau «aus tiefstem Herzen geliebt».
Finanzielles Angebot an Hinterbliebene
Um seine Reue zu unterstreichen habe er 100’000 Franken an seinen Anwalt überwiesen. Diese sind als Angebot für die Angehörigen der Frau bestimmt, unabhängig vom Ausgang des Prozesses und den Genugtuungsforderungen. Vom Gefängnis aus sei er regelmässig mit Briefen in Kontakt mit den beiden Kindern. Ihr Wohl sei sein «grösstes Anliegen».
Das Gericht lehnte die meisten Anträge der Verteidigung klar ab. Die Zeugen werden nicht erneut befragt, wie Gerichtspräsident Daniel Schmid festhielt. Die Medien dürfen weiterhin live vom Prozess tickern. Einzig in einem Punkt kam das Gericht der Verteidigung entgegen: Der Verfasser eines vom Beschuldigten in Auftrag gegebenen Privatgutachtens darf der Verhandlung beiwohnen.