Romakinder in der Slowakei: Integration dank Schule
Die Schule spielt für die Roma-Minderheit in der Slowakei zunehmend eine wichtige Rolle bei der Integration. Dies zeigen die Resultate zweier Projekte in der slowakischen Stadt Levoca, welche von der Schweiz mit 208'000 Franken unterstützt worden sind.
Die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) bewertet die Resultate der Projekte als vielversprechend: Der Schulerfolg der Romakinder auf allen Primarschulstufen nehme zu und die Eltern würden zunehmend die Bedeutung des geregelten Schulbesuches ihrer Kinder erkennen, wie die DEZA am Mittwoch (09.05.) mitteilte.
Die Übernahme der Projekte durch die Lokalbehörden sichere deren Fortsetzung. Die beiden von der DEZA und der Schweizerischen Helsinki-Vereinigung (SHV) unterstützen Programme wurden Ende Jahr nach sieben Jahren abgeschlossen.
Mehr eingeschulte Romakinder
Von 1994 bis 1997 gingen 128 000 Franken an den Aufbau und Betrieb einer Vorschule für die Kinder der Roma. Dort können die Kinder in einem einjährigen Einschulungskurs ihre lückenhaften Kenntnisse der slowakischen Sprache verbessern.
Dadurch können sie sich besser in das slowakische Schulsystem eingliedern. Die Zahl der eingeschulten Romakinder nimmt nach DEZA-Angaben zu.
Das zweite Projekt soll jungen Talenten den Zugang zur Kunstschule in Levoca ermöglichen. Es bietet Romakindern eine ganze Reihe von freiwilligen Schul- und Freizeitaktivitäten an, darunter Handwerken, Malen, Musik und Tanz. Von 1998 bis 2000 trug die Schweiz 80’000 Franken dazu bei.
Seit Wende zunehmend isoliert
Mit schätzungsweise 200’000 bis 450’000 Personen sind die Roma in der Slowakei nach den Ungarn die grösste Minderheit, bei einer Gesamtbevölkerungszahl von rund 5,4 Millionen. Durch den Übergang zur Marktwirtschaft wurde ihre Isolierung verstärkt, ihr Lebensstandard sank.
Die Roma hatten mehr Mühe als alle anderen slowakischen Staatsangehörigen, sich den wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen anzupassen, die seit 1989 im Gang sind.
swissinfo und Agenturen
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