Calida mit roten Zahlen – zieht Reissleine bei Cosabella
Der Unterwäsche- und Lingerie-Hersteller Calida hat im ersten Halbjahr 2026 erneut einen Umsatzrückgang erlitten und ist sogar entgegen der Analystenerwartungen in die roten Zahlen gerutscht. Das Sorgenkind Cosabella wird nun verkauft.
(Keystone-SDA) Insgesamt fiel der Umsatz um 7,9 Prozent auf 93,7 Millionen Franken, wie das Traditionsunternehmen am Freitag mitteilte. Währungsbereinigt lag die Veränderung bei 5,9 Prozent, ohne das Cosabella wäre der Umsatz nur um 4,2 Prozent gesunken.
Das bereinigte Betriebsergebnis blieb mit minus 0,3 Millionen Franken im negativen Bereich, nachdem im Vorjahr noch ein Fehlbetrag von 1,8 Millionen Franken zu Buche stand. Auch unter dem Strich rutschte Calida mit einem Verlust von 0,6 Millionen nach einem Gewinn von 0,9 Millionen im Vorjahr in die roten Zahlen.
Das Marktumfeld sei im ersten Halbjahr weiterhin anspruchsvoll gewesen und von einer verhaltenen Konsumentenstimmung geprägt, erklärt das Unternehmen. Die ergriffenen Massnahmen hätten aber die Effizienz erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit der Kernmarken Calida und Aubade gestärkt.
Das Unternehmen stoppt den eigentlich geplanten Aktienrückkauf in der Höhe von 2 Prozent des Aktienkapitals. Dafür trennt sich das Unternehmen nach strategischer Überprüfung vom Sorgenkind Cosabella. Käufer ist die in New York ansässige Crown Brands Group. Die Transaktion umfasse die Marken- und sonstigen Immaterialgüterrechte sowie die Warenbestände. Zum Preis wurde Stillschweigen vereinbart.
Marken allesamt rückläufig
Bei den beiden Kernmarken Calida und Aubade zeigte sich der Umsatz weiterhin rückläufig. So setzte die Marke Calida 62,7 Millionen Franken um (-5,0 Prozent), Aubade verbuchte Verkäufe in Höhe von 26,7 Millionen (-7,8 Prozent). Die Marktpositionen im Premiumsegment seien aber in den ersten sechs Monaten gezielt ausgebaut worden, hiess es vom Unternehmen.
Bei der US-Marke Cosabella brach der Umsatz massiv ein. Er sackte um satte 36,6 Prozent auf 4,3 Millionen Franken ab.
Insgesamt hat Calida die Erwartungen der von der Nachrichtenagentur AWP im Vorfeld befragten Analysten durch die Bank verfehlt.
Beim Ausblick bleibt das Unternehmen weiter eine konkrete Umsatzprognose schuldig. Es hielt aber am Jahresziel einer EBIT-Marge von über 6 Prozent für die Gruppe fest. Für die Kernmarken Calida und Aubade werde unverändert eine weitere Steigerung des operativen Gewinnbeitrags erwartet.
Die verhaltene Konsumentenstimmung in den Kernmärkten bleibe voraussichtlich bestehen, hiess es. Zudem würden weitere strukturelle Veränderungen in der Vertriebslandschaft erwartet.