Continental Airlines verliert wieder Geld
HOUSTON (awp international) – Der Zeitpunkt könnte nicht ungünstiger sein: Mitten in Fusionsverhandlungen mit United Airlines ist Continental Airlines wieder in die Verlustzone gerutscht. Unterm Strich kam zu Jahresbeginn ein Minus von 146 Millionen Dollar heraus. «Ich bin unzufrieden mit den Ergebnissen des ersten Quartals», sagte Konzernchef Jeff Smisek am Donnerstag in Houston.
Er begründete das schlechte Abschneiden mit der Wirtschaftskrise und den Wetterkapriolen am wichtigen Drehkreuz Newark nahe New York. Heftige Schneefälle in diesem Winter hatten den Betrieb am Flughafen mehrfach gelähmt. Zudem waren die Spritkosten kräftig gestiegen. Continental hatte im Vorjahreszeitraum bereits 136 Millionen Dollar verloren, war im Schlussquartal 2009 aber als eine der wenigen US- Fluggesellschaften in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt.
Konzernchef Smisek hofft nun darauf, dass sich mit der anziehenden Wirtschaft auch die Lage bei Continental entspannt. Immerhin stieg der Umsatz erstmals seit langem wieder: im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. Erst am Mittwoch hatte American Airlines einen Verlust von 505 Millionen Dollar vermeldet.
Continental bandelt mit United Airlines an. Nach Medienberichten schauen sich die beiden Wettbewerber gerade gegenseitig in ihre Bücher, um dann schon in der kommenden Woche eine Entscheidung zu fällen. Gemeinsam würden die beiden Linien zur neuen Nummer eins am Himmel aufsteigen und damit Delta Air Lines von der Spitzenposition verdrängen.
In der krisengeplagten Branche herrschen Sparzwänge und ein starker Konsolidierungsdruck. Zuletzt hatte Continental 2008 mit United Airlines über einen Zusammenschluss verhandelt, allerdings ohne Erfolg. Vor einigen Tagen waren dann US Airways und United Airlines auf Tuchfühlung gegangen. Schon kurz danach tauchten Spekulationen auf, Continental könnte dazwischenfunken./das/DP/wiz