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STUTTGART (awp international) - Daimler holt erstmals in der Unternehmensgeschichte eine Frau in den Vorstand. Die ehemalige Bundesverfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt bekämpft bei dem Autobauer künftig Korruption, teilte der Dax-Konzern am Dienstag nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Bereits zum 16. Februar übernimmt die 60-Jährige das neue Ressort Integrität und Recht. Mit dieser Entscheidung einen Tag vor der Präsentation der Jahresergebnisse für 2010 erweitern die Stuttgarter ihre Führungsriege von sechs auf sieben Köpfe.
Der Vertrag von Hohmann-Dennhardt läuft zunächst bis Ende Februar 2014. Ausserdem verlängerte das Aufsichtsgremium den Kontrakt von Finanzvorstand Bodo Uebber, der im Dezember ausgelaufen wäre. Uebber soll nun bis Ende 2014 im Amt bleiben. Er sitzt bereits seit 2003 in der Daimler-Führungsriege.
Daimler hatte schon im vergangenen Herbst angekündigt, die Korruptionsbekämpfung zur Vorstandssache zu machen. Wenige Monate zuvor hatte der Konzern einen jahrelang schwelenden Rechtsstreit wegen Schmiergeldzahlungen mit den US-Behörden zu den Akten gelegt. Der Autobauer bekannte sich bei einem Vergleich schuldig, über zehn Jahre hinweg in mindestens 22 Ländern Regierungsbeamte für lukrative Aufträge bestochen zu haben. Daimler zahlte 185 Millionen Dollar (rund 134 Mio Euro).
Mit Hohmann-Dennhardt holen sich die Schwaben nun eine erfolgreiche Juristin als oberste Korruptionsbekämpferin in Haus. Die gebürtige Leipzigerin war kürzlich nach zwölf Jahren aus ihrem Amt als Bundesverfassungsrichterin ausgeschieden. Die 60-Jährige gilt als eher zurückhaltend. Mit ihrer Meinung hält sie allerdings nicht hinter dem Berg.
So machte sie als Mitglied des ersten Senats ihre Ansichten durchaus öffentlich, wenn diese vom Mehrheitsurteil abwichen. Ein Beispiel: Die Entscheidung zum grossen Lauschangriff im Jahr 2004. Das Bundesverfassungsgericht billigte damals die akustische Überwachung von Wohnungen in engen Grenzen. Gemeinsam mit einer Kollegin hatte Hohmann-Dennhardt sich dagegen ausgesprochen.
Nach ihrem juristischen Staatsexamen arbeitete Hohmann-Dennhardt zunächst an den Universitäten in Hamburg und Frankfurt/Main. Danach wurde sie Richterin an den Sozialgerichten in Frankfurt und Wiesbaden sowie am Landessozialgericht Darmstadt. Von 1984 bis 1989 war sie Direktorin des Sozialgerichts Wiesbaden.
Vor ihrem Wechsel nach Karlsruhe machte Hohmann-Dennhardt Karriere in der Politik: Die SPD-Politikerin wurde Anfang der 90er Jahre Justizministerin in Hessen und führte von 1995 bis 1999 das Ministerium für Wissenschaft und Kunst.
Mit ihrer Berufung in die Daimler-Führungsriege wird die Juristin und Politikerin eine der wenigen Frauen im Vorstand eines DAX-Unternehmens. Im vergangenen Jahr lag der Frauenanteil einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge nur bei 2,2 Prozent. Von den 182 Vorstandspositionen in Dax-30-Unternehmen waren nur vier von Frauen besetzt.
Bei Siemens haben es bereits zwei Frauen nach ganz oben geschafft: Barbara Kux und Brigitte Ederer. Bei SAP gelang dieser Karrieresprung im vergangenen Jahr Angelika Dammann und Eon hat mit Regine Stachelhaus ein weibliches Vorstandsmitglied. Im Mai soll ausserdem die frühere Bahn-Managerin Margret Suckale in den BASF-Vorstand einziehen./sba/glb/DP/he

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