116 Verhaftungen bei Demo in Bern
An einer unbewilligten Demonstration in Bern wurden über 100 meist jugendliche Aktivisten verhaftet. Sie hatten gegen die Räumung einer städtischen Liegenschaft protestiert, die sie als Jugendzentrum genutzt hatten.
Am Samstagabend (02.06.) fanden sich rund 200 Personen zu einer unbewilligten Kundgebung zusammen, um in der Berner Innenstadt gegen die Schliessung einer ehemaligen Notschlafstelle zu demonstrieren. Das Gebäude war Mitte März einer Besetzergruppe zur Zwischennutzung überlassen worden. Sie betrieb dort nach eigenen Angaben ein autonomes Kulturzentrum (AJZ).
Gummi, Gas, Verhaftungen
Beim Zug durch die Berner Innenstadt flogen Farbbeutel auf das Gebäude der Direktion für soziale Sicherheit, wie die Polizei mitteilte. Weiter flogen Farbbeutel und Steine auf ein Lokal, das laut Polizeisprecher Franz Märki als Treffpunkt der rechten Szene bekannt ist. Die Stadtpolizei setzte daraufhin Tränengas und Gummischrot ein und verhaftete einige Personen. Ein grosser Teil der Demonstranten flüchtete. Später verhaftete die Polizei eine Gruppe von weiteren 50 Personen.
Insgesamt wurden 116 Personen verhaftet, fast die Hälfte sind Jugendliche unter 18 Jahren. Der Grossteil der Festgenommenen stammt aus dem Kanton Bern. Es befanden sich aber auch Teilnehmende aus den Kantonen Zürich, Basel und Aargau darunter, wie die Polizei bekannt gab.
«AJZ bleibt»
Die links-alternativen Bewohner des sogenannten AJZ fordern laut Flugblatt das Fortbestehen des Jugendhauses. Letzte Woche hatte die Stadt den Zwischennutzungs-Vertrags fristlos gekündigt, nachdem ein Teil des Erdgeschosses ausgebrannt war. Die Bewohner machen auf ihrer Homepage «Rechtsextreme Skinheads» für den Brand verantwortlich. Die Polizei stellt dies in Abrede.
Bereits in der Nacht auf Freitag war es in der Berner Innenstadt zu einer unbewilligten Kundgebung und zu Sachbeschädigungen gekommen.
swissinfo und Agenturen
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