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Bei Regen in den Saxetbach

Die Saxetbach-Überlebende Rachel O'Brien. swissinfo.ch

Die verunglückten Touristen wurden von ihren Guides bei strömendem Regen in den Saxetbach geführt, sagte eine Zeugin im Canyoning-Prozess aus.

Die Australierin Rachel O’Brian hat am Freitag in Interlaken geschildert, wie sie die Canyoning-Tour in Erinnerung hat. Damit schloss die Beweisaufnahme im Prozess gegen die Verantwortlichen der Adventure World und die überlebenden Guides.

Die Zeugin sagte, dass bereits bei der Ankunft an der Basis von Adventure World der Himmel bedeckt gewesen sei und ein Gewitter sich abgezeichnet habe. Als die Gruppe beim Canyon angekommen sei, habe es bereits in Strömen geregnet und geblitzt. Unten beim Einstieg seien Fotografen gewesen, die sich entschlossen hatten, wegen des schlechten Wetters keine Fotos zu machen.

Gemäss der 22-jährigen O’Brian informierten die Guides die Teilnehmer, dass man die Tour unterwegs unterbrechen werde, falls das Wetter schlechter werde. Im Canyon mahnten die Guides zu besonderer Vorsicht und Aufmerksamkeit. Rund eine Stunde später sei das Wasser stark angestiegen und habe eine dunkelbraune Farbe angenommen.

Beim vierten Sprung hätte die Hinterste der Gruppe geschrien und alle hätten sich umgedreht. «Da kam die Welle so gross wie der Canyon. Uns blieben etwa zwei Sekunden Zeit zum reagieren», sagte O»Brian. Die Guides hätten die Teilnehmer aufgerufen, sich festzuhalten.

Die Australierin packte ein Seil, wurde jedoch weggerissen, konnte sich aber nur leicht verletzt auf einen Stein retten. Ihre Freundin kam in den Fluten um, gab die Buchhalterin aus dem australischen Victoria gefasst zu Protokoll.

O’Brians Aussage stand im krassen Gegensatz zu den Aussagen der Angeklagten, die während ihrer Einvernahme die Wetterverhältnisse als «nicht ungewöhnlich» bezeichnet hatten. Ihr sei übel geworden, als sie den Angeklagten ins Gesicht geschaut habe, sagte die Überlebende nach ihrer Zeugenaussage vor dem Einzelrichter.

O’Brians Aussage stellt auch die Professionalität der Adventure World in Frage. So sei sie nie nach gesundheitlichen Problemen gefragt worden; sonst hätte sie von ihrem chronischen Asthma erzählt. Sie erzählte weiter, wie sie beim Fassen der Ausrüstung unter Zeitdruck gestanden hätten, so dass sie ohne passende Schuhe aufbrechen musste.

Die Plädoyers von Anklage und Verteidigung werden am kommenden Montag erwartet. Das Urteil soll einen Tag darauf eröffnet werden.

Dale Bechtel und Agenturen

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