Bessere Nieren-Transplantantion dank neuer Technik
Einem Ärzteteam des Universitätsspitals Lausanne gelang eine Nieren-Transplantation, bei welcher erstmals eine neue Computer-Technologie angewendet wurde. Diese erlaubt es, während der Operation ins Innere der Organe zu blicken.
Premiere am Universitätsspital Lausanne: Doktor Vincent Bettschart hat am Montag einem lebenden Spender mit Hilfe eines neuen Systems der endoskopischen Chirurgie eine Niere entfernt. Das computergesteuerte Vorgehen erleichtert dem Arzt die Orientierung. Entworfen wurde die Technik von der in Lausanne beheimateten Firma 2C3D medical. «Neu an diesem Instrument ist, dass es alle Informationen verwendet, die es vor und während der Operation aufgenommen hat», sagte der Chirurg Vincent Bettschart.
Mittels eines Endoskops kann der Chirurg in das Innere von Körperorganen blicken. Dabei führt der Arzt durch einen Einschnitt eine kleine Kamera mit einem Durchmesser von maximal einem Zentimeter in den Körper des Patienten ein. Das Endoskop erlaubt es, auf einem Bildschirm das Innere des Körpers zu sehen.
Die neue Technologie erlaubt es nun, endoskopische Einzelbilder zu einem dreidimensionalen anatomischen Modell des Patienten zusammenzusetzen. «In diesem Modell können die für die Operation relevanten Strukturen sichtbar gemacht werden», erklärte Bettschart. «Man sieht exakt, wo genau der Chirurg an der Arbeit ist.»
Die neue Methode wurde bereits am Universitätsspital in Genf erfolgreich getestet. Am Montag wurde die Technik am Universitätsspital in Lausanne erstmals benützt, um einem lebenden Spender vor einer Transplantation eine Niere zu entfernen. Im Juni ist bereits ein Eingriff an einer Leber geplant.
Bettschart bewertete die Zukunftschancen, welche die neue Technologie bietet, positiv: «Das war erst das erste Mal, und das Werkzeug hat sich noch zu bewähren. In Zukunft sollte es jedoch die Sicherheit und die Geschwindigkeit von chirurgischen Eingriffen verbessern.»
swissinfo und Agenturen
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