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Die Chronik des «Fall Aliesch»

Der Fall des Bündner Justiz- und Polizeidirektors Peter Aliesch ist am vergangenen 22. Juli durch einen Bericht des "SonntagsBlicks" ins Rollen geraten und hat seither immer weitere Kreise gezogen. Nachstehend die wichtigsten Etappen im Zeitraffer:

22. Juli:
Die Bündner Staatsanwaltschaft bestätigt einen Bericht des «SonntagsBlicks», wonach Aliesch der passiven Bestechung verdächtigt wird. Er soll vom mutmasslichen griechischen Millionen-Betrüger Panagiotis Papadakis Geschenke und Ferien-Einladungen angenommen haben. Die Zürcher Justiz will wissen, ob Aliesch Papadakis bei der Erteilung einer Aufenthalts- und Arbeits-Bewilligung geholfen hat.

26. Juli:
Aliesch weist aus seinem Ferienort in der Toskana die Vorwürfe zurück. Die Beziehung zum Ehepaar Papadakis sei ausschliesslich privater Natur gewesen. Er verlangt eine restlose Aufklärung und will die Aufhebung seiner Immunität unterstützen, falls sie dazu beitrage.

28. Juli:
Die Freisinnig Demokratische Partei (FDP) Graubünden hat grundsätzlich auf Geschenke von Papadakis verzichtet, um den Vorwurf eines Interessens-Konflikts im Zusammenhang mit der Aufenthalts-Bewilligung zu vermeiden, wie die «Südostschweiz» bekannt macht.

29. Juli:
Alieschs Frau Lea weist in einem Interview mit dem «SonntagsBlick» alle Verdächtigungen zurück. Sie habe bei einem privaten Treffen von Frau Papadakis einen Nerzmantel umgehängt bekommen und diesen nur angenommen, um Frau Papadakis nicht zu beleidigen.

2. August:
Die FDP Graubünden bezeichnet das Vorgehen Alieschs als unsensibel, unangemessen und problematisch. Sie verlangt eine rückhaltlose Aufklärung der Vorwürfe und die Aufhebung von Alieschs Immunität.

3. August:
Die SP Graubünden fordert den Rücktritt von Aliesch, da dieser seine Glaubwürdigkeit verspielt habe. Die Bündner Fraktions-Präsidenten verlangen die Prüfung einer Sondersession zur Aufhebung von Alieschs Immunität.

4.August:
Aliesch weist die Bestechungsvorwürfe in einem Fernseh-Interview erneut zurück.

5. August:
Die Sonntagspresse berichtet, Alieschs Frau habe früher Kokain konsumiert. Der angeschuldigte Regierungsrat überlegt sich rechtliche Schritte wegen Verleumdung.

6. August:
Die erweiterte Parteileitung der FDP Graubünden verurteilt das Verhalten von Aliesch und verlangt eine öffentliche Entschuldigung. Sie spricht Aliesch vorerst das Vertrauen aus. Im Falle einer Anklage-Erhebung will sie allerdings den sofortigen Rücktritt verlangen.

swissinfo und Agenturen

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