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Für Saviola sind Spanien und Italien die Favoriten

Javier Saviola bei seiner Vorstellung als neuer Spieler von Real Madrid, im Juli 2007. Reuters

Javier Saviola, argentinischer Stürmer bei Real Madrid und seit seiner Jugend Fussballstar, spricht mit swissinfo über seine Erwartungen vor dem grossen europäischen Fussballereignis, das im Juni in der Schweiz und in Österreich über die Bühne geht.

Mit 27 Jahren hat «el conejo» (das Kaninchen), «saviolita» oder «el pibe», wie ihn seine Fans nennen, schon gegen 200 Tore geschossen. Seit 2007 spielt er bei Real Madrid, doch zahlreiche Klubs – besonders englische und italienische – machen ihm den Hof.

swissinfo: Wie ist die Stimmung in Spanien vor der Euro 2008?

Javier Saviola: Die Euro, die wichtigste Meisterschaft nach der WM, hat einen besonderen Stellenwert. Ich lebe in Madrid und ich kann Ihnen versichern, dass das ganze Land sich sehr damit beschäftigt. Alle warten ungeduldig auf das Grossereignis, umso mehr als die Leute spüren, dass Spanien beste Aussichten hat.

swissinfo: Was sagen Sie zu den Gastgebern der Euro, der Schweiz und Österreich

J.S: Die zwei Länder haben nicht sehr starke Mannschaften im Gegensatz zu jenen von Italien, Deutschland oder Spanien, die sehr konkurrenzfähig sind. Doch gleichzeitig bin ich überzeugt, dass dies für die Schweiz und Österreich eine gute Sache ist, weil der Anlass dazu beitragen kann, den Fussball in diesen Ländern weiterzuentwickeln.

swissinfo: An der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland erzielte die Schweizer Mannschaft überraschend gute Resultate und hat bewiesen, dass ihr Fussball sich verbessert hat. Was für einen Einfluss wird die Euro auf die weitere Entwicklung haben?

J.S: Es scheint mir, dass im Schweizer Fussball in den letzten Jahren Fortschritte gemacht wurden. Die Tatsache, Gastgeber für die besten europäischen Mannschaften zu sein, wird sicher positive Auswirkungen haben. An der letzten Weltmeisterschaft hat sich die Schweiz gut geschlagen und sie wird das Beste geben, auch wenn sie auf schwierige Gegner stossen wird.

swissinfo: Was wird das Geheimnis dieser Euro 2008 sein? Worauf müssen sich die Mannschaften konzentrieren, sobald sie das Feld betreten?

J.S: An einer Euro wie an einer Weltmeisterschaft ist die Fehlerquote knapp bemessen. Das Geheimnis, glaube ich, liegt darin, dass man sich nicht zu oft düpieren lassen darf. Im Augenblick, wo die Meisterschaft beginnt, wird sich die Mannschaft durchsetzen, die am wenigsten Fehler begeht. Grosse Namen allein sind keine Garantie für den Erfolg im Turnier, die ganze Mannschaft muss helfen, die Fehlerquote klein zu halten.

swissinfo: Sie spielen und leben in Spanien und können folglich den europäischen Fussball aus der Nähe verfolgen. Sie haben sicher einen Favoriten. Wen werden Sie diesen Sommer unterstützen?

J.S: Eine Prognose ist immer schwierig, umso mehr als in diesem Turnier sehr starke Mannschaften aufeinander treffen. Aber ich wünsche mir, dass die spanische Mannschaft eine grosse Leistung vollbringt – ich lebe und spiele hier und habe spanische Kollegen, die ich sehr schätze.

Zugegeben, es gibt noch andere, sehr starke Mannschaften, wie zum Beispiel die Italiener. Aber auch kleinere Mannschaften können für eine Überraschung gut sein.

swissinfo: Glauben Sie, dass an dieser Meisterschaft eine neuer Star am Fussballhimmel auftauchen wird?

J.S : Es gibt viele junge Spieler, die ein ausgezeichnetes Niveau haben. Ich habe das Gefühl, dass einige unter ihnen für eine Überraschung gut sind und an der Euro ausgezeichnet spielen werden.

swissinfo: Lassen wir mal ihre persönlichen Wünsche und die Ergebnisse der diversen Testspiele beiseite – wer wird Europameister?

J.S : Spanien ist eine hervorragende Mannschaft, und die spanischen Spieler erleben momentan auf internationalem Niveau eine tolle Phase. Andererseits ist Italien Weltmeister. Ich glaube, diese beiden Mannschaften werden den Sieg unter sich ausmachen.

swissinfo-Interview: Norma Dominguez, Buenos Aires

Javier Pedro Saviola wurde 1981 in Buenos Aires geboren. Mit fünf Jahre beginnt er mit Fussball und spielt auf Zementboden mit Ateneo Colegiales.

Mit 16 Jahren gibt er sein offizielles Debut bei River Plate (1998-2001) und ist zu jener Zeit der jüngste Spieler, der seine Karriere mit einem Tor beginnt.

2001 ist er der beste Torschütze (11 Tore) der Weltmeisterschaft der U-20 in Argentinien. Mit einem Tor von Saviola im Final wird Argentinien Weltmeister und Saviola zum besten Spiel der Weltmeisterschaft ernannt.

Mit 19 Jahren wechselt er zum FC Barcelona (2001-2004), die Transfersumme beträgt 34,9 Millionen Euro, bis heute ein Rekord für den argentinischen Fussball.

2004 in Griechenland gewinnt Saviola mit Argentinien die olympische Goldmedaille.

2004 erhält er die spanische Staatsbürgerschaft und wird für eine Saison an die AS Monaco (2004-2005) ausgeliehen. Er spielt beim FC Sevilla (2005-2006), mit dem er 2006 den UEFA-Cup gewinnt, und kehrt dann wieder zum FC Barcelona (2006-2007) zurück.

2007 wird er von Real Madrid verpflichtet (wo er im Moment spielt). In den letzten Monaten haben englische und die italienische Klubs versucht, ihn in ihre Mannschaften zu locken.

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