Olympische Winterspiele in Graubünden als machbar eingestuft
Olympische Winterspiele im Jahre 2010 wären machbar und würden Graubünden Nutzen bringen. Vorgeschlagen wird ein Einbezug der Stadt Zürich. Zu diesem Ergebnis ist eine Arbeitsgruppe um den Bündner SVP-Ständerat Christoffel Brändli (Bild) gekommen.
Olympische Winterspiele im Jahre 2010 wären machbar und würden Graubünden einen Nutzen bringen. Vorgeschlagen wird ein Einbezug der Stadt Zürich. Zu diesem Ergebnis ist eine Arbeitsgruppe um den Bündner SVP-Ständerat Christoffel Brändli (Bild) gekommen.
In der am Dienstag (15.02.) in Chur von der Arbeitsgruppe präsentierten Machbarkeitsstudie werden Olympische Winterspiele Graubünden 2010 hinsichtlich Infrastruktur, Finanzierung, Verkehrs- und Umweltfragen, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Langzeitwirkung als positiv beurteilt.
Studie als Grundlage für Gemeinden
Die 80 Seiten starke und 65’000 Franken teure Studie wurde mit Unterstützung der möglichen Standortgemeinden St. Moritz, Davos, Klosters, Arosa, Chur, Flims, Laax, Lenzerheide und Zürich erarbeitet und angeblich auch von Experten wohlwollend beurteilt.
Den Gemeinden soll sie als Grundlage zur Weiterbearbeitung des Projekts dienen. Entscheidungen werden bis April erwartet. Fallen die Reaktionen positiv aus, soll die Kandidatur weiter vorangetrieben werden. Das Bündner Stimmvolk soll laut Fahrplan vorausichtlich im Frühjahr 2001 Stellung nehmen können. Vor 20 Jahren war eine Olympia-Abstimmung in Graubünden an der Urne im Verhältnis von 3:1 verworfen worden. Das Olympische Komitee wird 2003 über die Vergabe der Winterolympiade 2010 beschliessen.
Zürich als Partnerin
Als Partnerin wünschen sich die Bündner Olympia-Promotoren die Stadt Zürich mit den internationalen Verkehrsanschlüssen und dem Hallenstadion als Austragungsort gewisser Wettbewerbe. Der Zürcher Stadtrat will diesen Vorschlag prüfen, wie er am Dienstag mitteilte.
Die Idee einer Kandidatur Zürichs unter Einbezug der Wintersportorte stehe aber nicht zur Diskussion. Die für ein solches Grossprojekt notwendige lokale Verankerung in der ganzen Region Zürich sei «nach dem jetzigen Wissensstand nicht gegeben».
Nutzen in mehrfacher Hinsicht
Von einer Bündner Olympiade versprechen sich Brändli und seine Arbeitsgruppe eine Chance zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, einen Innovations- und Investitionsschub sowie eine Dynamisierung der Volkswirtschaft. Die Umweltverträglichkeit wird als zentrale Herausforderung bezeichnet.
Die Spiele dürften laut Budgetvorgaben rund 1,2 Milliarden Franken kosten. Eine Milliarde Franken soll über Sponsoring und Fernsehrechte finanziert werden. Überdies müssten der Bund sowie die Kantone Graubünden und Zürich eine Defizitgarantie von insgesamt 75 Millionen Franken sprechen. Die Bewerbung dürfte auf 15 Millionen Franken zu stehen kommen.
Kritische Töne im Vorfeld
Eine mögliche Kandidatur Graubündens ist in den letzten Wochen verschiedentlich kritisch beurteilt worden. Skeptische Stimmen kamen aus St. Moritz, Davos oder vom Bündner Regierungspräsidenten Peter Aliesch. Die Bündner Umweltschutzorganisationen distanzierten sich früh vom Projekt und weigerten sich, in Brändlis Arbeitsgruppe mitzuarbeiten.
Neben der möglichen Kandidatur Graubündens sind noch weitere Bewerber für die Austragung der Winterolympiade 2010 im Gespräch. Kandidaturen werden in der Westschweiz, in Montreux, sowie im Berner Oberland geprüft. Der bisher einzige Austragungsort von Olympischen Winterspielen in der Schweiz war St. Moritz in den Jahren 1928 und 1948.
SRI und Agenturen
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