Schumacher-Brüder vorne, Sauber auf Platz Vier
Der Grand Prix von Kanada ist am Sonntag (10.06.) zu einer "Formel Schumacher" geworden, bei der Ralf in einem historischen Bruder-Duell über Weltmeister Michael triumphierte und damit die Hierarchie auf den Kopf stellte. Sauber-Pilot Raikkönen fuhr auf Platz Vier.
Die Schumachers schrieben in Montreal erneut Formel-1-Geschichte, denn noch nie waren die Brüder auf den Plätzen eins und zwei gelandet. Trotz der Niederlage gegen Ralf mit 20,2 Sekunden Rückstand durfte sich auch Michael als Sieger fühlen, er ist der Titelverteidigung im 8. Saisonrennen wieder ein Stück näher gekommen. Mit 58 Punkten vergrösserte er seinen Vorsprung auf David Coulthard (Schottland), der mit einem Motorschaden an seinem McLaren-Mercedes 14 Runden vor Schluss ausschied und bei 40 Zählern stehen blieb.
Vor 120 000 Zuschauern am Circuit Gilles Villeneuve auf der Insel Notre Dame am St. Lorenz-Strom gab es einen kollisionsfreien Start, bei dem Michael Schumacher seine insgesamt 38. Pole-Position problemlos gegen seinen Bruder und Coulthard verteidigte. Für die grösste Aufregung der ersten Rennphase sorgte Barrichello. Erst schob sich der Brasilianer vom fünften auf den dritten Platz vor. Dann leistete sich der Ferrari-Pilot in der sechsten Runde einen Dreher, der ihn aussichtslos auf den 14. Rang zurück warf.
In der 20. von 59 Runden über 305,049 km wurden die Karten neu gemischt, als der brasilianische Williams-BMW-Pilot Juan Carlos Montoya in die Barriere knallte und Landsmann Barrichello bei seinem Ausweichversuch ebenfalls an der Leitplanke strandete. Durch den Safty Car-Einsatz verloren die Schumacher-Brüder ihren kostbaren 14- Sekunden-Vorsprung auf Coulthard, der somit zum grossen Nutzniesser dieses Doppel-Crashs wurde. Doch das half dem Schotten nicht. Sein Silberpfeil war auf der Stop-and-Go-Strecke, die Reifen und Bremsen auf das höchste strapazierte, nicht siegfähig. Schiesslich musste er ihn mit einem Motorschaden abstellen.
Sauber fuhr auf Platz 4
Guter Vierter wurde der Sauber-Pilot Kimi Räikkönen. Pech hatte hingegen sein Team-Kollege Nick Heidfeld. Bereits in der zweiten Runde kam für Heidfeld im Sauber-Petronas nach einem Crash mit dem Briten Eddie Irvine (Jaguar-Cosworth) das Aus. «Das war ein hundertprozentiger Irvine-Fehler. Er fuhr mir hinten rein», berichtete Heidfeld.
swissinfo und Agenturen
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