Strafverfahren gegen Bellasi-Vorgesetzten Schreier eingestellt
Oberst Fred Schreier, der ehemalige Vorgesetzte des mutmasslichen Millionen-Betrügers im militärischen Nachrichtendienst Dino Bellasi, kommt nicht vor Gericht. Dino Bellasi bleibt in Untersuchungshaft.
Gegen den Vorgesetzten von Dino Bellasi, Oberst Fred Schreier, war eine Voruntersuchung wegen Verdachts des Amtsmissbrauchs und der Veruntreuung geführt worden, weil er im Lauf von vier Jahren insgesamt 69 Vorschussmandate im Gesamtbetrag von rund 4 Mio. Franken unterzeichnet hatte. Mit den Vorschussmandaten bezog Dino Bellasi anschliessend bei der Schweizerischen Nationalbank Bargeld.
Keine vorsätzlichen Handlungen zum Nachteil des Bundes
Die Voruntersuchung habe nun ergeben, dass sich Fred Schreier bei der Unterzeichnung darauf verliess, dass die rechtmässige Verwendung der Gelder bei der Revision der Truppen-Buchhaltungen überprüft werde. Schreier habe auch auf die Direktauskunft des zuständigen Divisionärs vertraut, teilte der stellvertretende eidgenössische Untersuchungsrichter Thomas Hansjakob am Dienstag (15.05.) mit.
Die Untersuchung habe zudem gezeigt, dass keinerlei Umstände vorliegen, dass Schreier vorsätzlich zum Nachteil des Bundes gehandelt oder einen eigenen Vorteil aus Bellasis Geldbezügen gezogen habe, heisst es im Communiqué weiter. Aufgrund dieser Situation sei das Strafverfahren eingestellt worden.
In Untersuchungshaft
Die Voruntersuchung gegen Dino Bellasi selbst ist noch im Gang. Ausstehend sind noch die Ergebnisse eines Rechtshilfe-Ersuchens im Ausland und des psychiatrischen Gutachtens. Bellasi befindet sich weiterhin im Kanton St. Gallen in Untersuchungshaft.
Gemäss Hansjakob soll die Voruntersuchung im Sommer 2001 abgeschlossen sein, um den Schlussbericht im Herbst 2001 an die Bundesanwaltschaft weiterleiten zu können. Sie werde anschliessend entscheiden, ob gegen Dino Bellasi Anklage erhoben werde.
Gegen Bellasi, der im Nachrichtendienst als Rechnungsführer gearbeitet hatte, wird wegen Verdachts auf Betrug, der Veruntreuung, der Urkundenfälschung, der Amtsanmassung, der Geldwäscherei, der falschen Anschuldigung und der Verleumdung ermittelt.
swissinfo und Agenturen
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