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Tour de France im Zeichen des Duells Armstrong – Ulrich

Dem Schweizer Sven Montgomery (zweiter von links) wäre ein Etappensieg durchaus zuzutrauen. Keystone Archive

Die 88. Tour de France steht ganz im Zeichen des Duells zwischen Lance Armstrong und Jan Ullrich. Der Deutsche hat dem Amerikaner, dem Sieger der beiden letzten Jahre, den Kampf angesagt. Von den bloss drei Schweizer Teilnehmern werden dem Bergspezialist Montgomery die besten Chancen eingeräumt.

Armstrong (29) und Ullrich (27) starten zuversichtlich in die weltweit drittgrösste Sportveranstaltung nach Olympischen Spielen und Fussball-WM. «Meine physische Verfassung ist so gut wie noch nie», sagte der Amerikaner. Ullrich: «Ich bin bereit, die Form ist da.» Armstrong hat mit dem Gewinn der Tour de Suisse den letzten Test ebenso erfolgreich bestanden wie Ullrich als Gewinner der Landes-Meisterschaft.

Der Rest des Feldes fährt wohl bloss um Platz 3 und Teilerfolge. Am gefährlichsten könnten dem Favoriten-Duo der Spanier Joseba Beloki, der Vorjahres-Dritte, und der Italiener Francesco Casagrande werden.

Drittkürzeste Tour de France der Geschichte

Der Parcours führt in diesem Sommer über 3’453 km. Nur zweimal seit der ersten Tour de France im Jahr 1903 war die Gesamtdistanz kürzer; mit vier Bergankünften sowie vier Prüfungen gegen die Uhr (inklusive Prolog und Mannschafts-Zeitfahren) sind die Hindernisse auf dem Weg nach Paris aber zahlreich.

Rolle des Dopings?

Inwieweit Doping eine Rolle spielen wird, lässt sich schwer abschätzen. Gegen das Team von Armstrong ist immer noch ein juristisches Verfahren wegen des angeblichen Gebrauchs unerlaubter Mittel im Gang. Welche Substanzen die im Vorjahr eingefrorenen Urinproben der Fahrer enthalten, wird allerdings frühestens in einem Monat bekannt. Ob sich Frankreichs Ministerin für Jugend und Sport durch die Doping-Razzia im Giro d’Italia beeinflussen liess, bleibt einstweilen offen.

Nur drei Schweizer am Start

Mit dem Berner Oberländer Sven Montgomery (25), dem Entlebucher Daniel Schnider (27) und dem Tessiner Rubens Bertogliati (22) beteiligen sich nur drei Schweizer an der Tour de France. Nicht am Start sind Alex Zülle, Laurent Dufaux, Oscar Camenzind sowie die Gebrüder Beat und Markus Zberg.

Die Gründe für die Absenzen sind unterschiedlich: Zülle etwa hätte zwar an der Tour teilnehmen wollen, wurde jedoch von seiner Mannschaft, dem deutschen «Team Coast», nicht nominiert. Beat Zberg wiederum will sich nocht etwas Zeit lassen und erst in der nächsten Saison an der Tour teilnehmen. Und für Oscar Camenzid war die Tour de France gar nie ein Thema.

Mit etwas Glück kann der talentierte Montgomery wie Freuler 1981 sogar einen Etappensieg verbuchen, geniesst er in den Steigungen doch sämtliche Freiheiten. Teamkollege Schnider darf bei einer entsprechenden Rennkonstellation seine eigene Chance wohl ebenfalls wahr nehmen, derweil sich Bertogliati als Helfer im Team Lampre ganz in den Dienst des Sprinters Jan Svorada (Tsch) und des Rollers Ludo Dierckxens (Be) zu stellen hat. Montgomery war schon vor einem Jahr zur Tour gestartet, musste aber krank aufgeben; Schnider und Bertogliati sind Debütanten.


swissinfo und Daniel Good (sda)

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