Wieder Lawinenabgang im Parsenngebiet
Alle drei Opfer des Lawinenunglücks vom Montagmittag (21.02.) im Davoser Parsenngebiet sind ausserhalb der Pisten von den Schneemassen erfasst worden. Bereits am Dienstagmittag ist im Parsenngebiet erneut ein Wintersportler in eine Lawine geraten.
Alle drei Opfer des Lawinenunglücks vom Montagmittag (21.02.) im Davoser Parsenngebiet sind ausserhalb der Pisten von den Schneemassen erfasst worden. Bereits am Dienstagmittag ist im Parsenngebiet erneut ein Wintersportler in eine Lawine geraten.
Die Lawine ging in der Gegend Kreuzweg/Schiferbahn auf Klosterser Gemeindegebiet ab, nachdem der erste von vier Snowboardern in eine steile Nordwestflanke hinein gefahren war. Laut Kantonspolizei Graubünden wurde der Boarder 300 Meter weit mitgerissen. Er konnte geortet und geborgen werden.
Bekannte Variantenfahrer
Der Verschüttete befand sich kopfvoran einen halben Meter unter der Schneedecke und hatte noch das Snowboard an den Füssen. Mit Prellungen wurde er ins Spital nach Davos geflogen. Nach Angaben des Parsenn-Rettungsdienstes sind die vier Boarder als Variantenfahrer bekannt. Sie seien bereits verwarnt worden.
Ausserhalb der Piste
Den Hergang des bisher schwersten Lawinenunglücks dieses Winters in der Schweiz im Davoser Parsenngebiet hat die Bündner Staatsanwaltschaft in der Nacht auf Dienstag korrigiert. Entgegen ersten Angaben befanden sich die zwei tödlich verunglückten Genfer sowie der verstorbene deutsche Skifahrer zum Zeitpunkt des Unfalls ausserhalb der Piste.
Die beiden Genfer fuhren am Montagmittag mit zwei andern Kollegen bereits zum dritten Mal über den Mittelgrat, um ins Meierhofer Tälli zu gelangen. Zwei Sportler fuhren voraus und warteten weiter unten auf die anderen.
Als der dritte Skifahrer gestartet war, löste sich um 12.07 Uhr am Mittelgrad die Lawine. Die zwei wartenden Schneesportler wurden erfasst, ebenso weiter unten ein Deutscher und sein Sohn, die nach einem verlorenen Ski suchten. Die beiden Genfer wurden bis in die Meierhofer-Tälli-Piste mitgerissen.
Anklage wegen fahrlässiger Tötung möglich
Laut Albert Largiadèr, Pressesprecher der Bündner Staatsanwaltschaft, ist die Ursache des Lawinenniedergangs Gegenstand weiterer Ermittlungen. Ob die Schneemassen von einem Skifahrer ausgelöst worden seien oder ob es sich um einen spontanen Abgang gehandelt habe, könne noch nicht gesagt werden.
Je nach Ergebnis der Untersuchungen sei eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung möglich. Die Ermittlungen nähmen jedoch noch längere Zeit in Anspruch, so Largiadèr.
«Amerikanerhalde»: Hang als gefährlich bekannt
Der Steilhang, wo die drei Skifahrer getötet wurden, ist als gefährlich bekannt und wird in Davos «Amerikanerhalde» genannt. Am 31. Dezember 1955 kamen dort zwei amerikanische Soldaten sowie zwei französische Feriengäste in einer Lawine ums Leben, nachdem sie sich im Nebel verirrt hatten.
SRI und Agenturen
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