Über 2000 Kilometer südwestlich von Tokio wurde die kleine Insel Ishigaki ein Zentrum direkt-demokratischer Aktivitäten. Manami Miyara ist die erste Stimme in unserer globalen Serie "Stimmen der Freiheit".
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Bruno berichtet als Globaler Demokratiekorrespondent. Er wirkt zudem seit über dreissig Jahren für die SRG als Auslandkorrespondent für das Schweizer Radio und Fernsehen SRF. Ausserdem ist er Direktor für internationale Beziehungen bei der Schweizer Demokratie Stiftung, Co-Präsident des Global Forum on Modern Direct Democracy und Co-Initiator der Demokratie-Städte.
Ich bin ein Visual Storytelling Producer, der sich auf lange und serielle Multimedia-Produktionen spezialisiert hat. Ich arbeite mit Journalisten zusammen, um Tools und Arbeitsabläufe in verschiedenen Sprachen zu verbessern, die Einhaltung des Inhaltsstils zu gewährleisten und die Recherche und Umsetzung innovativer visueller Techniken zu leiten.
In Italien geboren und in Afrika aufgewachsen, bin ich heute in der Schweiz zu Hause. Ich habe an der Italienischen Nationalen Filmschule Filmregie studiert und als Dokumentarfilmeditor und Regisseur/Produzent in Berlin und Wien gearbeitet. Ich habe mich darauf spezialisiert, Multimedia in fesselnde Geschichten zu verwandeln.
Ich bin Reporterin mit den Schwerpunkten Schweizer Aussenpolitik, japanisch-schweizerische Beziehungen und Sterbehilfe. Ausserdem bin ich Redakteurin in der japanischsprachigen Redaktion.
Ich habe zehn Jahre lang für eine japanische Zeitung gearbeitet und über eine breite Palette von Themen wie Kriminalität, Politik und Sport berichtet. Seit 2017 schreibe ich für SWI swissinfo.ch und konzentriere mich dabei auf soziale Themen, insbesondere die Sterbehilfe.
Ishigaki liegt fernab der grossen Zentren Japans. Die Insel ist etwa 2000 Kilometer von der Hauptstadt Tokio und über 1000 von der nächsten Insel Kyushu entfernt. Rund 50’000 Menschen leben auf der Insel. Dazu gehört auch die 28-jährige Manami Miyara, die hier geboren wurde und aufwuchs.
Trotz der Abgeschiedenheit und trotz der Grösse – nur 1,5-mal die Fläche Liechtensteins – befindet sich Ishigaki im Zentrum geopolitischer Machtkämpfe in Ostasien.
Als direkte Nachbarin des umkämpften und unbewohnten Senkaku-Archipels ist Ishigaki zu einer Frontlinie im Kampf um geopolitischen Einfluss im Ostchinesischen Meer geworden. Die sogenannten «Japanese Self Defense Forces» planen deshalb, einen neuen Stützpunkt auf der subtropischen Insel zu errichten – ein höchst umstrittener Schritt, der die Einheimischen, darunter auch Manami, dazu veranlasst hat, dagegen aktiv zu werden.
Es gibt noch eine grössere Geschichte über den Kontext zu erzählen, in dem Manami lebt. Ishigaki ist Teil der Präfektur Okinawa, heute der südlichste Teil Japans. Allerdings war Okinawa, eine Kette von Dutzenden von Inseln, die sich über fast tausend Kilometer erstreckt, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ein unabhängiges Königreich. Dann wurde es zu einer Pufferzone zwischen chinesischen und japanischen Interessen, bevor es 1879 von Tokio annektiert wurde. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Okinawa zum einzigen Kriegsschauplatz in Japan. Und danach besetzten die Vereinigten Staaten die Inselkette jahrzehntelang – bis 1973, als Japan die Kontrolle wiedererlangte.
Für die Menschen auf Okinawa ist die Frage der Militärbasen also viel enger mit ihrem Alltag verbunden: Etwa zwei Drittel der US-Militäreinrichtungen in Japan sind immer noch auf Okinawa konzentriert. Daher sind die Menschen dort aufgrund der geografischen Entfernung und der unterschiedlichen historischen Wege vielleicht eher bereit, sich durch Initiativen und Referenden Gehör zu verschaffen, als die Menschen auf dem japanischen Festland, sagt Manami.
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