Der Gipfel des Stanserhorns wird neu bebaut
Auf dem Stanserhorn verschwindet das Drehrestaurant Auf dem Stanserhorn wird das Drehrestaurant durch einen Neubau ersetzt. Mit dem 34 Millionen Franken teuren Projekt wollen die Betreiber den unterschiedlichen Bedürfnissen der Gäste besser entsprechen können und gleichzeitig an alte Zeiten anknüpfen.
(Keystone-SDA) Die Verantwortlichen der Stanserhorn Bahn AG haben am Freitag in dem auf 1898 Meter über Meer gelegenen Drehrestaurant das Projekt der Churer Arbeitsgemeinschaft (Arge) Weitschies Krähenbühl vorgestellt. Sie hatte sich in einem Wettbewerb gegen sieben Mitbewerber durchgesetzt.
Die Arge Weitschies Krähenbühl hat einen dreistöckigen Bau aus Holz und Glas entworfen. Er wirkt auf den Visualisierungen leicht und luftig. Das Gipsmodell zeigt, dass er sich in den Bergkamm einfügt. Nach Angaben von Peter Bircher, Geschäftsführer der Stanserhorn Bahn, erinnert er auch an das frühere Berghotel.
Projekt soll Geschichte des Orts aufnehmen
Architekt Georg Krähenbühl betonte, dass das Projekt auch die touristische Geschichte des Stanserhorns aufnehme. Diese ist tatsächlich lang: Die Obwaldner Hotelpioniere Franz Josef Bucher und Josef Durrer bauten schon 1893 eine Standseilbahn auf den Stanser Hausberg.
Nachdem das Hotel auf dem Stanserhorn 1971 abgebrannt war, wurden die beiden obersten Sektionen der Standseilbahn durch eine Luftseilbahn ersetzt. Diese verkehrt seit 2012 als Cabriobahn mit offenem Oberdeck. Auf der ersten Sektion verkehrt noch immer die originale Standseilbahn.
Sammelsurium an Bauten
Auf dem Stanserhorn selbst hat sich seit 2001 nicht mehr viel verändert. Damals war als Attraktion das Drehrestaurant eröffnet worden. Verwaltungsratspräsident André Britschgi bezeichnete die touristischen Bauten auf dem Gipfel als Sammelsurium.
So basiert die heutige Infrastruktur mit Restaurant, Küche, Selbstbedienungszone, Shop und Toiletten auf mehreren Fundamenten, die im Verlauf von über hundert Jahren erstellt wurden.
Knappe Kapazitäten wegen Cabriobahn
Diese Infrastruktur genügt zudem den heutigen Bedürfnissen nicht mehr. Es sei schwierig, Tagesgäste und Anlässe aneinander vorbeizubringen, sagte Britschgi. Zudem würden seit der Inbetriebnahme der Cabriobahn 60 Prozent mehr Gäste auf den Berg kommen.
Der Neubau, der 2028 bis 2030 realisiert werden soll, wird den Berg äusserlich verändern. Bis auf das Fundament bleibe nichts erhalten, sagte Geschäftsführer Bircher.
Das geplante Gebäude wird im Erdgeschoss über ein Selbstbedienungsrestaurant mit 120 Plätzen verfügen. Dazu kommt ein bedientes Restaurant mit 60 Plätzen, ein Bankettrestaurant für bis zu 150 Personen sowie Seminarräume.
Mehr Aussicht in den Norden
Dank grosser Fenster werden die Gäste das Panorama Richtung Alpen, Vierwaldstätersee und Mittelland haben. Geplant sind zudem zwei Terrassen Richtung Nord und Süd. Die Aussicht Richtung Norden kommt nach Ansicht der Betreiber heute zu kurz. Zudem soll die Nordterrasse an heissen Tagen auch Schattenplätze bieten.
Seinen Charakter soll der Ausflugsberg trotz der baulichen Veränderungen behalten. Man habe sich gegen ein Prestigeobjekt entschieden, sagte Verwaltungsratspräsident Britschgi. Aus Rentabilitätsgründen gebe es weder Hotel noch Ganzjahresbetrieb. Ziel bleibe es, den Gästen ein «Bergerlebnis» zu bieten.
Standseilbahn beschränkt Gästezahl
Auch Massentourismus wird es auf dem Stanserhorn keinen geben. Die Standseilbahn wirkt hier als Schranke, denn sie kann pro Stunde höchstens 234 Personen auf den Berg befördern. Der Neubau wird es aber ermöglichen, die Randzeiten besser auszulasten, wie Geschäftsführer Bircher erläuterte.
Das Stanserhorn wird auch während der Bauzeit geöffnet sein, allerdings mit reduzierten Kapazitäten. Nähere Angaben dazu konnten die Verantwortlichen der Stanserhorn Bahn noch keine machen.
Für den Bau wird eine Materialseilbahn erstellt werden. Die Cabriobahn sei für den Materialtransport nicht geeignet, erklärte Bircher.
Ob für die Finanzierung des Projekts eine Aktienkapitalerhöhung nötig sein wird, ist derzeit noch offen. Der Bahn gehe es finanziell gut, hiess es, sie sei schuldenfrei.