Lange Schichten, wenig Erholung: Die Gesundheit von Busfahrer:innen leidet
Lange Schichten, zu wenig Ruhezeit, Erschöpfung: Busfahrer:innen sind zunehmend von Gesundheitsproblemen betroffen, so die ersten Ergebnisse einer Studie über die Arbeitsbedingungen.
Gilbert D’Alessandro ist seit 37 Jahren Busfahrer bei den Freiburger Verkehrsbetrieben. Er liebt seinen Beruf und würde ihn um nichts in der Welt wechseln. Dennoch haben sich die Bedingungen seiner Arbeit im Laufe der Jahre verschlechtert.
«Die Belastung wird immer grösser. Es ist ein Paradoxon, denn vor 37 Jahren hatten wir alte Fahrzeuge ohne jegliche Technologie, aber wir hatten weniger Druck. Jetzt ist man mit verschiedenen Technologien ausgestattet, aber auf den Busspuren sind Roller und Fahrräder hinzugekommen», sagt D’Alessandro im Westschweizer Fernsehen RTS.
Hier können Sie den Beitrag über die Busfahrer:innen sehen (auf Französisch):
D’Alessandro fährt durchschnittlich acht bis zwölf Stunden pro Tag, was einer Fahrt von Freiburg nach Barcelona entspricht. Um sich zu schonen, musste er seine Arbeitszeit von 100 auf 70 Prozent reduzieren.
«Ich fange immer mit einem Lächeln an, weil ich meinen Beruf liebe. Aber wenn ich am Ende des Tages zu Hause ankomme, bin ich sehr müde», sagt er.
Finanzieller Druck
Malika Meyrat, Busfahrerin bei TransN in La Chaux de Fonds, kennt die gleichen Herausforderungen. Mit 35 Jahren und nach sieben Jahren im Beruf hat sie erlebt, dass sich die Verkehrsbedingungen drastisch verändert haben, was ihre Gesundheit beeinträchtigt hat. «Das äussert sich in Muskelschmerzen, vor allem im Nacken, an den Schulterblättern und im unteren Rücken.»
Auch wenn sich die Unternehmen an das Gesetz halten, sind die Gewerkschaften der Ansicht, dass die Grundzüge des Berufs überarbeitet werden müssen. «Die Arbeitsbedingungen müssen wirklich erheblich verbessert werden, insbesondere durch eine Verringerung der Anzahl der Arbeitstage mit langen Arbeitszeiten», sagt Pablo Guarino, Vizepräsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonals.
«Dafür braucht man natürlich die Unternehmen. Aber sie stehen selbst unter finanziellem Druck und neigen dazu, diesen auf die Arbeitnehmenden abzuwälzen», sagt er.
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Ein Drittel des Personals ist erschöpft
Die Busfahrer:innen in der Schweiz sind einem erhöhten Risiko für Suizid und Lungenkrebs ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund startete Unisanté das Projekt Trapheac und führte mehrere Studien über die Arbeitsbedingungen in dieser Branche durch. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass ein Drittel der Befragten erschöpft ist.
Es wurden bereits Verbesserungsmöglichkeiten geprüft. «Ein Raum, der eine Pause an einem ruhigen Ort zum Essen und zur Erholung ermöglicht, hat einen signifikanten Effekt auf den Stressabbau», sagt Irina Guseva-Canu, Professorin an der Universität Lausanne und Verantwortliche für Gesundheit und Arbeitsmedizin bei Unisanté.
In den nächsten Jahren werden weitere Ergebnisse analysiert, immer mit dem Ziel, die Bedingungen für Berufskraftfahrer:innen in der Schweiz zu verbessern.
Übertragung aus dem Französischen mit der Hilfe von KI/jg
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