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Die offiziellen Bundesratskanditaten sind nominiert



Das Rennen um den Bundesratssitz ist offiziell eröffnet: FDP-Nationalrat Johann-Schneider Ammann vor den Medien.

Das Rennen um den Bundesratssitz ist offiziell eröffnet: FDP-Nationalrat Johann-Schneider Ammann vor den Medien.

Die Bundeshausfraktionen der SP und der FDP haben ihre offiziellen Kandidaten für die Nachfolge von Moritz Leuenberger und Hans-Rudolf Merz bestimmt. Dabei gab es keine Überraschungen: Die Favoriten setzten sich durch.

Die Sozialdemokratische Partei (SP) und die FDP.Die Liberalen präsentieren der Bundesversammlung je einen Zweiervorschlag.

Für die SP steigen die Berner Ständerätin Simonetta Sommaruga und die Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr ins Rennen. Nicht auf das Ticket gesetzt wurden die beiden Bundesratsanwärterinnen Eva Herzog und Hildegard Fässler.

Simonetta Sommaruga ist im Bundeshaus bestens vernetzt, pflegt gute Kontakte auch ins bürgerliche Lager und erzielt bei Volkswahlen regelmässig beachtliche Resultate.

Doch unbestritten ist die 50-jährige Politikerin keineswegs. Widerstand kommt nicht zuletzt aus dem eigenen Lager: Dem linken Flügel der SP ist Sommaruga spätestens seit dem "Gurten-Manifest" von 2001 suspekt, als sie zusammen mit anderen SP-Reformern für mehr Markt und weniger ideologische Einengung einstand.

Ihrer Popularität hat dies nicht geschadet. Als Konsumentenschützerin machte sie sich schon ab 1993 einen nationalen Namen; die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) fand mit ihr als Geschäftsleiterin zu alter Stärke zurück.

Seit 20 Jahren in Politik

Auch die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr gilt als kenntnisreiche, sachbezogene Politikerin, die in Bundesbern sehr gut vernetzt ist. Die 47-jährige Winterthurerin hat sich in der Familien-, Verkehrs-, Bildungs- und Gesundheitspolitik profiliert.

Seit 2008 ist Fehr Vizepräsidentin der SP Schweiz. Sie ist seit über 20 Jahren in der Politik aktiv.

Von 1990 bis 1992 war sie Mitglied des Grossen Gemeinderates Winterthur (Legislative). Jacqueline Fehr sass von 1991 bis 1998 im Zürcher Kantonsrat. 1998 rückte sie als Nachfolgerin des zurückgetretenen Elmar Ledergerber in den Nationalrat nach und wurde 1999, 2003 und 2007 mit guten Resultaten wiedergewählt.

FDP-Frau setzt sich an die Spitze

Die FDP-Fraktion nominierte am Freitag die St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter und den Berner Nationalrat Johann Schneider-Ammann. Karin Keller-Sutter, die einzige Frau unter den fünf potenziellen FDP-Kandidierenden, schaffte es dabei auf den ersten Platz des Zweiertickets.

Für den zweiten Listenplatz wurde Johann Schneider-Ammann im ersten Wahlgang gewählt. Nicht berücksichtigt wurden die Kandidaturen der Nationalräte Ruedi Noser, Ignazio Cassis und Peter Malama.

Etikette "Eiserne Lady der Ostschweiz"

Die 46-jährige Karin Keller-Sutter gehört seit 10 Jahren der St. Galler Regierung an. Der Justizdirektorin wurde wegen ihrer Positionen in der Ausländerpolitik sowie ihrem Vorgehen gegen Fussball-Hooligans die Etikette "Eiserne Lady der Ostschweiz" angehängt.

Auf ihre Initiative hin führte St. Gallen 2003 als erster Kanton die polizeiliche Wegweisung gewalttätiger Ehepartner ein. Das Instrument setzte sich schweizweit durch. Mit diesem Engagement hat Keller-Sutter selbst bei den Linken gepunktet.

Vertreter des Werkplatzes Schweiz

Der 58-jährige Johann Schneider-Ammann hat sich vor allem als Vertreter des Werkplatzes und der Sozialpartnerschaft einen Namen gemacht. Schon früh hat er überrissene Manager-Boni sowie das Verhalten der Finanzbranche kritisiert. Damit hat sich der Präsident des Branchenverbandes Swissmem auch bei der Linken Sympathien geholt.

Schneider-Ammann ist Elektro-Ingenieur und heiratete in die Unternehmerfamilie Ammann ein. In den 1980er-Jahren stieg er in die Ammann Group ein und baute die Baumaschinenfirma schrittweise aus.

Heute zählen Schneider-Ammann und seine Familie mit einem geschätzten Vermögen von 500 bis 600 Millionen Franken zu den 300 Reichsten der Schweiz.

Offenes Rennen

Wer sich von den vier offiziellen Kandidierenden der SP und FDP am 22. September in der Vereinigten Bundesversammlung durchsetzen wird, bleibt offen. Die offiziellen Hearings der Parteien finden in der ersten Sessionswoche - voraussichtlich am 14. September - statt.

Klar ist wegen des Frauen-Doppelvorschlags der SP einzig, dass erstmals in der Geschichte die Schweiz voraussichtlich von einer Frauenmehrheit regiert werden wird. Die Wahl eines SP-Mannes durch die Bundesversammlung scheint ausgeschlossen. SP-Fraktionschefin Wyss machte auch deutlich, dass die SP davon ausgeht, dass eine der beiden offiziellen Kandidatinnen gewählt wird.

Kaum Chancen werden den Kandidaturen der Schweizerischen Volkspartei (SVP) und den Grünen eingeräumt.

Die SVP-Fraktion nominierte am Freitag den Freiburger Nationalrat Jean-François Rime. Sie bekräftigt mit der Kandidatur Rime den Anspruch auf einen zweiten Bundesratssitz und will sowohl den SP-, als auch den FDP-Sitz angreifen.

Die Grünen ihrerseits nominierten die Solothurner Nationalrätin Brigit Wyss. Sie soll der FDP den Sitz abjagen.

swissinfo.ch und Agenturen

Kandidaten-Hearings

Jede Partei hat eine andere Strategie für die Kandidaten-Hearings.

Offen für die Nominierten aller Parteien ist einzig die CVP - sie will auch die Kampfkandidaten von SVP und Grünen anhören. Die SVP knüpft die Einladung an Bedingungen.

Die Rechtspartei will nur die Kandidaten jener Parteien anhören, die auch ihren Kandidaten zu einem Hearing einladen. Dies sagte die stellvertretende SVP Generalsekretärin Silvia Bär zur Nachrichtenagentur SDA. Falls also weder SP noch FDP mit dem SVP-Kandidaten Jean-François Rime sprechen, wird die SVP auch keine Hearings mit den Kandidaten der beiden Parteien durchführen.

Die FDP lädt nur die beiden offiziellen Kandidatinnen der SP zu einem Hearing ein. Die SP wiederum hört neben den FDP-Kandidaten
auch die Bundesrats-Aspirantin der Grünen an.

Die BDP will laut ihrem Präsidenten Hans Grunder nur die Kandidatinnen und Kandidaten der SP und der FDP befragen - jener
Parteien also, deren Bundesräte bei den Wahlen ersetzt werden sollen.

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