Erste internationale Anti-Tabak-Konvention

Mit der Rauchbelästigung soll bald Schluss sein. Keystone

192 Mitgliedstaaten der Weltgesundheits-Organisation (WHO) verabschiedeten am Mittwoch in Genf die erste internationale Anti-Tabak-Konvention.

Dieser Inhalt wurde am 21. Mai 2003 - 11:31 publiziert

Die Konvention wurde einstimmig angenommen. Die Verhandlungen dauerten drei Jahre.

Dem blauen Dunst wird der Kampf angesagt. Am Mittwoch verabschiedeten die 192 Mitglieder der Weltgesundheits-Organisation (WHO) während ihrer Jahresversammlung in Genf einstimmig eine Rahmenkonvention gegen das Rauchen.

Es ist das erste Mal, dass die WHO eine Konvention, also ein internationales Regelwerk, verabschiedet hat. Gro Harlem Brundtland, die Präsidentin der WHO, zeigte sich zufrieden: "Es ist ein historischer Tag für die Förderung der öffentlichen Gesundheit."

Die Konvention tritt in Kraft, wenn sie von 40 Ländern ratifiziert, das heisst von deren Regierungen und Parlamenten gebilligt wurde.

Schweiz zufrieden

Die Schweiz sei sehr zufrieden über die Verabschiedung der Anti-Tabak-Konvention, sagte Thomas Zeltner, der Direktor des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Die Schweiz werde das Abkommen aber kaum vor 2006 ratifizieren. "Und die Schweiz wird wohl kaum zu den ersten Unterzeichnenden gehören."

Die Gesetzgebung müsse unter anderem betreffend Werbeverbot, Verbot des Zigarettenverkaufs an Minderjährige und Schutz der Nichtraucher in öffentlichen Räumen angepasst werden. Eine Verfassungsänderung ist laut Zeltner jedoch nicht nötig.

Auf Verordnungsweg

Einzelne Punkte der Konvention will man in der Schweiz jedoch auf dem Verordnungsweg bereits dieses Jahr angehen. Dazu gehört die Vergrösserung der Warnung vor der Schädlichkeit des Rauchens auf Zigarettenpackungen. Gemäss Konvention soll diese mindestens ein Drittel der Packungsfläche ausmachen. Auch die Aufhebung der Bezeichnungen "mild" oder "light" kann per Verordnung durchgesetzt werden.

Es wird ernst

Die Konvention will das Rauchen unter anderem auch durch höhere Preise einschränken. "Höhere Tabak-Steuern führen zu einer Reduktion des Tabak-Konsums", ist Zeltner vom BAG überzeugt.

Die staatlichen Einnahmen würden wohl deshalb kaum zunehmen, da es künftig zwar höhere Zigarettenpreise, aber dafür weniger Raucher gebe.

Der Bundesrat hatte bereits letzten September die Kompetenz erhalten, die Zigarettenpreise sukzessive auf 6,40 Franken zu erhöhen.

Weiter fordert die Konvention auch die Unterbindung des Zigarettenschmuggels.

Verschiedene Massnahmen

Das Regelwerk sieht also vor, den Tabakkonsum, die Rauchbelästigung für Nichtraucher und die Tabakwerbung einzuschränken.

"Die Tabakprodukte können zwar nicht verboten werden, aber die Raucher müssen die Anti-Tabak-Konvention befolgen und die Nicht-Raucher mehr respektieren."

Viele Länder verfolgen eine widersprüchliche Politik, wenn es um den blauen Dunst geht - auch die Schweiz. "20 Mio. Franken aus dem Topf der Tabak-Steuer-Einnahmen fliessen in Form von Subventionen an die schweizerischen Tabak-Pflanzer. Und der gleiche Betrag wird für die Prävention verwendet", so Zeltner.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Laut der WHO sterben jährlich 4,9 Mio. Menschen an den Folgen des Rauchens
Laut dem BAG sterben in der Schweiz jährlich 8000 Personen an den Folgen des Tabak-Konsums
Ein Drittel der Schweizer Bevölkerung über 15 Jahren raucht regelmässig.
41% der Schweizer zwischen 15 und 24 Jahren rauchen
Zwischen 1992 und 1997 verdoppelte sich der Anteil der Raucher zwischen 15 und 19 Jahren
500'000 Schweizer versuchen jährlich mit dem Rauchen aufzuhören, aber nur 5% sind erfolgreich
Eine Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (gehört zur WHO) vom vergangenen Jahr beweist eindeutig den Zusammenhang zwischen dem Tabak-Konsum und einer ganzen Reihe von Krebserkrankungen.

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