Alpenbahn NEAT wird immer teurer
Die Teuerung schlägt stärker auf die Baukosten der NEAT durch als bisher angenommen. Der NEAT-Kredit muss deshalb um 2,1 auf 14,7 Mrd. Franken aufgestockt werden. Die zusätzliche Finanzierung ist über den FinöV-Fonds gesichert.
Im Fonds zur Finanzierung der Eisenbahn-Grossprojekte (FinöV) wird von jährlichen Teuerungsraten von 1,5 bis 2% und Bauzinsen von 4% ausgegangen, womit die Zusatzkosten gedeckt werden sollen.
Im NEAT-Kredit sind zudem 15% Reserven für projektbedingte Mehrkosten enthalten. Diese Mehrkosten beliefen sich bis letzten März auf 515 Mio. Franken. Dieser Betrag ist durch die Reserven gedeckt. Die Teuerung, die Bauzinsen und die Mehrwertsteuer sind nicht Bestandteil des Gesamtkredites, weil sie sich laut Bundesamt für Verkehr, BAV, bei derart langfristigen und umfangreichen Projekten nicht zuverlässig voraussagen lassen.
Zuerst billiger
Lange Zeit, nämlich von 1991 bis 1998, verbilligten sich die Baukosten der NEAT sogar um 1,3 Mrd. Franken. Heute weist aber der neue NEAT-Index für die gleiche Zeitspanne eine Kostensteigerung von 800 Mio. Franken aus, womit der NEAT-Gesamtkredit um insgesamt 2,1 Mrd. Franken erhöht werden muss.
Die Teuerung entspreche etwa jener des Landesindexes der Konsumentenpreise. Noch nicht einberechnet ist zudem die künftige Teuerung. Erst im Jahr 2016, bei Abschluss der Bauten der zwei Alpendurchstiche und der Zufahrtsstrecken sei klar, was die NEAT nominal koste, sagte man beim BAV.
Es darf aber angenommen werden, dass es «nominal» ein sehr teures Bauwerk wird!
swissinfo und Agenturen
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